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René Descartes

KURZTEXT:

RENÈ DESCARTES wohl berühmtester Satz ist: "Ich denke, also bin ich". In diesem Satz läßt sich erkennen, wie wichtig für Descartes das Denken ist. Es schien ihm sicherere Aussagen über die Welt zu liefern als die Sinne. Descartes arbeitete auf dem Gebiet der METAPHYSIK und er wollte seine Theorien mit mathematischen Methoden beweisen. Er verwendete eine Anzahl von Voraussetzungen, um aus ihnen seine Theorien abzuleiten. Das BEWUSSTSEIN- oder der Geist - war für ihn die wichtigste Eigenschaft des Menschen, denn sie unterscheidet den Menschen von den Tieren und von der Maschine. Für Descartes war die Welt zweigeteilt, in die Welt der Körper und die Welt des Geistes. Empfindungen und Sinne hielt er für Eigenschaften des Körpers, die sich aus physikalischen Gesetzen ableiten lassen.
Ein Beispiel für seine Art, streng logisch zu folgern und die Anzahl der Voraussetzungen für die Folgerungen möglichst klein zu halten ist der
UNIVERSELLE ZWEIFEL, der ihn zu der Erkenntnis führt, daß das Bewußtsein existiert.
Diese Erkenntnis bildet eine der Voraussetzungen für seinen
GOTTESBEWEIS.

DAS REFERAT

René Descartes

RENÈ DESCARTES wurde 1596 in La Haye geboren. Von 1606 bis 1614 war er Schüler im Jesuitenkolleg in La Flèche; die Bildung, die ihm dort vermittelt wurde, genügte ihm nicht, er sehnte sich nach der Erkenntnis "alles für das Leben Wichtigem". Daher schloß er sich in den folgenden Jahren verschiedenen Heeren an, mit dem Ziel, die Welt besser kennenzulernen und so vielleicht zu der erwünschten Erkenntnis zu kommen. Er träumte mehrmals von der Wissenschaft, in diesen Träumen sah er einen Grund, sich später der Wissenschaft zuzuwenden. In den Niederlanden begegnete er 1618 Isaak Beeckman, einem Physiker, der die Anwendung der Mathematik in der Physik konsequent befürwortete, und der Descartes in dieser Hinsicht prägte. Etwa 1625 entschloß sich Descartes, das Heer zu verlassen und sich der Wissenschaft zu widmen. Er lebte zunächst einige Jahre lang in Paris, wo er Kontakt zu Wissenschaftlern der Académie des sciences hielt, später in den Niederlanden. 1649 zog er an den Hof der Königin Christine von Schweden, von der er sich finanzielle Unterstützung für seine Forschungen und Studien erhoffte. Er schlug ihr vor, eine Akademie der Wissenschaften zu gründen. Dieser Plan wurde jedoch nie ausgeführt, da Descartes 1650 nach einer schweren Lungenentzündung starb.

Die Metaphysik

Metaphysik heißt übersetzt etwa soviel wie "hinter der Physik". Die Metaphysik ist eine Lehre, die ähnlich der Physik Fragen analytisch beantworten will und den Anspruch an sich selbst hat, nur unbestreitbar richtige Antworten zu finden. Während die Physik Vorgänge aus unserer unmittelbaren Umgebung beschreibt, kümmert sich die Metaphysik um Fragen, mit denen wir nicht im täglichen Leben konfrontiert werden, mit Dingen, die nicht gegenständlich existieren.
Descartes wollte die Philosophie wissenschaftlich erschließen. Er läßt nur das als wahr und richtig gelten, was so einfach ist, daß es durch Intuition, durch die rein vernünftige Einsicht, von jedem Menschen unbestreitbar erkannt werden kann, oder was eine logische Folgerung aus einfachen Dingen ist.
In dieser Hinsicht basieren Descartes Theorien auf der Mathematik: Die Mathematik ist die Wissenschaft, die mit einer gegebenen Gruppe von Axiomen (die bei Descartes den einfachen Dingen entsprechen) durch logische Schlüsse, die von einem kleinen Einblick auf größere Bereiche schließen, also durch Induktion, eine Vielzahl von komplexen Sätzen als wahr beweisen kann.

Das Bewußtsein und die Sinne

Für Descartes war das Bewußtsein - das für ihn auch das Denken und die Fähigkeit, das Denken für sinnvolle Tätigkeiten zu nutzen, beinhaltet - das Attribut, das den Menschen vom Tier und von der Maschine unterscheidet und auszeichnet. Tiere setzt er mit Maschinen praktisch gleich, denn ihre Empfindungen und ihre Bewegungen folgen rein mechanischen Gesetzen, und alles was nur auf physikalischen Gegebenheiten basiert, hat keine Seele. Der Körper des Menschen - mit seinen Sinnen und Empfindungen - wäre ohne den Geist auch nichts anderes als ein Automat. Nur weil der Mensch die Fähigkeit hat zu denken und sich und seiner Umgebung bewußt zu werden, kann man davon sprechen, daß er eine Seele hat. Für Descartes hat alles das, was denkt, eine Seele, und alles, was eine Seele hat, denkt, das eine ohne das andere ist unmöglich.
Hier kann man schon erkennen, daß sinnliche Wahrnehmungen für Descartes nicht denselben Stellenwert haben wie Einsichten, die man allein durch Denken gewonnen hat. Denn die Sinne können einen leicht täuschen, ihre Bilder sind unklar, man weiß nicht, ob sie sich nicht sogar immer irren. Das Weltbild, daß man aufgrund sinnlicher Wahrnehmungen gewinnt, vergleicht Descartes sogar mit einer Traumwelt, er spricht sogar davon, daß er keinen Unterschied zwischen Traum und sinnlicher Wahrnehmung sehe.

Der Zweifel

Wenn man nun davon ausgeht, daß die Sinne einen sicher täuschen können und da es aber das Ziel ist, nur richtige Aussagen über die Welt zu finden, so ist es nötig, an seinem bisherigen Weltbild zu zweifeln. Zweifelt man aber an allem, dessen man sich bisher gewiß war - daran, daß es die Welt gibt, daß es sie so gibt, wie man sie sich vorgestellt hat, sogar daran, daß es einen selbst tatsächlich gibt - so bleibt eine Tatsache unbestreitbar bestehen, die Tatsache, daß man zweifelt. Wer zweifelt, muß existieren, und da zweifeln eine Art zu denken ist: wer denkt, existiert oder "cogito, ergo sum"; ich denke, also bin ich.
Mit dem "universellen Zweifel" zeigt Descartes so, daß das bewußt seiende Ich existiert. Der Zweifel am Bewußtsein über die Welt führt so zum Selbstbewußtsein.
Descartes geht davon aus, daß das Denken nicht nur ein Zeichen für die Existenz des Ichs ist, sondern daß das Denken die Hälfte der Existenz des Ichs ausmacht. Die andere Hälfte ist der Körper. So ist die ganze Welt für Descartes zweigeteilt, in die Körper, die man an ihrer räumlichen Ausdehnung erkennen kann, und in den Geist, den man daran erkannt, daß er denkt.

Der Gottesbeweis

Der Mensch ist imstande, die Idee eines vollkommenen Wesens zu bilden. Diese Idee nennt Descartes eingeboren, sie ist deshalb eingeboren, weil jeder Mensch sie potentiell erkennen kann, ohne daß dazu Erfahrungen nötig sind.
Es muß irgendeinen Grund dafür geben, eine Ursache, die diese Idee hervorruft.
Der Mensch kann diese Ursache nicht sein, denn es ist festzustellen, daß er unvollkommen ist: er kann zweifeln, also gibt es Dinge, die er nicht weiß, sonst würde er nicht zweifeln und er kann begehren, wenn er alles hätte, würde er auch nicht begehren.
Jedes andere Wesen ist dem Menschen insofern unterlegen, als es kein Bewußtsein und also keine Seele hat. Daher kann auch kein anderes Wesen die Ursache für die dem Menschen eingeborene Idee des Vollkommenen sein.
Also muß Gott die Ursache der Idee sein, Gott, "die absolute Identität von Sein und Tätigkeit", der Vollkommene, der Allwirksame.
Descartes formulierte: "Ich erkenne es als unmöglich, daß ein Wesen wie ich, mit der Idee Gottes in mir, existiert, ohne das Gott existiert."