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Peter-Petersen Gymnasium
Klasse 11.3
Juni 1997/ Barockprojekt 2000
Referat: Tobias Widmann



Feste feiern im Barock

Index:

Festmahle:

Die Epoche des Barock war eine des Wohlstands und des Überflusses für den Adel und das gehobene Bürgertum. Dies sieht man sehr deutlich an der Art , wie damals Feste gefeiert wurden. Es waren prunkvolle Bankette , die sich meist über Tage oder sogar Wochen hinzogen und bei denen in verschwenderischer Vergnügunssucht der Staat über die Maßen verschuldetwurde . Könige , Fürsten , Bischöfe , Adel und reiche Handelsherren zählten zu den Gästen .Ein solches Festgelage gab 1476 Benedetto Salutati zu Ehren der Söhne des Königs Fernante von Neapel , es wurde überliefert : "Unter Trompetengeschmetter nahmen die Gäste Platz . Als Vorspeise bekam jeder ein Schüsselchen mit vergoldetem Kuchen aus Pinienkernen und einen Majolikanapf mit einer Milchspeise . Gelatine von Kapaunbrust , mit Wappen und Sinnsprüchen geschmückt , folgte in silbernen Schüsseln. In einer davon befand sich ein Tischbrunnen , der Orangenblütenwasser versprühte . Es folgten 12 Gänge mit Fleisch von Wild , Kalb , Schwein , Fasan , Rebhuhn , Kapaun und Huhn sowie dem beliebten , aus Milch , Mandeln , Reis und Fisch bereiteten "Blanc manger" . Das sogenannte Schaugericht , das nur zum Ansehen gefertigt war , bestand aus zwei Pfauen , die wie lebendig Rad schlugen und im Schnabel duftende Essenzen trugen . Dann kamen nochmals neun Gänge mit süßen Speisen, Torten , Marzipane etc. Der Nachtisch bestand aus Zuckerwerk in Schüsseln mit Deckeln aus Zuckerguss ." Der Alltagstisch war selbst für Grafen mit zwei gesalzenen Fischen nicht sehr reich gedeckt , aber dies nur als Bemerking am Rande.

Kurioses:

  1. Nicht nur der Adel konnte feiern und verschwenden , auch in den Kreisen wohlhabender Bürger wurde solch aufwendiger Luxus getrieben , so dass die Hochzeit eines reichen augsburger Bäckers im Jahre 1493 acht Tage Dauerte und 720 Gäste daran teilnahmen.
  2. Den absoluten Festrekord hält vermutlich Leopold I von Wien , denn seine Hochzeitsfeier dauerte über ein Jahr . Den Höhepunkt bildete das " Große Rossballett " 1667. Außerdem ließ er in seinem Schlosshof eine ECHTE Seeschlacht austragen.
  3. In Spanien ging es ganz makaber zu, denn dort gab es zu solchen Anlässen Stierkämpfeund Ketzerverbrennungen . Dabei zuzusehen war Ehrensache für jedermann. In einer Prozession wurde der zum Tode verurteilte Ketzer barfuß und im Bußkleid hereingeführt. Selbst solche Massenhinrichtungen wurden als Kunstwerke gestaltet und betrachtet , so ist über liefert , dass sich 1680 in Madrid eine der gelungensten Massenhinrichtungen ereignet hat.

"Lustiges spielen mit Tieren":

Wenn die Festgesellschaft zwischen den Mahlzeiten etwas Sport für die Verdauung treiben wollte , endete dies häufig in einer , bestimmt lustig anzuschauenden Tierquälerei , denn das Fuchsprellen stellte dann das Hauptvergnügen dar . Dazu wurde ein Platz mit Sand bedeckt , damit sich die Tiere nicht schon beim ersten Sturz sämtliche Knochen brechen , und dieser mit Tüchern umhängt , damit sie nicht fliehen konnten . Es mussten sich dann immer Mann und Frau gegenüber stehen und ein Seil zwischen sich halten. Immer wenn dann ein Fuchs oder Hase (auch andere Tiere waren möglich ) über das Seil sprang zogen die Damen und Herren dieses so stramm , dass die Füchse die tollsten , akrobatischsten Sprünge vorführten . Um die Zuschauer noch mehr zu vergnügen , wurden gegen Ende des Prellens junge Wildschweine dazugeschickt, die unter den Gewändern der Damen ein lustiges Geschrei verursacht haben müssen .