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Peter-Petersen Gymnasium
Klasse 11.3
Juni 1997/ Barockprojekt 2000
Referat: Lars Lüllich
Florian Knorpp



Der barocke Garten

 

Gliederung:

Der barocke Garten
Die Gartenarchitektur
Die Funktion
Die Atmosphäre des Gartens
Andre Le Notre
Allgemeines

Referat:

Der barocke Garten

Schon in alten Hochkulturen waren die Gärten der Herrscherschicht kunstvoll architektonisch und geometrisch gestaltet . Diese Entwicklung findet in der Barockzeit ihren Höhepunkt . Waren Schloss und Garten bisher zwei getrennte Einheiten, so wäre das barocke Schloss ohne seinen Park nur ein Fragment , denn der Park diente als architektonische Fortsetzung der Gliederung der repräsentativen Schlossräume. Die Komplexität dieser Anlagen wird erst vorstellbar , wenn man weiß , dass die heutigen Nachbauten fast ausschliesslich Vereinfachungen darstellen .

Die Gartenarchitektur

Der Park lag auf einem weit ausgedehntem planen Gelände , wobei in den prächtigen und weitläufigen Anlagen jedes Element einer strengen räumlichen Ordnung unterlag . Das Hauptelement war eine Mittelachse , die entweder eine Allee oder ein Kanal war und von Plastiken und Bäumen begleitet wurde . Diese Mittelachse führte weit in die Landschaft hinaus und verband den Hauptbau mit dem architektonischen Gegenpol (Gloriette) . Zu den Seiten waren streng symetrisch Blumenparterres , Wasserbassins , Fontänen , Treillagen , Absätze und Treppen , beschnittene Hecken und Bosketts angeordnet .Bosketts , auch Lustwälder genannt , waren kleine abgeschirmte Waldpartien , intime Räume in der Natur , in deren Schatten man sich in der Hitze des Sommers zur Entspannung , zum lässigen Verweilen oder zum vertraulichen Beisammensein zurückzog . Eine bekannte Sonderform des Bosketts war das Labyrinth .Unter Treillagen versteht man Holzlaubengänge aus feinem Lattenwerk , die mit Rosen oder Schlingpflanzen überwachsen sind , damit man sich an heißen Tagen im Schatten bewegen konnte . Parterres waren das formale Gegenstück zu den Bosketts . Sie bestanden meist aus einer Rasenfläche in der man durch Zierwege , Sand und Ziegelsplitt und Blumenrabatten Ornamente anlegte .

Die Funktion

Die barocken Gartenanlagen dienten ausschließlich dem Vergnügen. Es waren Erlebnisräume im Freien , die an Vielfalt gartenkünstlerischer Ideen und an Logik des Aufbaus unübertroffen waren . Neben dem Lustwandeln erreichte der Garten seine wahre Bestimmung bei den Festen , die Tage , manchmal Wochen andauerten . Man versammelten sich dann dort , um Konzerte und Opern , Ballette zu Wasser und zu Lande , Seeschlachten auf den Kanälen und Feuerwerke mitzuerleben .

Die Atmosphäre des barocken Gartens

In den Parks und Gärten spiegelte sich der Geist der Epoche, aber auch sein Wandel noch in der Barockzeit selbst . So wandelt sich der Garten der Renaissance zu einer künstlich erzeugten Landschaft, die nach dem Willen des Menschen neu geschaffen wurde.
In Versailles hat Le Notre dieses Konzept ins Großartige gesteigert. Er versuchte die Natur mit den Mittel der Kunst zu "beschämen". Ein gestutzter Baum z. B. , brachte das natürliche Wachstum in ein
e schönere Form zur
Anschauung. Terrassen , Bassins u. Springbrunnen unterstützten dies. Hier wird der Versuch deutlich, dass der Mensch das Bedürfnis hatte sich , über die Natur zu stellen.
Weiterhin versuchten viele Künstler durch ihre "Werke", Sinnbilder des Lebens oder auch der Dichtung zu schaffen. So war das Labyrinth kein bloßer "Gartenscherz", sondern versuchte die genannten Aspekte symbolisch zu verdeutlichen.
Auch die Allgegenwart der antiken Mythologie gehörte zur Atmosphäre des Parks. So dienten ihre Gestalten mit dem Zusammenspiel der enormen Gartenfläche dazu, die Macht des Herrschers zu unterstreichen.
Die gesamte Atmosphäre, die erzeugt wurde , läßt sich heute nur noch erahnen, da es dem Menschen der Gegenwart nicht möglich ist die Leiden der Arbeiter, die enormen Baukosten , die Genialität der Architekten (die Parkanlagen können durch ihre damalige Größe , heute nicht vollständig erhalten werden) und die Verehrung bezüglich des Herrschers zu erfassen.

Andre Le Notre (1613 - 1700)

Le Notre gilt als Begründer des französischen Gartenstils .Er prägte den barocken Gartenbau wie kein anderer , darum waren seine Gärten die Vorbilder vieler deutscher Barockgärten .

Der am 12.3.1613 geborene Le Notre wurde nach seinem Studium der Malerei und der Architektur 1637 Nachfolger seines Vaters als "Gartenbaumeister des Königs".Ab 1657 fungierte er als "Controleur general de batiments royaux".Am bekanntesten wurde er wohl durch den Bau der Gärten von Versailles (gebaut 1662-1687), die als Hauptwerke der barocken Gartenkunst gelten.Weitere kunstvolle Beweise seines überragenden könnens waren :

1653-1660 Vaux-le-Vicomte
1662-1687 Garten von Fontainebleau
1663-1688 Chantilly
1664 "Jardin des Tuileries"
1674- 1676 Saint-Cloud u. Clagny
Le Notre starb am 15.9.1700.

Allgemeines

Im Barock galt der Garten als "natürlich" , wenn die Mittel seiner Gestaltung "natürlich" waren . U.a. war es das Ziel der Architekten , den Garten immer größer aussehen zu lassen als er in Wirklichkeit war . Der Schlossvorhof war nur mit durch Holzbarrieren eingefassten Rasenteppichen gestaltet . Er konnte bewußt nicht mit der Pracht der Gärten konkurrieren , denn der Blumenprunk sollte erst dem gebühren , der bereits im Schloss empfangen wurde , nicht dem Ankömmling .Die Blumenflächen des Parks wurden mindestens drei mal im Jahr (Frühjahr , Sommer , Herbst) neu bepflanzt .