Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 11. Mai 2001 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 1/2001

"Walking - ein Thema auch für die Schule?"

Im folgenden Abschnitt werden ein paar Ideen vorgestellt, wie Walking auch in den Schul- (Sport) unterricht spielerisch integriert werden kann.

 

Vorab ein paar allgemeine Bemerkungen zur richtigen Walking- Technik:

§ Gemäßigtes Tempo zu Beginn.

§ Fersen bei leicht gebeugten Knien aufsetzten.

§ Füße über die ganze Fußsohle abrollen.

§ Fußspitzen möglichst in Gehrichtung setzen.

§ Armen anwinkeln und seitlich neben dem Körper mitschwingen.

§ Arme gegengleich schwingen (rechtes Bein, linker Arm und umgekehrt).

§ Bewusst ein- und ausatmen.

§ Ca. 4-5m nach vorne schauen.

§ Schultern locker hängen lassen.

§ Brustkorb anheben.

 

Was bei der Auswahl von Walkingspielen zu beachten ist:

 

§ Bei den Spielen sollten sich alle kontinuierlich bewegen. Spiel im Kreis oder Spiele mit Ausscheiden sind z.B. nicht so gut geeignet.

§ Dennoch ist es gut, wenn es in den Spielen kleine Verschnaufpausen gibt, z.B. die Stop- Position bei Stop& Go oder Freimale bei Fangspielen.

§ Die Spiele sollten den Kontakt unter den "Walkern" verbessern: Das Miteinander- Spielen, der Augenkontakt, die Reaktion aufeinander, der Körperkontakt sind hierfür wichtige Element.

§ Lachen und Fröhlichkeit sind die obersten Ziel

 

Die Vorteile von Walkingspielen:

§ Abwechslung in der Übungsstunde.

§ Die "Walker" lernen sich besser kennen.

§ Fröhliche Geselligkeit entsteht.

 

Die Nachteile von Walkingspielen:

§ Die Konzentration beim Walking nimmt ab.

§ Meist leidet die Walkingtechnik.

§ Gefahr der Überlastung, bes. bei Fang- oder Wettspielen.

 

Spielideen für den Unterricht- eine kleine Auswahl

1. Spiele auf dem Sportplatz:

Begrüßung

Alle Walker walken durcheinander. Begegnen sich zwei Walker, bleiben die voreinander stehen und tauschen den "Walkinggruß". Dann walken sie wieder weiter.

Beispiel für den "Walkinggruß":

§ Mit der jeweils rechten Hand zusammenklatschen und den Namen nennen.

§ Mit der jeweils rechten Hand zusammenklatschen, die rechte Hand zweimal schütteln und diese noch einmal zusammen klatschen: klatsch- schüttel- klatsch.

§ Mit beiden Händen auf die Hände des Partners klatschen, sich einmal um sich selbst drehen und noch mal die Hände zusammen klatschen.

§ Sich gegenseitig anlächeln, zunicken und einmal rückwärts umeinander walken, ohne den Blickkontakt zu verlieren.

§ Eigene Ideen (hier können auch die Schüler aufgefordert werden ihre eigenen "Walkinggrüße" zu kreieren)

Go& Stop

Alle Walker walken durcheinander. Ein Walker wird bestimmt und darf immer "Go" sagen, dann setzten sich alle anderen Walker in Bewegung. Ein anderer Walker wird bestimmt und darf immer "Stop" sagen, dann bleiben alle Walker stehen.

Variation: der "Go" Walker bestimmt zusätzlich die Fortbewegungsart: z.B. "Go- Schlendern", "Go- Power- Walking", etc. der "Stop" - Walker bestimmt die Stoppbewegung: z.B. "Stop-Arme hoch", Stop- auf- einem- Bein", etc.

 

Walker hilf

Alle Walker walken durcheinander. Ein Walker ist Fänger. Gelingt es ihm, einen anderen Walker abzuschlagen, so wird dieser Fänger. Sobald sich aber zwei Walker per Handfassung nebeneinander stellen, kann keiner von ihnen abgeschlagen werden. Geht der Fänger weiter, muss das Paar die Handfassung lösen und auseinandergehen. Bilden sich dreier Gruppen, so darf ein Walker abgeschlagen werden. Eine zweier Gruppe darf sich nicht zweimal hintereinander bilden; geschieht dies trotzdem, so darf der Fänger auch in diesem Fall einen der beiden Walker abschlagen.

 

Versteinern und Erlösen

Alle Walker walken durcheinander. Dabei darf jeder jeden versteinern, aber auch jeder jeden erlösen. Versteinern kann man einen Mitspieler, in dem man ihm mit beiden Händen von hinten auf die Schulter fasst. Derjenige kann wieder erlöst werden, wenn ein Mitspieler sich bei ihm mit einem Arm einhakt und sich mit ihm einmal um sich selbst dreht. Wer sich gedreht hat, darf nicht sofort wieder versteinert werden.

 

 

2. Spiele in der Fortbewegung

Wettwalking durch das Spalier

Die Gruppe walkt langsam in zwei Schlangen nebeneinander. Zwischen den beiden Schlangen ist ein ca. 2m Abstand, sie bilden das sogenannte Spalier. Die beiden letzten Walker walken nun um die Wette durch die Mitte des Spaliers und setzten sich an den Kopf der Schlange, usw. Achtung! Die Schlange darf nicht zu schnell walken.

 

Verfolgungsjagd

z.B. Blau jagt Rot: Die Walker mit einem blauen Oberteil verfolgen diejenigen mit einem roten Oberteil.

 

Zopf flechten

Je drei Walker gehen nebeneinander. Der Walker rechts außen geht etwas schneller und begibt sich auf die mittlere Position. Die beiden anderen Walker holen auf. Der vormals mittlere Walker geht nun rechts außen. Als nächstes wechseln der linke und der mittlere Walker die Plätze. Achtung! Das Tempo erhöht sich sehr.

 

Koordinationsspiele

§ Beim Walking die Schultern gegengleich nach hinten drehen.

§ Das Walking unterbrechen, kurz tippeln (kleine Schritte auf der Stelle) und dann wieder weiterwalken.

§ Das Walking unterbrechen, einmal um sich selbst drehen und dann weiterwalken.

 

Spiegelbild

Die Walker finden sich paarweise zusammen und der eine imitiert den/ die andere: Richtungsänderung, Tempoänderung, Technikänderung... der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

 

So wie dem dargestellten Auszug von Spielvariationen lassen sich viele Ideen auch auf das Walking projizieren. Hierbei scheint es sinnvoll die Schüler mit einzubinden und gemeinsam neue Übungsformen zu kreieren.

Weitere Informationen rund um das Walking gibt es unter www.walking.de  oder direkt beim (am 15. März 2001 neugegründeten) Deutschen Walking Institut in Bad Schönborn, Kraichgaustr.10, 76669 Bad Schönborn.

 

Michelle Steinbach, Universität Karlsruhe


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