Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 12. November 1998 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/98

BDtrans.gif (1303 Byte) Badminton

Eine Sportart im Lehrplan

 

 

 

Mit Erscheinen des fortgeschriebenen Lehrplanes ist eine Verpflichtung und eine weitere abwechslungsreiche Möglichkeit gegeben, Badminton im Rahmen des verbindlichen Unterrichtes als ordentliche Sportart einzuführen.

Das allseits beliebte und bekannte Freizeitspiel Federball, in der Halle als Badminton nach Regeln wettkampfgerecht gespielt, hat damit einen anderen Stellenwert im Vergleich mit anderen (traditionellen) Sportarten erreicht.

Seit 1992 (Olympische Spiele in Barcelona) ist Badminton olympische Disziplin, und seit ca. 15 Jahren ist die Sportart bereits fester Bestandteil bei den Schulwettkämpfen "Jugend trainiert für Olympia" . Von Schuljahr zu Schuljahr nimmt die Zahl der teilnehmenden Mannschaften bei diesem Schülerwettkampf zu, was davon zeugt, dass die Sportart Badminton zwischenzeitlich ein fester Bestandteil im Angebot des Schulsports geworden ist.

Anläßlich der Lehrfortbildungsmaßnahmen durch das Landesinstitut für Schulsport (LIS), der ehemaligen Sportakademie in Ludwigsburg und bei den Maßnahmen des Baden Württembergischen Badminton Verbandes (BWBV) in Zusammenarbeit mit den Oberschulämtern, ist ein überaus großes Interesse bei der Lehrerschaft an der persönlichen, individuellen Fort (Aus)-bildung festzustellen. Gilt es doch, neben dem eigenen technisch - taktischen Vermögen, die Defizite im didaktischen, methodischen und organisatorischen Bereich abzubauen, um Badminton gezielt und wirkungsvoll lehrplanrelevant vermitteln zu können.

Der Sportlehrplan

In der Grundschule werden die ersten Grundlagen in der Einheit "Spielen-Spiel" im Hinblick auf die breitgefächerte Ausbildung der koordinativen Fähigkeiten gelegt. Der vielfältige Einsatz der verschiedensten Handgeräte, u.a. Bälle und Schläger in kindgerechter Größe, führen zu den besten Voraussetzungen für das weitere Erlernen eines Rückschlagspiels.

In der Orientierungsstufe ist in den Haupt- und Realschulen die Lehrplaneinheit "Rückschlag- und Treffballspiele" mit verbindlichen Richtstunden vorgeschrieben und verankert. Diese Tatsache verlangt nach Anwendung und Umsetzung des Badmintonspiels. In den Gymnasien und der Sekundarstufe 2 besteht in großem Maße die Möglichkeit, die "Life-Time Sportart" Badminton im Wahlbereich weiter zu festigen und auszubauen.

Voraussetzungen für den Unterricht

Bei der Umsetzung sind, neben den persönlichen, fachlichen Defiziten, in sehr vielen Fällen die materiellen, strukturellen Voraussetzungen vor Ort nicht gegeben, so dass die " verbindliche" Einführung des Rückschlagspiels Badminton nicht oder nur bedingt realisiert werden kann.

Viele Sport(turn)hallen weisen keine Spielfeldmarkierungen auf, ein großer Teil der Geräteschränke verfügt noch nicht über ausreichend Badminton(Federball)schläger und entsprechende Netzeinrichtungen.

Sehr häufig muss daher die Einheit unterbleiben oder alternative Organisationsformen mit hohem, intensiven Beschäftigungsgrad (2 Schüler ein Ball und zwei Schläger) zur Anwendung kommen.

Die Quantität ist erreicht - beschäftigte Kinder sind artige Kinder - doch der qualitative, wettkampforientierte Unterricht kommt nicht zum Tragen. Grundlegende fachspezifische technisch-taktische Dinge (wie Schlägerhaltung, Zählweise usw.) können kaum umgesetzt werden.

An dieser Stelle sollen insbesondere Hinweise zur Aufklärung und Verbesserung der materiellen und strukturellen Voraussetzungen gegeben werden, die dazu beitragen, das beliebte Federballspiel badmintongerecht auch in der Schule anzubieten.

Das Badminton-Spielfeld

Das Spielfeld mit seinen genormten Ausmaßen von 6,10 m Breite und 13,40 m Länge ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Einführung des regelgerechten Badmintonspiels.

Das Spielfeldrechteck (6,10m x 13,40m) bietet für den gesamten Schulsportbereich ein ideales Maß der Hallenab- bzw. Halleneingrenzung. Bei einer entsprechenden Anordnung kann die Badminton-Linierung zu einer optimalen "Mehrfacheinteilung" der Halle führen.

Ausgehend von einer Normalturnhalle (1/3 Halle) mit den Maßen 15m x 27m bietet es sich an, die Spielfelder integriert in das äußere Grundspielfeld (Basketballfeld) einzuzeichnen und anzuordnen (siehe Abb. 1).

Durch die Anbringung einer Netzeinheit mit durchgehendem Spannseil aus Cevlar, mit vier aufgezogenen Netzen, die an ihren beiden Enden an Spielsäulen oder Spielschienen mit beweglichen Ösen befestigt und mit einem Spanngurt (Rätsche) gespannt wird, ist eine gleichmäßige Vierteilung erreicht. Unterstellpfosten (auch Hochsprungständer) in den Zwischenräumen bringen die durchhängende Netzeinheit auf die entsprechende Höhe (Badminton 1,55m). Hierdurch besteht die Möglichkeit der Mehrfachnutzung der Spielfelder für andere Spiel-, Übungs- und Wettkampfformen einzusetzen, wie z.B.

Der knappe rückwärtige Auslauf von 0,80m auf jeder Seite ist vom Schulsportausschuß des Deutschen Badminton Verbandes (DBV) empfohlen und entbindet somit den Hallenträger von der Unfallsicherungspflicht.

Sollte in der Halle auch ein Verein trainieren und gar Wettkämpfe abhalten, wäre es sinnvoll, zwei regelgerechte Spielfelder längs in die Halle einzuzeichnen, wobei die Vier-Teilung (siehe Abb. 2) mit dünneren Hilfslinien (2 cm) eingezeichnet werden kann.

Die Einzeichnung sollte unter Beachtung der möglichen Lichteinfälle -Blendwirkung- wie in Abbildung 2 dargestellt erfolgen und zwischen den beiden Spielfeldern einen Zwischenabstand von 1,20m aufweisen. Hierdurch ist gewährleistet, dass die beiden äußeren Seitenauslinien wieder den Linien des Hallen-Grundspielfeldes in der Breite entsprechen. Bei einer generellen Neulinierung sollte das Grundspielfeld auf jeden Fall 13,40m x 25,60m betragen, denn mit diesen Maßen ist auch das Basketballfeld deckungsgleich. Die Breite von 13,40m Basketball (Regel: 14m plus/ minus 1m Toleranz) entspricht der Länge des Badmintonfeldes. Somit werden Linien eingespart und die Halle bleibt "übersichtlicher".

Alternativ zu der sehr kostenintensiven Linierung mit einer gut sichtbaren Kontrastfarbe zur Bodengrundfarbe (Grün ist die Normfarbe), ist ein rutsch- und reißfestes, rückstandsfreies Klebeband in gelber Farbe oftmals eine gute vorübergehende kostengünstige Lösung.

Der Feder(Spiel)ball

Der sogenannte Spielball ist im herkömmlichen Sinn kein "runder" Ball. Den Federball gibt es als Kunststoff- und Naturfederball. Der Preis der beiden Arten ist nahezu gleich, doch die Haltbarkeit des Kunststoffballes ist wesentlich größer. Der Kunststoffball ist nicht so empfindlich wie der Naturfederball und "verzeiht" manchen Trefffehler. Beim Naturfederball hingegen würden schlagtechnische Mängel zur Schädigung des Federkranzes führen, wodurch dann die Flugbahn eine Veränderung erfährt (Wackelflug - der Ball eiert). Die Flugeigenschaften des Kunststoffballes reichen für die schulische Arbeit mit Schülern und Anfängern voll aus. Der Naturfederball hat bessere Flugeigenschaften, wird überwiegend im Vereinssport eingesetzt und bietet das optimale Schlagerlebnis.

Federbälle, ob als Kunststoff- oder Naturprodukt haben unterschiedliche Geschwindigkeiten. In der Schule wird je nach Leistungsstand mit einem langsamen bzw. mit einem mittelschnellen Ball - dieser entspricht der wettkampfgerechten Geschwindigkeit - gespielt.

Äußeres Erkennungszeichen der Kunststoffbälle sind die farblich unterschiedlichen Ringe am Übergang von Basis zum Federkranz.

grün Langsamer Ballflug
blau Mittelschneller Ballflug
rot Schneller Ballflug

Der "rote Ball" ist für ein regelgerechtes Spiel im Flug zu schnell und würde kein kraftvolles Badmintonspiel ermöglichen.

Für den Einstieg ist der langsam fliegende, "grüne Ball" der richtige.

Die Fähigkeit, den heranfliegenden Ball mit dem auszuführenden Schlagablauf zum optimalen Treffpunkt zu koordinieren, ist für den Anfänger sehr schwer, so dass die langsame Fluggeschwindigkeit (Luftballon) des "grünen Balles" dem erfolgreichen Treffen und Rückschlagen entgegen kommt.

Mit zunehmender Treff- und Spielsicherheit können auch " blaue Bälle", deren Geschwindigkeit am ehesten der regelgerechten Geschwindigkeit des Badmintonspiels entspricht, verwendet werden.

Die Kunststoffbälle werden in handelsüblichen 6 Stück Röhrenpackungen vertrieben. Ein Lagerung der Bälle in diesen Pappröhren ist erforderlich und dient der längeren Haltbarkeit.

 

Der Federball- (Badminton) schläger

Grundsätzlich unterscheidet man nicht zwischen Federball- und Badmintonschläger. Der Unterschied liegt lediglich im Material des Schlägers.

Mit einem normalen Federballschläger kann man Badminton spielen. Das Material (Graphit, Carbon usw.) der teureren Schläger ermöglicht jedoch ein wirkungsvolleres Schlagen des Balles, was die Voraussetzung für ein erfolgreiches Badmintonspiel ist. Die sogenannten Federballschläger mit minderwertigen Materialien dienen der Einführung über das Federballspiel mit seinem "Long-life Charakter". "Wie häufig können wir uns miteinander den Ball zuspielen?"

Das wettkampfgerechte Badmintonspiel, gegeneinander gespielt, verlangt nach einem Schläger, der bei einer richtigen, optimalen Technik wirkungsvolle Schläge ermöglicht.

Für den schulischen Bereich sind Schläger in der unteren Mittel(Preis)Klasse (Stück DM 20.- bis DM 30.-) voll ausreichend. Besonderes Augenmerk beim Kauf derartiger Schläger sollte auf einem guten, lederähnlichen Griffband und auf einer Kunststoffbesaitung liegen. Ungeeignet wären plastifizierte Griffbänder sowie Perlon- und Nylonbesaitungen.

Das Material der heutigen Schlägerrahmen ist in dieser Preisklasse sehr ausgewogen und allgemein für den Schulsport geeignet. Das Gewicht des Schlägers (max. 100-120 Gramm oder noch leichter) ist ein weiteres, zu beachtendes Kriterium.

Die Schläger sollten in einem Geräteschrank, entweder in einer Containerbox oder in einer Schlägertasche aufbewahrt werden.

In sogenannten Schulsport-Sets (Schläger und Bälle in einer Schlägertasche) werden insbesondere geeignete, ausgesuchte Schläger von der Industrie und den Verbänden angeboten.

Literatur-Hinweis :

Medien-Mappe des Baden-Württembergischen Badminton Verbandes
Kostenbeitrag: DM 10.- (VR-Scheck)

Auskunft und Informationen :

Schulsportbeauftragter im Baden-Württembergischen Badminton Verband: Hartmut MEIS, Im Löhle 47
73527 Schwäbisch Gmünd
Telefon und Fax : 07171 / 76561
Geschäftsstelle : Baden Württembergischer Badminton Verband
Oberachener Str. 10/b , 77855 Achern
Telefon 07841 / 25503 Fax : 07841 / 7357

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