Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 04. Januar 1998 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/97

Inline-Skating in der Schule - ein risikoreiches Vergnügen

Über vermehrt bei uns eintreffende Unfallanzeigen wird deutlich, daß diese Trendsportart Einzug in die Schulen hält. Da stellen sich die Fragen nach der Einrichtung von Skatebahnen auf Schulhöfen, dem Versicherungsschutz und der zu gewährleistenden schulischen Aufsicht bei Inline-Skating auf dem Schulhof.

Auch bei Projekttagen erfreut sich das Inline-Skating zunehmender Beliebtheit. Einige Schülerinnen und Schüler bewältigen sogar ihren Schulweg auf den schnellen Rollen. Viele Schulleiter sehen sich genötigt, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und verbieten das Skaten im Schulgebäude.

Aus Statistiken über Freizeitunfälle geht hervor, daß das Inline-Skaten nach dem Fußballspielen bereits an zweiter Stelle der Unfallstatistik steht. Dabei fällt auf, daß die Zahl der Knochenbrüche sehr hoch ist. Als Unfallursache werden häufig angegeben: zu hohe Geschwindigkeit beim Fahren, mangelnde Fahrtechnik (Bremsen), fehlende Schutzkleidung und Selbstüberschätzung.

Inline-Skating im Freien

Das Inline-Skating ist eine Freiluftsportart und sollte auf geeigneten asphaltierten Flächen ausgeführt werden. Maßgeblich für Skateeinrichtungen ist die DIN 33 943, die auch als Maßstab für die Verkehrssicherungspflicht dient. Wer eine Skateeinrichtung plant, sollte mit der Bauaufsichtsbehörde klären, ob eine Baugenehmigung erforderlich ist. Größere Geräte wie eine Halfpipe gelten als bauliche Anlage, für die eine Baugenehmigung erforderlich ist.

In der Norm sind die konstruktiven Sicherheitsanforderungen geregelt. Es werden Höchst- und Mindestmaße für die einzelnen Typen angegeben und konstruktive Vorgaben für Statik, Geräuschimissionen, Standsicherheit, Aufstellung, Fahrflächen, Absturzsicherungen und hindernisfreie Sicherheitsbereiche angegeben.

Inline-Skating in Sporthallen

Ausnahmsweise, besonders in der Anfängerschulung, kann das Inline-Skating auch in der Sporthalle stattfinden. Flächenelastische Böden, die der DIN 18 032, Teil 2 entsprechen, eignen sich für den Rollsport, also auch für das Inline-Skating. Parkettböden und punktelastische Böden sind für das Inline-Skating nicht geeignet. Lehrkräfte müssen sich über den Schulsachkosten-Träger oder Sportbodenhersteller über die Eigenschaften 6 informieren.

Bei Sprüngen von Ramps und Pipes entstehen sehr hohe Belastungen für den Hallenboden und für Sportmatten, wenn diese als Landehilfen eingesetzt werden. Deshalb sollten in Sporthallen keine Sprünge durchgeführt werden. In Sporthallen dürfen nur Inline-Skates benutzt werden, die nicht abfärbende Rollen und Stopper haben. Indoor-Rollen sind weich und hell. Stopper hinterlassen Schleifspuren. Weil Anfänger für Brems- und Ausweichmanöver viel Platz benötigen, sollte darauf geachtet werden, daß Sporthallen ausreichend groß sind und die Größe und Zusammensetzung der Schülergruppe dem Raumangebot angepaßt wird.

Schutzausrüstung - Versicherungsschutz - Aufsicht und Haftung

Beim Inline-Skating im Sportunterricht ist die komplette Schutzausrüstung zu tragen: Helm, Knie-, Ellenbogen- und Handgelenkschoner. Als Helm ist für Anfänger der Fahrradhelm bedingt geeignet, besser ist ein Helm mit Kinnschutz. Lehrkräfte, die Inline-Skating unterrichten, sollten über eine entsprechende Aus- und Fortbildung verfügen.

Beim Inline-Skating sind Schüler/innen versichert, wenn dieses im Rahmen des Schulsports, der Pausen, in Projekttagen oder anderen schulischen Veranstaltungen angeboten wird. Bei jeder Veranstaltung, die unter organisatorischer Leitung der Schule steht, sind die Lehrkräfte zur Aufsichtsführung verpflichtet. So auch bei der schulischen Nutzung von Skatebord-Anlagen.

Um die Sicherheit der Benutzer zu erhöhen, werden die Betreiber von Skatebahnen künftig Hinweisschilder anbringen, mit denen von den Benutzern Schutzausrüstung gefordert wird.

Bei der Nutzung der Anlagen als Freizeiteinrichtung haftet der Betreiber bzw. Eigentümer der Anlage und hat die Verkehrssicherungspflicht, d.h. daß Mängel an der Anlage, die ihm zuzurechnen sind, zu einer Haftung führen. Nur bei einem nachgewiesenen Verschulden des Betreibers (konstruktive Mängel, Kontrolle, Wartung), das ursächlich für einen solchen Unfall wäre, kommt eine Haftpflichtentschädigung in Betracht. Im Regelfall ist hierfür eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen. Für Unfälle, die allein durch das hohe sportliche Risiko ausgelöst werden, können keine Leistungen aus der Haftpflichtversicherung erwartet werden.

Heidi Palatinusch

Päd. Mitarbeiterin der Abt. Prävention
des Badischen Gemeindeunfallversicherungsverbandes,
Waldhornplatz 1
76131 Karlsruhe
Tel. 0721 / 60 98 - 297

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