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Max Frisch
 
Lebensdaten
| Werk



* 15. Mai 1911 Zürich

+ 4. April 1991 Zürich (Krebs)

Grabstätte existiert nicht; Trauerfeier in St. Peter, Zürich; Asche wird bei einer Erinnerungsfeier im Tessin in ein Feuer ausgestreut; Gedenktafel: Berzona, Friedhofsmauer

 

  


(Foto: Jack Metzger)
Bildquelle: Wikipedia
  

  
Dramatiker und Erzähler. Pazifist, Gegner sämtlicher Nationalismen. Neben Dürrenmatt der bedeutendste Schweizer Schriftsteller des 20. Jhs.; trug entscheidend dazu bei, dass die deutschsprachige Literatur nach dem 2. Weltkrieg wieder zu internationalem Ansehen kam; Übersetzungen in alle Kultursprachen; viele seiner Werke sind fester Bestandteil der Schullehrpläne.
  Grundthema der Romane: Problem der persönlichen Identität (bürgerlicher Intellektueller) in einer unpersönlichen, konformistischen und uniformen Welt; variierte Einzelthemen: Ehe, Tod, Kunst, Missvergnügen an bürgerl. Lebensverhältnissen. Politische Motive in den Dramen.

   

Jüngstes Kind des Architekten Franz Bruno Frisch (+1932) und seiner Frau Karolina Bettina, geb. Wildermuth (+1966).
 

1942-59

1. Ehe mit Gertrud Constanze von Meyenburg ("Trudy", 1916-2009); 1954 Trennung; 1959 Scheidung; Kinder: Ursula (*1943), Hans Peter (*1944), Charlotte (*1949)

1958-62

Liaison mit Ingeborg Bachmann

1968-79

2. Ehe mit der Romanistik-Studentin Marianne Oellers (*1939); Scheidung

1980-84

Verbindung mit Alice Locke-Carey

1983-91

Verbindung mit Karin Pilliod

 
Auszeichnungen
(Auswahl):

1958

Georg-Büchner-Preis
Literaturpreis der Stadt Zürich

1962

Ehrendoktor der Philipps-Universität Marburg
Großer Kunstpreis der Stadt Düsseldorf

1976

Friedenspreis des deutschen Buchhandels

1980

Ehrendoktor des Bard College, USA

1982

Ehrendoktor der City University of New York

1987

Ehrendoktor der Technischen Universität Berlin

1989

Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf


Wichtige Lebensdaten:

1924-30

Kantonales Realgymnasium Zürich.

1931-33

Studium der Germanistik an der Universität Zürich; aus finanziellen Gründen abgebrochen.

seit 1931

Freier Mitarbeiter u.a. bei der Neuen Zürcher Zeitung.

1932

Tod des Vaters.

1933

Reise durch Ost- und Südosteuropa, finanziert durch veröffentlichte Reiseschilderungen.

1934-1939

Liebesverhältnis mit der Jüdin Käthe Rubensohn; 1936: Nicht angenommener Heiratsantrag.

1935

Erste Reise nach Deutschland.

1936-40

Architekturstudium an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich; Diplom.

1939-45

Militärdienst als Kanonier.

1941

Anstellung als Architekt.

1942

Eigenes Architekturbüro in Zürich (einziger größerer Bau F.s: Freibad Letzigraben).

1946

Reisen ins zerstörte Nachkriegseuropa: Deutschland, Italien, Frankreich.

1947

Reisen nach Prag, Berlin.

1948

Reisen nach Paris, Wien, Prag, Warschau, Breslau. Kontakt mit Brecht in Zürich.

1950

Herbst: Spanienreise.

1951-52

Aufenthalt in den USA und Mexiko (Rockefeller-Stipendium).

1952-58

Liebesverhältnis mit Madeleine Seigner-Besson (verheiratet, 3 Kinder; eins davon ist Frischs letzte Lebensgefährtin Karin Pilliod, die Sabeth aus Homo faber).

1954

Literarischer Durchbruch (Stiller); Trennung von der Familie; freier Schriftsteller; ab jetzt häufiger Wechsel des Wohnsitzes: Männedorf, Rom, Berzona/Tessin, Berlin, New York, Zürich.

1955

Verkauf des Architekturbüros. Besuch bei Brecht in Ostberlin; Begegnung mit Günter Grass in Zürich.

1956

Reise in die USA, nach Mexiko und Kuba.

1957

Reisen nach Griechenland (mit Madeleine) und in die arabischen Staaten.

1958-62

Beziehung zu Ingeborg Bachmann.

1959

Übersiedlung nach Uetikon am See.

1960-65

Wohnsitz in Rom (teilw. zusammen mit Ingeborg Bachmann).

1961

Griechenlandreise mit Ingeborg Bachmann.

1962

Bekanntschaft mit Uwe Johnson. Erste Begegnung mit der 23-jährigen Studentin Marianne Oellers.

1964

Kauf eines Hauses in Berzona im Tessiner Onsernonetal.

1965

Reise nach Israel.

1966

1. Reise in die UdSSR (Moskau, Leningrad, Odessa). Tod der Mutter.

1968

2. Reise in die UdSSR. Bekanntschaft mit Christa Wolf.

1969

Aufenthalt in Japan.

1970

Aufenthalt in den USA.

1971

Winter in New York, Columbia University.

1972

Wohnung in Berlin; Aufenthalt in New York.

1974

Erste Begegnung mit der Amerikanerin Alice Locke-Carey.

1975

Mit der Delegation des deutschen Bundeskanzlers Schmidt in China.

1980-84

Wiederbegegnung mit Alice; Liaison.

1980

Gründung der Max-Frisch-Stiftung.

1981

Kauf eines Lofts in New York. Max-Frisch-Archiv an der ETH Zürich.

1983

Umzug in die Stadelhofer Passage 24 in Zürich (letzte Wohnadresse). Beginn der Beziehung mit der letzten Lebensgefährtin Karin Pilliod (*1935).

1987

Reise nach Moskau.

1991

Tod in der Zürcher Wohnung.


Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung)

Romane

1934

Jürg Reinhart. Eine sommerliche Schicksalsfahrt

1943

J´adore ce qui me brûle oder Die Schwierigen (1957 Neuausg. ohne den ersten Teil "Reinhart")

1954

Stiller

1957

Homo faber. Ein Bericht

1964

Mein Name sei Gantenbein

Erzählungen

1937

Antwort aus der Stille. Eine Erzählung aus den Bergen

1945

Bin oder Die Reise nach Peking

1961

Erzählungen des Ludwig Anatol Stiller

1971

Wilhelm Tell für die Schule

1972

Glück

1974

Dienstbüchlein

1975

Montauk

1978

Der Traum des Apothekers von Locarno. Erzählungen aus dem Tagebuch 1966-1971:

  • Der Goldschmied

  • Der Traum des Apothekers von Locarno

  • Skizze eines Unglücks

  • Glück

  • Statik

1979

Der Mensch erscheint im Holozän

1982

Blaubart

Sammelausgaben Prosa

1961

Ausgewählte Prosa (Suhrkamp)

1980

Erzählende Prosa 1939-1979

Dramen

1947
(1944 e, 1946 a Zürich)

Santa Cruz. Eine Romanze

1946
(1945 e, a Zürich)

Nun singen sie wieder. Versuch eines Requiems

1947
(1946 e, a Zürich)

Die Chinesische Mauer. Eine Farce (2. Fassung: 1955 a Berlin; 3. Fassung [Version für Paris] 1972 a Paris)

1949
(a Zürich; 1948 e)

Als der Krieg zu Ende war (2. Fassung 1962, ohne 3. Akt)

1951 (a Zürich)

Graf Öderland. Ein Spiel in zehn Bildern (2. Fassung 1956 a Frankfurt; 3. endgültige Fassung 1961 a Berlin)

1953
(a Zürich/Berlin; 1952 e)

Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie. Komödie in fünf Akten (2. Fassung 1962)

1958 (a Zürich)

Biedermann und die Brandstifter. Ein Lehrstück ohne Lehre (ab 1973 ohne "Nachspiel")

1958 (a Zürich)

Die große Wut des Philipp Hotz. Sketch

1961 (a Zürich)

Andorra. Stück in zwölf Bildern

1967 (1968 a Zürich)

Biografie: Ein Spiel (2. Fassung 1984)

1978

Triptychon. Drei szenische Bilder (2. Fassung 1980)

Sammelausgaben Stücke

1962

Stücke. Bd. 1 u. Bd. 2 (Suhrkamp)

1965

Stücke (Aufbau)

1972

Stücke 1 (Suhrkamp)

1973

Stücke 2 (Suhrkamp)
Stücke (Reclam Leipzig)

1981

Stücke, 2 Bde. (Volk und Welt)

Hörspiele

1955

Herr Biedermann und die Brandstifter

1960

Rip van Winkle

Tagebücher

1940

Blätter aus dem Brotsack. Tagebuch eines Kanoniers

1947

Tagebuch mit Marion

1950

Tagebuch 1946-1949

1972

Tagebuch 1966-1971

1974

Aus dem Tagebuch und Reden

1983

Die Tagebücher in einem Band

Sonstige Prosa und Reden

1955

Achtung: Die Schweiz. Ein Gespräch über unsere Lage und ein Vorschlag zur Tat

1967

Öffentlichkeit als Partner (Reden; u.a. Büchner-Rede)

1968

Erinnerungen an Brecht

1969

Dramaturgisches. Ein Briefwechsel mit Walter Höllerer

1983

Forderungen des Tages. Porträts, Skizzen, Reden 1943-1982

1989

Schweiz ohne Armee? Ein Palaver

1990

Schweiz als Heimat? Versuche über 50 Jahre

Gesamtausgaben

1976

Gesammelte Werke in zeitlicher Folge, hg. v. Hans Mayer unter Mitwirkung von Walter Schmitz, Frankfurt/M.: Suhrkamp, (6 Bde.; = Taschenbuchausgabe, 12 Bde.)

1986

Gesammelte Werke in zeitlicher Folge, Jubiläumsausgabe, hg. v. Hans Mayer u. Walter Schmitz, Frankfurt/M.: Suhrkamp (7 Bde.)


   

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