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August Wilhelm Iffland
 

Lebensdaten
| Werk


* 19. April 1759 Hannover

+ 22. September 1814 Berlin (Tuberkulose)

Grabstätte: Berlin-Kreuzberg, Friedhof der Jerusalems- und Neuen Kirchengemeinde

 

Lithographie von Johann Stephan Decker 
(um 1825)
Bildquelle: Wikimedia
 

  

Theaterdirektor, Schauspieler, Bühnendichter. Neben Kotzebue meistgespielter Dramatiker seiner Zeit. Seine 65 Stücke bedienen den zeitgenössischen Publikumsgeschmack (bürgerliche Rührstücke, versiert gemachte Familiendramen):  Schwarz-Weiß-Schema von Handlung und Charakterzeichnung, versöhnliches Ende ("Iffländerei", Eichendorff). Ihr Inhalt übt zwar Kritik am moralischen Zustand des Adels, aber nicht am politischen System.

 Einer der größten Charakterdarsteller des 18. Jahrhunderts. In seiner langen Bühnenkarriere spielte er 519 verschiedene Rollen, gab Gastspiele auf allen bedeutenden Bühnen des deutschen Sprachraums. Als Theaterdirektor brachte er die Dramen Schillers, Goethes und Shakespeares (in A. W. Schlegels Übersetzung) auf die Bühne.
 Der von Iffland gestiftete "Iffland-Ring" wird heute noch testamentarisch von dem Träger an den bedeutendsten deutschsprachigen Schauspieler weitergegeben (erster Träger: Ludwig Devrient; aktueller: Bruno Ganz, seit 1996).

      

Sohn des Kanzleiregistrators Johann Rudolf Iffland (1714-1775) und seiner Frau Carolina, geb. Schröder (1725-1779). Soll eigentlich Theologie studieren; seit frühester Jugend aber Leidenschaft fürs Theater; deshalb zunächst Bruch mit den Eltern, später aber Aussöhnung. 

      

1796

Eheschließung mit Luise Margarethe Greuhm (1760-1819; Tochter eines fürstlich Leiningenschen Hofrats); Ehe kinderlos.


 Auszeichnungen:
  

1790

Ehrenbürger der Stadt Saarbrücken

1810

Roter Adlerorden 3. Klasse (erste Ordensverleihung überhaupt an einen Schauspieler)

  


Wichtige Lebensdaten:

1764

Mit fünf Jahren zum ersten Mal im Theater: Gastspiel der Ackermannschen Gesellschaft mit Konrad Ekhof (Molière, Der eingebildete Kranke).

1771

Nach Privatunterricht Besuch des Städtischen Lyceums in Hannover. Schulkamerad von Karl Philipp Moritz. Mitwirkung an Schüleraufführungen.

1775

Privatunterricht in Springe. Dann wieder am Lyceum.

1777

Nach heftigem Disput mit dem Vater heimliche Flucht aus dem Elternhaus; erstes Engagement am Gothaer Hoftheater bei Konrad Ekhof. Erste große Erfolge.

1779

Kurfürst Carl Theodor holt I. an das neu eröffnete Hof- und Nationaltheater nach Mannheim (damals wichtigste deutsche Bühne; Intendant: Freiherr von Dalberg). Ruhm als Schauspieler, Regisseur und Dramatiker. - Tod der Mutter. - Dez.: Zusammentreffen mit Goethe in Mannheim.

1781

Erste literarische Versuche.

1782

13.1.: triumphaler Erfolg als Franz Moor in der Uraufführung von Schillers Räubern. 

1783-85

Enge Zusammenarbeit mit dem als Theaterdichter angestellten Schiller.

1786

Auf Einladung des Fürsten Ludwig v. Nassau-Saarbrücken Gastspiele in Saarbrücken.

1792

Oberregisseur des Mannheimer Nationaltheaters.

1796

Apr.: auf Einladung Goethes in Weimar. Gastspiel in Berlin; Annahme eines Rufes nach Berlin.

1796-1811

Direktor des Königlichen Nationaltheaters am Gendarmenmarkt in Berlin; macht das Theater zu einer der führenden Bühnen in Deutschland.

1807

Ablehnung eines Angebots aus Wien, die Direktion der Wiener Theater zu übernehmen.

1807-1812

Herausgeber des Almanachs fürs Theater.

1808

Gastspiel in Wien. Ablehnung eines erneuten, glänzenden Angebots.

1811-1814

Generalintendant  ("Direktor der königlichen Schauspiele"). - Zunehmende Verschlechterung des Gesundheitszustands.


Werke:
(a = uraufgeführt in)

Dramen

1781 a (Mannheim)

Liebe und Pflicht im Streit (= Albert von Thurneisen; Trauerspiel)

1784 (a Mannheim)

Verbrechen aus Ehrsucht. Ein ernsthaftes Familiengemählde

1785 (a Dürkheim)

Die Jäger. Ein ländliches Sittengemälde

1785 (a Mannheim)

Liebe um Liebe. Ein ländliches Schauspiel

1785 (1784 a Mannheim)

Die Mündel

1787 (1786 a Mannheim)

Bewustseyn

1787

Der Magnetismus

1789

Reue versöhnt

1790

Figaro in Deutschland. Ein Lustspiel
Liussan, Fürst von Garisene. Ein Prolog

1791

Friedrich von Oesterreich. Ein Schauspiel aus der vaterländischenGeschichte
Die Kokarden. Ein Trauerspiel

1792

Der Eichenkranz. Ein Dialog
Frauenstand. Ein Lustspiel
Herbsttag. Lustspiel
Elise von Valberg

1793

Die Hagestolzen. Ein Lustspiel
Die Verbrüderung

1794

Allzu scharf macht schartig
Alte Zeit und neue Zeit

1795

Die Aussteuer
Dienstpflicht
Die Reise nach der Stadt. Ein Lustspiel
Scheinverdienst
Der Vormund

1796

Die Advokaten
Das Vermächtniß

1798 (1795 a Wien)

Der Spieler

1798 (a Berlin)

Der Veteran

1799

Achmet und Zenide
Erinnerung
Die Geflüchteten
Das Gewissen. Ein bürgerliches Trauerspiel
Hausfrieden. Ein Lustspiel
Der Komet. Eine Posse
Leichter Sinn. Ein Lustspiel

1800

Der Fremde. Ein Lustspiel
Der Mann von Wort
Selbstbeherrschung
Vaterfreude. Ein Vorspiel

1801

Die Höhen
Die Künstler

1802

Das Erbtheil des Vaters
Die Familie Lonau. Ein Lustspiel
Das Vaterhaus

1805

Die Hausfreunde

1806

Wohin?

1807

Die Marionetten. Lustspiel
Der Oheim

1808

Die Brautwahl. Lustspiel

1811

Die Einung

1814

Liebe und Wille. Ein ländliches Gespräch in einer Handlung
Friedrichs Todtenfeier. Dramatische Nänie

Schriften

1781-82

Briefe über die Schauspielkunst

1785

Fragmente über Menschendarstellung auf den deutschen Bühnen

1806-11

Almanach für Theater und Theaterfreunde (5 Bde.)

1815

Theorie der Schauspielkunst für ausübende Schauspieler und Kunstfreunde (2 Bde.)

Autobiographie

1798

Meine theatralische Laufbahn

 

Reisebericht

 

1793

Blick in die Schweiz. Eine Reisebeschreibung

Übersetzungen und Bearbeitungen

1807-12

Beiträge für die deutsche Schaubühne. In Übersetzungen und Bearbeitungen ausländischer Schauspieldichter (6 Bde.: Picard, Duval, Goldoni)

Ausgaben

1798-1807

Dramatische Werke, Leipzig: Göschen (17 Bde.)

1814-1819

Theater. Wien: Pichler (24 Bde.)

1827/28

Dramatische Werke, Leipzig (11 Bde.)

1843

Theater. Erste vollständige Ausgabe, Wien: Klang (24 Bde.)

1844

Theatralische Werke in einer Auswahl, Leipzig: Göschen (10 Bde.)


  

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