Autoren | Epochen
    

Wilhelm Lehmann

Lebensdaten
 | Werk



* 4. Mai 1882 Puerto Cabello/Venezuela

+ 17. November 1968 Eckernförde

Grabstätte: Windeby, Friedhof Westerthal
 


   

Bedeutsam vor allem als Lyriker. Zusammen mit seinem Freund Oskar Loerke Vertreter der "naturmagischen Schule".  Daneben Erzähler und Essayist. Die frühe Prosa, anfangs vom literarischen Jugendstil beeinflusst, tendiert später zum Expressionismus ("das am wildesten emporwuchernde, handgreiflichst erzählende Talent unserer Zeit", Pinthus).  Thematik: Suche nach der mythischen Einheit von Mensch und Natur. Literarische Anerkennung erst nach Ende des 2. Weltkriegs. Einfluss auf Langgässer, Eich, Krolow, Huchel.

    

Sohn des Lübecker Kaufmanns und Filialleiters einer deutschen Firma in Venezuela Friedrich Lehmann (1851-1895) und seiner Frau Agathe, geb. Wichmann (1855-1918), einer Hamburger Arzttochter. Wächst zusammen mit zwei Geschwistern unter der Obhut der Mutter, einer ehrgeizigen Frau, die in dem Jungen Versagens- und Schuldgefühle weckt, im damals noch ländlichen Hamburg-Wandsbek auf. Schon früh fasziniert von Pflanzen- und Tierwelt. Studium (Anglistik und Romanistik, später Germanistik; Kurse in Botanik, Philosophie, Indogermanistik) in Tübingen, Straßburg, Berlin, Kiel.
  Lehmanns dichterisches Werk ist apolitisch. Er lehnte die nationalsozialistische Ideologie ab, trat gleichwohl als Beamter wie viele andere früh in die Partei ein.

    

1906-1912

1. Ehe mit Martha Wohlstadt (1867-1947); Scheidung; zwei Söhne

1913

2. Ehe Friederike Riewerts (1889-1975, ehemalige Schülerin); ein Sohn, eine Tochter

Auszeichnungen/Ehrungen:

1923

Kleistpreis (für Weingott; geteilt mit Musil)

1952

Kunstpreis des Landes Schleswig-Holstein

1953

Lessingpreis

1957

Großes Bundesverdienstkreuz

1959

Schillerpreis

1962

Ehrenbürgerschaft von Eckernförde

1963

Kulturpreis der Stadt Kiel


Wichtige Lebensdaten:

1885

Heimkehr der Familie nach Deutschland.

1891

Der Vater kehrt nach Südamerika zurück und stirbt dort 1895.

1900

Studium an der Universität Tübingen (Anglistik, Philosophie, Botanik). Neigung zum Medizinstudium; zum Studienwechsel fehlen die Mittel.

1900-1901

Universität Straßburg.

1901-1902

Universität Berlin. Freundschaft mit Moritz Heimann, dem Lektor des S. Fischer-Verlags, der ihn mit Schriftstellern aus dem Umkreis der Neuen Rundschau bekannt macht: Freundschaft mit Oskar Loerke.

1905

Promotion zum Dr. phil. in Kiel (Dissertation: Das Präfix uz- im Altenglischen) schließt das Studium der Germanistik und Anglistik ab.

1906

Unterricht an einer privaten Knabenschule in Mecklenburg.

1907

Geburt des Sohnes Clemens Achim (stirbt nach sieben Monaten).

1908

Staatsexamen für das höhere Lehramt. - Geburt des Sohnes Berthold.

1908-1909

Lehrer in Kiel.

1909-12

Lehrer am Lyzeum in Neumünster.

1912-17

Lehrer an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen.

1917

Geburt des Sohnes Peter.

1917-18

Als Landsturmmann einberufen; erschütternde Erfahrungen an der Westfront.

1918-19

Desertion; englische Gefangenschaft.

1919

Rückkehr aus der Gefangenschaft.

1919-23

Lehrer im Landschulheim am Solling bei Holzminden.

1923-47

Übernahme in den staatlichen Schuldienst: Studienrat für Deutsch und Englisch an der Realschule in Eckernförde.

1925

Reise nach Italien.

1927

Geburt der Tochter Agathe Caroline.

1929

Reise nach Dalmatien.

1931

Reise nach Irland.

1931/1932

Reisen in die Schweiz.

1933

Reise nach England. Eintritt in die NSDAP.

1933-1934

Netzhautablösung führt zur Erblindung des rechten Auges.

1935

Veröffentlichung der ersten Gedichtsammlung im Verlag des Nationalbolschewisten Ernst Niekisch; L. fällt beim Regime in Ungnade.

1936/1937

Kurze Reisen nach Dänemark.

1959

Gast der Villa Massimo in Rom.

1964

Vortragsreise in England.

1966

Vortragsreise in der Schweiz.


Werke:
(e = entstanden)

Romane

1917

Der Bilderstürmer

1918

Die Schmetterlingspuppe

1921

Weingott

1953
(1929-31 e)

Ruhm des Daseins (= Der Provinzlärm)

1962
(1925-27 e)

Der Überläufer

Erzählungen

1912

Cardenio und Celinde

1918

Maleen

1922

Vogelfreier Josef

1923

Der Sturz auf die Erde

1924

Der bedrängte Seraph

1928

Böse Idylle

1928

Verführerin, Trösterin

1934

Die Hochzeit der Aufrührer

1938

Die Aufführung

1939

Der Abgesang

1942

Die Kastanien
Die Kleinbahn

1947

Verführerin, Trösterin und andere Erzählungen

  • Verführerin, Trösterin (1928)

  • Die Aufführung (1938)

  • Der Abgesang (1939)

  • Die Kastanien (1942)

  • Die Kleinbahn (1942)

  • Die Hochzeit der Aufrührer (1934)

1948

Das Gelächter

1949

Der stumme Laufjunge

1956

Der stumme Laufjunge. Vier Erzählungen

  • Der Abgesang (1939)

  • Die Aufführung (1938)

  • Die Kastanien (1942)

  • Der stumme Laufjunge (1949)

Lyrik

1935

Antwort des Schweigens. Gedichte

1936

Gedichte

1942

Der grüne Gott. Ein Versbuch

1946

Entzückter Staub (Sammlung)

1950

Noch nicht genug. Gedichte

1954

Überlebender Tag. Gedichte aus den Jahren 1951-1954

1957

Meine Gedichtbücher

1962

Abschiedslust (Sammlung)

1967

Sichtbare Zeit (Sammlung)

Autobiographische Schrift

1952

Mühe des Anfangs. Biographische Aufzeichnung

Essays

1947

Bewegliche Ordnung. Aufsätze (veränd. Neuauflage 1956)

1948

Bukolisches Tagebuch aus den Jahren 1927 bis 1930 (Beiträge in Ehm Welks "Die grüne Post")

1954

Dichterische Grundsituation und notwendige Besonderheit des Gedichts

1956

Dichtung als Dasein. Poetologische und kritische Schriften

1959

Erfahrungen mit Gedichten

1961

Kunst des Gedichts

  
Übersetzungen

 

1925

Rudyard Kipling: Kleine Geschichten aus den Bergen

1926

Rudyard Kipling: In Schwarz und Weiß. Novellen (Mitübers.)

1934

Rudyard Kipling: Drei Soldaten

Werkausgaben

1962

Sämtliche Werke, Gütersloh: Mohn (3 Bde.)

1982-2009

Gesammelte Werke, hg. v. Agathe Weigel-Lehmann u.a., Stuttgart: Klett-Cotta (8 Bde.)


      

Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft

     

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