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Friedrich Schiller
 
vollst.: Johann Christoph Friedrich Schiller; seit 1802 "von" Schiller
 
Lebensdaten | Werk


* 10. November 1759 Marbach am Neckar

+ 9. Mai 1805 Weimar (chronische Lungen- und Bauchfellentzündung)

Bestattung: Weimar, Sammelgrab im Kassengewölbe auf dem Jakobskirchhof; 1826 Exhumierung des vermeintl. Schiller-Schädels und der übrigen Gebeine (Aufbewahrung des Schädels vorübergehend in der Anna-Amalia-Bibliothek und auf Goethes Schreibtisch); 1827 Überführung in die Fürstengruft auf dem "Neuen Friedhof" vor dem Frauentor. Seit Mai 2008 steht fest, dass es sich nicht um Schillers Schädel bzw. Gebeine handelt.

 

 
Nach einem Gemälde von
Johann Friedrich August Tischbein (1805)
 

 
Dramatiker, Lyriker, Erzähler, Historiker, Philosoph, Journalist, Redakteur, Übersetzer, Herausgeber. Zusammen mit Goethe Inbegriff der Weimarer Klassik.
   In den frühen Sturm und Drang-Dramen Anklage gegen entleerte Konventionen einer unmenschlichen Adelsschicht; Sch. stellt neben die intrigante Welt der Politik einen neuen Idealismus des Gefühls (Kabale und Liebe). Dualistisches Welt- und Menschenbild (moralische Selbstbestimmung einerseits und Versklavung durch die Sinnenwelt andererseits). Zeitlebens pädagogischer Impuls: Kunst hat ihre vornehmste Aufgabe in der Förderung der Humanität, im Bekenntnis zur Freiheit des Menschen und im Bemühen um Verwirklichung der Ideale; Humanität ist nicht Besitz, sondern Ziel eines immerwährenden Bemühens.
  Schon im 19. Jh. überschwenglich gefeiert und maßlos getadelt (Nietzsche: "Moraltrompeter von Säckingen"). Verwirrende Fülle der oft sich widersprechenden Deutungen der Person und des Werks (Goethe: "letzter Edelmann"; Plebejer und Volkstribun; Kantianer; Denker, dessen Dialektik bereits auf Hegel vorausdeutet; Repräsentant des "Gültigen"; revolutionärer Schriftsteller; idealistischer Klassiker; Vorromantiker; Aufklärer; Vorläufer eines humanistischen Sozialismus): "Das Große und Vielfältige seiner Person entzieht sich den vereinfachenden Formeln" (Koopmann).
  Ausstrahlung weit über Deutschland hinaus (einer der größten Verehrer: Dostojewski).

     
Zweites Kind des Wundarztes und späteren Werbeoffiziers Johann Caspar Schiller (1723-1796) und seiner Frau, der Wirtstochter Elisabetha Dorothea Schiller, geb. Kodweiss (1732-1802). Fünf Schwestern: Lieblingsschwester Christophine (1757-1847), Luise Dorothea Katharina (1766-1836), Maria Charlotte (1768-1774), Beate Friederike (*+1773), Caroline Christiane ("Nanette", 1777-1796).
   Aus bescheidenen Verhältnissen; von den pietistischen Eltern dazu bestimmt, in den württembergischen Kirchendienst einzutreten, muss der 13-Jährige auf Befehl des württembergischen Herzogs Carl Eugen durch den Eintritt in die Militärakademie auf der Solitude diesen Lebensplan ändern. Die ersten Werke entstehen in Auflehnung gegen das strenge Regiment an der herzoglichen "Pflanzschule".

  

1790

Heirat mit Charlotte von Lengefeld (1766-1826); Kinder: Karl Ludwig Friedrich (1793-1857), Ernst Friedrich Wilhelm (1796-1841), Karoline Luise Friederike (1799-1850), Emilie Henriette Luise (1804-1872)

Ehrungen:

1792

Okt.: Ehrenbürger der französischen Republik

1802

Erhebung in den Adelsstand


Wichtige Lebensdaten:

1763

Übersiedlung der Familie nach Lorch, wo der Vater eine Anstellung als Werbeoffizier bekommt.

1764-66

Elementarunterricht bei Pfarrer Moser in Lorch.

1766

Übersiedlung der Familie nach Ludwigsburg.

1767

Lateinschule in Ludwigsburg; Sch. soll später Geistlicher werden.

1773

Auf Geheiß des Herzogs Carl Eugen von Württemberg Eintritt in die "Militär-Pflanzschule" (der späteren Hohen Karlsschule) auf der Solitude bei Stuttgart (1770 für Kinder unbemittelter Eltern gegründet); innere Auflehnung gegen den militärischen Zwang; heimliche Lektüre Lessings, Klopstocks und der Sturm-und-Drang-Dramen.

1774

Entschluss zum Jurastudium.

1775

Verlegung der Militärakademie nach Stuttgart; Abbruch des Jurastudiums; stattdessen Medizinstudium.

1776

Lektüre Shakespeares, Rousseaus, Youngs, Ossians.

1779

Ablehnung der Dissertation (Philosophia Physiologiae).

1780

Die 2. Dissertation (Versuch über den Zusammenhang der tierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen) wird angenommen und gedruckt. Entlassung aus der Hohen Karlsschule; Regimentsmedikus in Stuttgart.

1781

Die Räuber erscheinen anonym und mit fingiertem Druckort.

1782

Sch. reist ohne Erlaubnis mit seinem Freund Petersen zur Uraufführung der Räuber nach Mannheim (13.1.); wird nach einer zweiten Reise (25.5.) vom Herzog mit 14 Tagen Arrest bestraft; Verbot des "Komödienschreibens". Am 22.9. zusammen mit Andreas Streicher Flucht nach Mannheim. Weiterreise über Darmstadt, Frankfurt, Mainz, Worms nach Oggersheim (Gasthof). 31.10.: Sch. wird aus der Regimentsliste gestrichen; 30.11.: Auf Einladung seiner Gönnerin Henriette von Wolzogen Reise auf ihr Gut in Bauerbach (Thüringen); lebt dort als "Dr. Ritter"; einziger näherer Umgang der Meininger Bibliothekar Reinwald; vergebliche Werbung um Charlotte, die Tochter des Hauses.

1783

Abreise aus Bauerbach; Engagement als Theaterdichter in Mannheim.

1784

Bekanntschaft mit Charlotte von Kalb; Vertrag als Theaterdichter läuft aus. Finanzielle Notlage.

1785

Zeitschrift Rheinische Thalia (späterer Titel Thalia, 1792 Neue Thalia); ab April: als Gast Christian Gottfried Körners in Gohlis bei Leipzig und Dresden (bis Juli 1787).

1786

Historische Studien.

1787

Ab Juli: Aufenthalt in Weimar; Verkehr mit Charlotte von Kalb, Wieland, Herder; November: Besuch in Meiningen bei seiner Schwester Christophine (inzwischen verheiratet mit Reinwald) und Henriette von Wolzogen. In Rudolstadt Aufenthalt bei der Familie von Lengefeld.

1788

Februar: Beginn des Briefwechsels mit Charlotte von Lengefeld; ab Mai in Volkstädt bei Rudolstadt; häufige Besuche bei der Familie von Lengefeld; Aug.: Umzug nach Rudolstadt; 7. September: in Rudolstadt erste Begegnung mit Goethe; Nov.: Rückkehr nach Weimar.

1789

Jan.: Ernennung zum Professor in Jena (auf Goethes Vorschlag; unbesoldet); Antrittsvorlesung: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Mai: Übersiedlung nach Jena; Antrittsvorlesung am 26.5.; Aug.: Charlotte von Lengefeld gibt schriftlich ihr Ja-Wort; Begegnung mit Wilhelm von Humboldt.

1790

Jan.: Jahresgehalt von 200 Talern, Titel "Hofrat". 22.2.: Heirat in Wenigenjena. Okt.: Begegnung mit Novalis; 31.10.: Besuch Goethes, Gespräch über Kants Philosophie.

1791

Jan.: schwere Erkrankung in Erfurt; Beurlaubung; Kant-Studium; Mai: erneute Erkrankung, Gerüchte um Schillers Tod. Juli - Aug.: Kur in Karlsbad. Gewährung einer dreijährigen Pension von jährlich 1000 Talern durch Erbprinz Friedrich Christian von Holstein-Augustenburg und Graf Ernst von Schimmelmann befreit Sch. von finanziellen Sorgen.

1792

Reise nach Leipzig und Dresden (Körner); Bekanntschaft mit Friedrich Schlegel; Verleihung des französischen Bürgerrechts durch die französische Nationalversammlung.

1793

Aug.: Besuch bei den Eltern; Heilbronn, Ludwigsburg; Sept.: Begegnung mit Hölderlin.

1794

Stuttgart, Tübingen (Cotta); Bekanntschaft mit Fichte;  Mai: Rückreise nach Jena; Vorbereitung der Horen. 20. Juli: Gespräch mit Goethe über die Urpflanze auf der Tagung der Naturforschenden Gesellschaft in Jena: Beginn der Freundschaft; Sept.: Einladung nach Weimar.

1795

Jan.: Die erste Nummer der Horen erscheint; Feb.: Ablehnung eines Rufs an die Universität Tübingen; April: Goethe in Jena; Juni: Bruch mit Fichte; Dezember: Herausgabe des Musenalmanachs (erscheint bis 1800).

1796

Goethe (Arbeit an den Xenien), Schelling, Jean Paul, Wilhelm v. Humboldt bei Schiller; Sept.: Tod des Vaters.

1797

Mai: Einzug in das neugekaufte Gartenhaus in Jena.

1799

Sept.: Erhöhung des Gehalts auf 400 Taler; 3. Dez.: Umzug nach Weimar (Windischengasse).

1800

Feb.: Nervenfieber.

1802

Entschluss zum dauernden Aufenthalt in Weimar; April: Bezug des Hauses an der Esplanade und Tod der Mutter; Sept.: vom Kaiser geadelt; 16.11.: Adelsdiplom.

1803

Dez.: Tod Herders; von Dez. - Febr. 1804 Mme. von Staël in Weimar.

1804

April - Mai: Reise nach Berlin, Audienz bei Königin Luise; Juni: Erhöhung des Gehalts auf 800 Taler.

1805

8. Feb.: Erkrankung; 29. April: letzte Begegnung mit Goethe (Theaterbesuch); 1. Mai: erneute Erkrankung; 5. Mai: akute Lungenentzündung.


Werke:
(e = entstanden; a = Uraufführung in; Z = Zeitschriftenveröffentlichung)

Dramen

1781
(ab 1777 e; 1782 a Mannheim)

Die Räuber. Ein Schauspiel (anonym)

  • 1782 Die Räuber. Neue für die Mannheimer Bühne verbesserte Auflage

  • 1782 Die Räuber. Ein Schauspiel in fünf Akten (verb. Neuaufl.)

1783
(1782 e; 1783 a Bonn)

Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel

1784
(1782 e; 1784 a Mannheim)

Kabale und Liebe. Ein bürgerliches Trauerspiel in fünf Aufzügen

1787
(ab 1783 e; 1787 a Hamburg

Dom Karlos, Infant von Spanien

  • 1785 1. Akt; 1786-87 II-III, 9 (Thalia-Fassung)

  • 1801 überab. gek. Fassung (1802 a Weimar)

1790 (ab 1786 e)

Der versöhnte Menschenfeind. Einige Szenen (Frgm.)

1862 (1787 e)

Körners Vormittag (u.d.T. Ich habe mich rasieren lassen)

1800 (1796-99 e)

Wallenstein. Ein dramatisches Gedicht

  • Wallensteins Lager (1798 a Weimar)

  • Die Piccolomini (1799 a Weimar)

  • Wallensteins Tod (1799 a Weimar)

1801
(1799-1800 e; 1800 a Weimar)

Maria Stuart. Ein Trauerspiel

1801
(1800-01 e; 1801 a Leipzig)

Die Jungfrau von Orleans. Eine romantische Tragödie

1803
(1802-03 e; 1803 a Weimar)

Die Braut von Messina oder Die feindlichen Brüder. Ein Trauerspiel mit Chören

1804
(1803-04 e; 1804 a Weimar)

Wilhelm Tell. Schauspiel

1805
(1804 a Weimar)

Die Huldigung der Künste. Ein lyrisches Spiel

1815
(ab 1804 e; 1857 a Weimar)

Demetrius (Frgm.)

Lyr. Gedichte/Balladen/Epigramme

1781

Der Venuswagen (anonym)

1786

Resignation (1784 e)
An die Freude. Ein Rundgesang für freye Männer (1785 e)

1788

Der Kampf (1782 e); Die Götter Griechenlands

1789

Die Künstler

1795

Die Ideale; Der Abend; Würde der Frauen; Das Ideal und das Leben; Der Genius (u.d.T. Natur und Schule); Das verschleierte Bildnis zu Sais; Der Spaziergang

1796 (ab 1795 e)

Xenien (413 Epigramme im Musen-Almanach für das Jahr 1797; zus. m. Goethe)

1796 (ab 1795 e)

Tabulae votivae (103 Epigramme; im Musen-Almanach für das Jahr 1797; zus. m. Goethe)

1797

Der Taucher; Der Handschuh; Der Ring des Polykrates; Ritter Toggenburg; Die Kraniche des Ibykus; Der Gang nach dem Eisenhammer; Reiterlied; Aus dem Wallenstein

1798

Das Glück; Der Kampf mit dem Drachen; Die Bürgschaft; Das eleusische Fest (u.d.T. Bürgerlied)

1799

Das Lied von der Glocke

1800

Nänie

1801

Das Mädchen von Orleans; Hero und Leander

1803

Der Graf von Habsburg

Gedichtsammlungen

1782

Anthologie auf das Jahr 1782 (anonym)

1800 / 1803

Gedichte (2 Bde.)

Erzählungen

1782

Eine großmütige Handlung aus der neuesten Geschichte

1786

Der Verbrecher aus verlorener Ehre (urspr.: Verbrecher aus Infamie, eine wahre Geschichte)

1788

Herzog von Alba bei einem Frühstück auf dem Schlosse zu Rudolstadt im Jahr 1547

1789 (1788 e)

Spiel des Schicksals. Ein Bruchstück aus einer wahren Geschichte (anonym)

1787-89 Z
1789

Der Geisterseher. Aus den Memoires des Grafen von O** (Frgm.; verb. Aufl. 1792 u. 1798)

Übersetzungen - Bearbeitungen

1780/92

aus Vergil, Aeneis: Der Sturm auf dem Tyrrhener Meer (1780); Die Zerstörung von Troja (1792); Dido (1792)

1785

aus Diderot, Jacques, der Fatalist: Merkwürdiges Beispiel einer weiblichen Rache 

1789 (1788 e)

Euripides: Iphigenie in Aulis; Die Phönizierinnen (Frgm.)

1801
(1800 e, a Weimar)

Shakespeare: Macbeth

1802 (a Weimar)

Gozzi: Turandot, Prinzessin von China

1805 (a Weimar)

Racine: Phädra

1806
(1803 e; a Weimar)

Picard: Der Parasit
Picard: Der Neffe als Onkel

Historische Schriften (Auswahl)

1788

Geschichte des Abfalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung

1789

Was heißt und zu welchem Ende studiert man Universalgeschichte? Eine akademische Antrittsrede (Antrittsvorlesung)

1791/92

Geschichte des dreyßigjährigen Krieges (2 Bde.)

1797 e

Denkwürdigkeiten aus dem Leben des Marschalls von Vieilleville

Philosophische und ästhetische Schriften (Auswahl)

1780

Versuch über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen (Dissertation)

1782

Über das gegenwärtige teutsche Theater

1785 (1784 e)

Was kann eine gute stehende Schaubühne eigentlich wirken? (= Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet, 1802)

1786

Philosophische Briefe

1792 (1790-91 e)

Über den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen

1792 (1791 e)

Über die tragische Kunst

1793

Vom Erhabenen

1793

Über Anmut und Würde

1795

Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen (überarb. 1801)

1795/96

Über naive und sentimentalische Dichtung

  • Über das Naive (1795)

  • Die sentimentalischen Dichter (1795)

  • Beschluß der Abhandlung über naive und sentimentalische Dichter, nebst einigen Bemerkungen einen charakteristischen Unterschied unter den Menschen betreffend (1796)

1801

Über das Erhabene

1827 (1797 e)

Über epische und dramatische Dichtung (zus. m. Goethe)

1847 (1793 e)

Kallias oder Über die Schönheit (Kallias-Briefe)

Sammlung der Schriften

1792

Kleinere prosaische Schriften. Erster Theil

  • Die Sendung Moses

  • Was heißt und zu welchem Ende studirt man Universalgeschichte? Eine akademische Antrittsrede (1789)

  • Philosophische Briefe (1786)

  • Briefe über Don Karlos

  • Spiel des Schicksals (1789)

  • Verbrecher aus verlorener Ehre (1786)

  • Etwas über die erste Menschengesellschaft

  • Ueber Völkerwanderung, Kreuzzüge und Mittelalter

1800

Kleinere prosaische Schriften. Zweiter Theil

  • Ueber naive und sentimentalische Dichtung (1795/96)

  • Ueber Anmuth und Würde (1793)

  • Ueber die Grenzen des Gebrauchs schöner Formen (1795)

1801

Kleinere prosaische Schriften. Dritter Theil

  • Ueber das Erhabene

  • Ueber die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen (1795)

  • Ueber das Pathetische

1802

Kleinere prosaische Schriften. Vierter Theil

  • Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet (1785)

  • Zerstreute Betrachtungen über verschiedne ästhetische Gegenstände

  • Uber den Grund des Vergnügens an tragischen Gegenständen (1792)

  • An den Herausgeber der Propyläen

  • Ueber Bürgers Gedichte (1791)

  • Ueber den Garten-Calender des Jahres 1795

  • Ueber Egmont, Trauerspiel von Goethe (1788)

  • Ueber Matthisons Gedichte

  • Gedanken über den Gebrauch des Gemeinen und Niedrigen in der Kunst

  • Der Menschenfeind, ein dramatisches Fragment (1790)

Werkausgaben

1812-15

Sämmtliche Werke, Stuttgart/Tübingen: Cotta (12 Bde.; verb. 1835; Nachlese 1840-41)

1867-76

Sämmtliche Schriften. Hist.-krit. Ausgabe, hg. v. Karl Goedeke, Stuttgart: Cotta (17 Bde.)

1895

Werke. Krit. durchges. Ausgabe, hg. v. Ludwig Bellermann, Leipzig/Wien: Bibliogr. Institut (14 Bde.)

1943ff.

Werke. Nationalausgabe, hg. v. J. Petersen u. G. Fricke, Weimar: Böhlau (44 Bde.)

2004

Sämtliche Werke, hg. v. Peter-André Alt u.a., München/Wien: Hanser (5 Bde.)

2005

Sämtliche Werke,  hg. v. Hans-Günther Thalheim u.a., Berlin: Aufbau (10 Bde., "Berliner Ausgabe")

          


         

Resignation
Auch ich war in Arkadien geboren,
Auch mir hat die Natur
An meiner Wiege Freude zugeschworen,
Auch ich war in Arkadien geboren,
Doch Tränen gab der kurze Lenz mir nur.
Des Lebens Mai blüht einmal und nicht wieder,
Mir hat er abgeblüht.
Der stille Gott - o weinet, meine Brüder -
Der stille Gott taucht meine Fackel nieder,
Und die Erscheinung flieht. [...]

Nänie

Auch das Schöne muß sterben! Das Menschen und Götter bezwinget,

      Nicht die eherne Brust rührt es des stygischen Zeus.

Einmal nur erweichte die Liebe den Schattenbeherrscher,

      Und an der Schwelle noch, streng, rief er zurück sein Geschenk.

Nicht stillt Aphrodite dem schönen Knaben die Wunde,

      Die in den zierlichen Leib grausam der Eber geritzt.

Nicht errettet den göttlichen Held die unsterbliche Mutter,

      Wann er, am skäischen Tor fallend, sein Schicksal erfüllt.

Aber sie steigt aus dem Meer mit allen Töchtern des Nereus,

      Und die Klage hebt an um den verherrlichten Sohn.

Siehe! Da weinen die Götter, es weinen die Göttinnen alle,

      Daß das Schöne vergeht, daß das Vollkommene stirbt.

Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten, ist herrlich,

      Denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.


    

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