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Über diese Begegnung schrieben die beiden Schülerinnen Sarah und Charlotte aus der 6b den folgenden Bericht:
"Am 22. Oktober 2007 besuchte der Märchenerzähler Dirk Nowakowski unsere beiden Klassen, die 6b und die 6c, in der dritten und vierten Stunde. Zunächst dachten wir: „Ein Märchenerzähler? Das wird bestimmt langweilig, wenn jemand nur vor uns sitzt und etwas aus einem Buch vorliest.“
Wir waren sehr erstaunt, als wir sahen, dass Herr Nowakowski kein Buch dabei hatte. Überrascht, zugleich aber auch erwartungsvoll, setzten wir uns in die Stuhlreihen in Raum 11.
Als der Märchenerzähler sich vorstellte, wurde uns klar, dass es sehr interessant werden würde. Nachdem wir die erste Geschichte gehört hatten, wussten wir schon, dass auch die anderen Geschichten schön sein würden, da Herr Nowakowski diese lebhaft, glaubwürdig und realistisch gestaltete. Besonders schön fanden wir die Gestik sowie das Verstellen der Stimme. Toll war auch, dass seine Geschichten aus verschiedenen Teilen der Erde stammten und somit nicht so eintönig waren.
Eine seiner Geschichten haben wir zu unserer Lieblingsgeschichte gewählt, nämlich die Geschichte „Wie der Mann zu seinem Bart kam“.
Und diese wollen wir euch nacherzählen:
'Es waren einmal Magen, Herz und Bart. Diese lebten in einer WG. Sie teilten sich die Arbeit, um die WG zu organisieren. Doch eines Morgens war der Kühlschrank leer, obwohl das Herz am Abend zuvor erst eingekauft hatte. So war es auch an den folgenden Tagen.
So beschloss das Herz, sich nachts auf die Lauer zu legen.
Und es sah den Magen, wie er zum Kühlschrank schlich und sich mit allen Sachen voll stopfte. Das Herz war empört und holte den Bart. Zusammen beschlossen sie den Magen zur Rede zu stellen. Doch der Magen bemerkte sie und flüchtete die Treppe runter, durch die Wohnungstür, durch das Treppenhaus auf die Straße und den Gehsteig entlang.
Doch da tauchte ein Mann vor dem Magen auf, der gerade gähnte.
Der Magen überlegte nicht lange und sprang in den Mund des Mannes.
Er rutschte bis zum Bauchnabel und blieb dort stecken. Das Herz sprang hinterher und blieb auf halber Strecke stecken. Der Bart wollte ebenfalls hinterher, doch da schloss der Mann den Mund und so klatschte der Bart unter die Nase und blieb hängen.
Und von nun an hatte der Mann einen Bart - und das ist bis heute so.'
Es war ein großes Glück, dass da keine Frau lief. Wir hoffen, euch gefällt unsere Lieblingsgeschichte von Herrn Nowakowski genau so gut wie uns."
Sarah und Charlotte, 6b
Für Dirk Nowakowski „ist das Erzählen ein Gespräch,
eine Unterhaltung und eine Reise mit den Zuhörern zu inneren Bildern, und so
wahr wie diese Bilder sind, so wahr sind auch die Märchen, die ich erzähle."
Die meisten seiner Geschichten beruhen auf Mythen und Märchen fremder Völker. Und beim Erzählen wurde schnell deutlich, dass Nowakowski im Mannheimer Völkerkundemuseum gearbeitet hat, denn er erzählt sie spannend und informativ zugleich, und immer mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.