Variation 12

Untersuchungen von Christiane Wagner


Inhalt

Charakter der Variation

Idee der Variation

Harmoniefolge

Verlaufsbeschreibung

Vergleich mit dem Thema

Stellung im Zyklus


Charakter der Variation

Aufgrund des Tempos, „Un poco piu moto", das sich auf die Tempoangabe der vorausgegangenen Variation, "Allegretto" bezieht, und der gleichmäßigen Achtelbewegungen, die das Stück deutlich charakterisieren, ist diese Variation sehr fließend.

Zurück zu Inhalt


Idee der Variation

Die Idee der Variation sind die gleichmäßigen Achtelbewegungen, die sich durch das ganze Stück ziehen und somit auch dessen Charakter mitbestimmen. In diesen Achtelbewegungen wird der Grundton vom Leitton ausgehend meist mehrstimmig in Parallel- und Gegenbewegung umspielt.
[Image]

Zurück zu Inhalt


Harmoniefolge im Vergleich zum Thema

Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Thema T D7 D7,(D7) S,(D7) S,DD7 D,DD7 D,(D7) Tp, Kadenz zur D
VarXII T D7 D7,(Dv) S,(D9b) S,DD7 D,(D9) Tp,(D7) Tp,Kadenz zur D

Takt 17-20 21-23 24 25 26 27 28 29-32
Thema D7 T, (D7)zur S T(D7) S,(D7) S,DD7 D,DD7 D,D7 T, Kadenz zur T
VarXII D (D7)->S (D7),s S (D7),S DDv T,Kadenz zur T

Vergleich zwischen Variation und Thema:

Es ist zu sehen, daß auch die Harmonik Ähnlichkeit zu der des Themas hat. Nach dem Beginn auf der Tonika folgt die Dominante, dann die dominantischen Spannungsakkorde mit ihrer Auflösung bis zur Tp in Takt 13 und dem Halbschluß in Takt 16. Im zweiten Teil entsprechen sich ebenfalls die dominantischen bzw. subdominantischen Stellen. Außerdem folgt jeweils ab Takt 29 die Tonika.

Zurück zu Inhalt


Verlaufsbeschreibung

Die Variation teilt sich in zwei Teile: 1x 16 Takte und 1x 32 Takte, die eigentlich aus 16 Takten und deren ausgeschriebenen Wiederholung bestehen. Diese zwei Teile sind durch eine Viertelpause in Takt 16 auf Zählzeit 2 getrennt.

Die Variation beginnt in der linken Hand in Takt 1 mit Auftakt auf dem Leitton zur Tonika mit dem Motiv der Variation. Die rechte Hand setzt erst in Takt 2 mit Auftakt mit dem Motiv der Variation ein, das hier zweistimmig parallel geführt wird. Zu Beginn spielen beide Hände parallel, dann gegenläufig bis sie sich schließlich überkreuzen. Diese Parallel- und Gegenbewegungen wechseln sich das ganze Stück durch ab.

Außerdem ist es bis auf einige Störungen, d. h. Veränderungen des durchgehenden Rhythmus in einzelnen Stimmen homophon und homorhythmisch. Es ist meistens dreistimmig.

In der ganzen Variation werden häufig einzelne Motive ohne Transposition, abwechselnd von linker und rechter Hand wiederholt gespielt. Bsp.:

Störungen der gleichmäßigen Bewegungen befinden in Takt 9 m. A. durch die Viertelnoten in der linken Hand (bis Takt 14) und in Takt 25 m. A. aufgrund der über drei Schläge ausgehaltenen vierstimmigen Akkorde in der rechten Hand (bis Takt 29).
[Image]

Die Spannungsakkorde in Takt 9 m. A. bestehen aus dem Motiv aus dem „Schusterfleck" kombiniert mit einer Variante des Motivs der Variation. Dies bedeutet eine Ähnlichkeit zum Thema. An den Schnittstellen des Themas befinden sich in dieser Variation ebenfalls Stukturwechsel durch das Aufheben der homorhythmischen Bewegungen. So wird in der „Alt"-Stimme in Takt 5 eine punktierte Viertelnote gegen die in den übrigen Stimmen immer noch vorhandenen Achtelbewegungen gespielt. Ab Takt 9 folgen in mehreren Stimmen Viertel- bzw. halbe Noten. Besonders auffällig ist der Verlauf ab Takt 25 mit Auftakt. Hier weicht die rechte Hand vollständig vom bisherigen Verlauf ab: Sie spielt 4 Takte lang ausgehaltene Akkorde über jeweils 6 Taktschläge. Zusammen mit der Bewegung der linken Hand beinhalten sie wiederum Spannungsakkorde, wie sie auch im Thema an dieser Stelle vorhanden sind.

Außerdem sind der ¾-Takt und die Periodizität durch den fließenden Charakter, der deutliche Strukturierungen verschleiert, nicht mehr genau zu erkennen.

Die Dynamik ähnelt teilweise der des Themas. So beginnt die Variation im piano, der erste Teil endet ebenfalls im piano. In Takt 9 m. A. steht im Gegensatz zum Thema nur ein crescendo, ebenso in Takt 25 m. A. Hier führt es jedoch bis zum forte und wechselt in Takt 29 mit einem fp schlagartig ins piano zurück, auf dem die Variation schließlich auch endet (die Takte 33 m. A. bis 48 gleichen den Takten 17 m. A. bis 33).

Zurück zu Inhalt


Vergleich mit dem Thema

siehe Verlauf

Zurück zu Inhalt


Stellung im Zyklus

Zur Stellung im Zyklus wäre zu sagen, Daß die Variation Gemeinsamkeiten mit Var. XI hat.

So ist das Anfangsmotiv der Triole ähnlich. Die Tempoangaben beziehen sich aufeinander. Der erste Teil wird bei beiden Variationen nicht wiederholt.

Zu Var. XIII steht Var. XII in starkem Kontrast, aufgrund deren Tempoangabe „Vivace", dem forte und des „zerhackten" Charakters durch die Punktierungen und Pausen.

Das Ostinato ab Takt 24 ist vergleichbar mit Var. III, Takt 20 und Variation XXV.

Zurück zu Inhalt