Variation XIII
Untersuchungen von Daniel Wolfschläger
Auffallend an dieser Variation - das durch Pausen zerhackte Gebilde.
Beethoven´s Idee ist das Motiv des verzierten Auftaktes im Thema, welches hier in veränderter Form auftritt (ohne Vorschlag und Leitton) und auf reduzierte Weise, durch Pausen getrennt, gleichsam echohaft wiederholt wird :
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Inhalt
Harmoniefolge
Var.XIII
| Takt | 1-4 | 5-7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13-16 |
| Thema | T | D7 | D7,(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,(D7) | Tp, Kadenz zur D |
| VarXIII | Tp | D | D | Tp | (D) | Tp | (D7) | DD7...Halbschluß |
| Takt | 17-20 | 21-23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29-32 |
| Thema | D7 | T,(D7)zurS | T(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,D7 | T, Kadenz zur T |
| VarXIII | SS | (D7),Dv | (D7),Dv | S,(D7) | S,(Dv) | Dp,DDv | D | T...Ganzschluß |
Der Umfang entspricht ebenfalls, von der Länge des Stücks her gesehen, dem des Themas (also zwei mal 16 Takte, die wiederholt werden).
Die Var. beginnt mit ihrem , oben zuerst genannten, Auftaktmotiv und wird zwei Takte später (durch Pausen getrennt) reduziert wiederaufgegriffen. Hierbei stehen diese im Kontrast. Während das Motiv zuerst vollgriffig und in forte gespielt wird, bleiben im folgenden nur noch Teile des Akkords, die Grundsubstanz , übrig. Dieses besteht nur noch aus Vierteln und ist in enger Lage. Dem zweiten Motiv wird sozusagen ein Echocharakter im piano zugeordnet. Modellhaft wird T. 1-4 in T. 5-8 transponiert wiederholt.
Ab Takt 9 beschleunigt sich nun der Harmoniewechsel (, d.h. H.w. auf jeden Takt mit Auftakt). Beethoven verwendet von T. 9-12 das reduzierte Echomotiv und hält das Ganze im piano. In den Takten 13-16 findet man zwar keine erneute Beschleunigung des Harmoniewechsels, jedoch erreicht Beethoven eine weitere Steigerung durch ein Crescendo von piano zu forte gegen Takt 16 und vor allem durch die Verwendung des ersten Motivs
(ab Takt 13).Außerdem sind die Takte 13-16, vergleicht man sie mit 9-12, vollgriffiger (siehe linke Hand !). Am Höhepunkt beträgt der Abstand zwischen Sopran und Bass fünf Oktaven.
Der zweite Teil ist dem der ersten ziemlich ähnlich. Die Takte 17-24 sind eigentlich genauso wie 1-8 (jedoch 17-20 in der doppelten Subdominante und 21-23 im (D7) ).(Auch könnte man hier noch erwähnen, daß Takt 19, verglichen mit Takt 3 viel höher gesetzt ist ... )
Anders geht es dann ab Takt 25 weiter. Beethoven verwendet hier im Gegensatz zum ersten Teil ein anderes Modell. Rhythmik und Dynamik lässt er zwar gleich, doch beschleunigt er hier den Harmoniewechsel, d.h. der Auftakt ist Spannungsakkord zu Zählzeit Eins. Spannungsakkord und Auflösung bzw.die Sekundbewegung eines Tones desSpannungsakkords zu einem Ton im Auflösungsakkord erinnern stark an das Schusterfleckmotiv. Auch kann man in T. 9-16 eine steigende Linie in der linken Hand erkennen, wohingegen er in Takt 25-32 oft die Lagen wechselt.
Verglichen mit dem Thema wird in dieser Variation die Dynamik des Themas nicht beibehalten. Auch lassen sich in dieser Variation keine rhythmischen Störungen finden. Wichtig sind harmonische Unterschiede:
die Var. beginnt anstatt mit der Tonika in deren Parallelen, und in Takt 17 die doppelte Subdominante auf.
Beethoven verändert das Auftaktmotiv, und er verwendet es dann zur Gestaltung des Schusterfleckmotivs.
Diese Variation kontrastiert scharf zur vorrausgegangenen und nach-folgenden. Keine der 32 anderen Variationen ist so durch lange Pausen zerhackt...
Doch findet man das Motiv 1 (das zuerst erwähnte) öfters, z.B. Var.14 (linke Hand).