Variation 16

Untersuchungen von Franziska Sattler


Inhalt

Charakter der Variation

Idee der Variation

Harmoniefolge

Verlaufsbeschreibung

Vergleich mit dem Thema

Stellung im Zyklus


Charakter der Variation

Die Variation ist sehr bewegt und von Gegensäzen geprägt wodurch sie aufgewühlt, energiegeladen und teilweise zerrissen wirkt (T.5):
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Idee der Variation

Die Idee besteht darin, einen Kontrast zwischen dem hämmernden, strengen Marschrhythmus, später (T.5) einer melodischen Notenfolge (Sekundschrittmotiv aus dem Thema) und der flirrenden, chromatischen 16tel Bewegung darzustellen:

Takt 1/2
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Die 16tel lassen sich vom Marschrhythmus nicht unterdrücken, gewinnen dann sogar in Variation 17 im wörtlichen Sinne die "Oberhand".

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Harmoniefolge im Vergleich zum Thema

Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Thema T D7 D7,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,(D7) Tp,Kadenz zur D
Takt 1-2 3 4 5 6 7-8
Var.XVI T   D D,(DV) S,(DV),S,DDV D,DDV,D Kadenz zur D

Takt 17-20 21-23 24 25 26 27 28 29-32
Thema D7 T, (D7)zur S T,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,D7 T,Kadenz zur T
Takt 9-10 11 12 13 14 15-16
Var.XVI D T (D) N,DD D,DD,D,(D7) Tp,Kadenz zur T

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Verlaufsbeschreibung

Die Variation ist 16 Takte lang, im 4/4 Takt geschrieben und mit der Angabe allegro versehen.

Die rechte Hand leitet auftaktig mit einem Triller auf C" den Marschrhythmus ein, der auf ZZ.3 in T.1 folgt.

Volltaktig in T.1 beginnt in der linken Hand eine 16tel Oktavbrechung, die teils leittönig zu den Akkordtönen des Tonika-Dreiklangs, teils chromatisch nach oben, im weiteren Verlauf wellenförmig verläuft.

Ab T.3 (Schnittstelle) wird dieser Vorgang transponiert, ähnlich wiederholt.

Ab T.5 (Schnittstelle) kontrastiert in der rechten Hand ein mehrstimmiges Sequenzmotiv leittönig in Vierteln mit den 16teln der linken Hand, welche das ganze Stück ohne Unterbrechung durchlaufen. Dieses Sequenzmotiv (aus dem "Schusterfleck" des Themas hergeleitet) beschleunigt sich in der Kadenz teilweise in Achtel und geht dann in den Triller (vom Anfang/nach dem Wiederholungszeichen) über. Der zweite Teil beginnt nach dem Wiederholungszeichen, ist gleich lang und ähnlich aufgebaut, allerdings mit Bewegungsumkehrung der Motive. Er endet mit Ganzschluß, der 1.Teil mit Halbschluß. Das Motiv in T.5+13 setzt "vorsichtig" (p/pp) ein weil etwas "neues" kommt und wird "mutiger" (crescendo bis zum f) und bewegter.

Auch die Dynamik verhält sich im 1. und 2. Teil gleich, T.1-4 und 9-12 forte dann folgt im 1.Teil p, im 2.Teil pp welches bis T.8 bzw T.16 wieder zum forte crescendiert.

Bis T.5 spielen die rechte und linke Hand "gegeneinander"(durch starken Kontrast der Motive), ab T.5 "verbinden" sie sich, die 16tel werden durch die melodische Notenfolge "gebremst" und ihr Drängen geschwächt.(ebenso im 2.Teil).

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Vergleich mit dem Thema

Im Gegensatz zum Thema hat die Variation 16 nur halb so viele Takte, also 16, ist im 4/4 Takt geschrieben (statt 3/4 Takt) und stellt in der Dynamik keine Verbindung dar.

Dennoch ist die Variation 16 dem Thema sehr ähnlich:

Nach der auftaktigen "Einleitung" der Ton/Akkordrepetition (im Thema Auftakt mit Verzierung auf C', in der Variation ein Triller auf C") folgt einem Quartsprung Akkordrepetition im Thema, Tonrepetition in der Variation. Dieser Vorgang wird bei beiden auf der Dominante wiederholt.

Die Spannungsakkorde mit Auflösung aus T. 9-12 (des Themas) finden sich in T. 5/6 der Variation wieder, die das Schusterfleckmotiv enthalten.

In der Kadenz (ab T.13 im Thema bzw T.7 in der Var.) beschleunigen sich die Harmonieänderungen, in diesem Teil findet sich bei Thema und Variation Gegenläufigkeit in der rechten und linken Hand.

In Thema und Variation ist jeweils bei der Hälfte ein sichtbarer Einschnitt durch ein Wiederholungszeichen, die Schnittstellen aus dem Thema stimmen mit denen der Variation überein (teilt man die Variation in 32 Takte).

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Stellung im Zyklus

Die Var.16 bildet mit Var.17 eine Doppelvariation. Sie besitzen beide nur 16 Takte, Var.17 hat keine Tempoangabe, beide haben die gleiche Taktart (4/4) und beinhalten die gleichen Motive (teilweise etwas verändert). Daraus könnte man auch schließen, daá es sich bei Variation 17 um eine Variation der Variation 16 handelt.

Variation 16 endet "offen", die Spannung bleibt erhalten, die Kadenz wird überspielt und leitet in Variation 17 über, die auch als 2.Teil der Doppelvariation gesehen werden kann; Rollentausch von rechter und linker Hand (vgl.Var.19 und Var.11 beim Wdh.-zeichen).

Die Doppelvariation 16/17 bildet einen Kontrast zu den umrahmenden Variationen (15 und 18)

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