Variation 19
Untersuchungen von Bettina Kastner
Harmoniefolge im Vergleich zum Thema
Durch die schnelle Tempoangabe drängt die Variation nach vorne. Die punktierten Viertel sind jeweils als kleine Haltepunkte zu sehen. Rechte und linke Hand sind oft kanonartig geführt. Der typische ¾-Takt ist zum Teil etwas verwischt und nicht sauber zu hören.
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Die Idee der Variation sind die im ersten Teil abwärtsgeführten Dreiklangsbrechungen. Sie sind bis Takt 8 zweistimmig. Durch die Rhythmusfolge punktierte Viertel und darauffolgende Achtel entsteht ein 2/4-Takt.
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Zusätzlich wird das eigentliche Taktmaß durch die versetzte Führung der linken Hand verschleiert.
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Harmoniefolge im Vergleich zum Thema
| Takt | 1-4 | 5-7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13-16 |
| Thema | T | D7 | D7,(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,(D7) | Tp, Kadenz zur D |
| VarXIX |
| Takt | 17-20 | 21-23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29-32 |
| Thema | D7 | T, (D7)zur S | T(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,D7 | T, Kadenz zur T |
| VarXIX | (D7) | S | S | D | D | T, Kadenz zur T |
Das ursprüngliche Harmoniegerüst behält Beethoven zu Anfang noch bei. Den Spannungsaufbau ab Takt 9 erhält Beethoven durch Chromatik, die Auflösungsakkorde übernimmt er von Diabelli.
Ab Takt 13 mit Auftakt folgt die Kadenz, die im ersten Schluß auf der Dominante endet und wieder zum Anfang rückführt und im zweiten Schluß auf den zweiten Teil hinleitet.
Der zweite Teil beginnt wieder wie Diabellis Thema auf der Dominante mit Septime, in Takt 24 weicht er allerdings mit der (D7), die ihre Auflösung in Takt 25 mit der Subdominante findet, vom ursprünglichen Harmoniemodell Diabellis ab.
In Takt 25 bis 28 findet sich der typische Wechsel von Spannungsakkorden mit Auflösung. In Takt 25 und 26 ist der Auflösungsakkord die Subdominante, in Takt 27 und 28 ist der Auflösungsakkord die Dominante. Die Variation endet mit dem zweiten Schluß auf der Tonika.
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Die linke Hand imitiert 4 Takte die rechte Hand und schafft somit einen Kanon. Die Tonika wird dabei mit Dreiklangsbrechungen umspielt. Ab Takt 5 wird der Viertakter transponiert. Der Strukturwechsel ist dadurch wieder eindeutig zu sehen. Er wird durch den Lagenwechsel noch verstärkt. Ab Takt 9 tritt analog zum Thema das `Schusterfleckmotiv`, hier auch mit Wiederholungen und Sequenzen, auf.
Ab Takt 13 ist eine Verdichtung der Stimmen zu erkennen, die den Strukturwechsel noch zusätzlich verstärken. Die Variation ist ab dieser Stelle homorhythmisch und homophon. Der zweite Teil ist bis auf die Richtungsänderung identisch aufgebaut.
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Im allgemeinen kann man sagen, daß Beethoven bei dieser Variation nahe am Thema bleibt. Die periodische Gliederung bleibt gleich. Das Harmoniegerüst bleibt weitgehend so erhalten.
Die Variation beginnt mit einem forte, das gleich nach dem Auftakt in ein sf mündet. Wo im Thema die sf kommen, um den Spannungsaufbau zu verstärken, schreibt Beethoven ein pp, das zum Höhepunkt des ersten Teiles in Takt 14 hin crescendiert wird.
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Die Variation steht eigentlich ziemlich alleine im Zyklus. Man kann allerdings erkennen, daß sie zur Variation 20 hinführt. Bei dieser Variation hört man keinen richtigen Schluß und erwartet gleich die nächste Variation.
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