Variation 27
Untersuchungen von Katja Körtge
Harmoniefolge im Vergleich zum Thema
Die Variation wird durch einen ungestümen, wilden und teilweise nicht mehr differenziert hörbaren Charakter geprägt. Es ist nicht mehr möglich ein noch so kleines Melodiemoment herauszuhören, allein, so scheint es, die nicht mehr zu kontrollierende Bewegung ist zu hören, ja zu fühlen.
Die Idee der Variation steckt, wie auch schon vorher angesprochen in der Bewegung, die durch die Triolensechzehntel provoziert, betont und gewollt ist.( Die Variation XXVII ist die Einzige, in der die Triolensechzehntel so konsequent durchgeführt werden).Diese Bewegung prischt schon ganz am Anfang nach Vorne los, gerät dann kurz ins Stocken, um dann mit noch größerer Wucht in einem unruhigen Geknäuel" und Gewurschtel" seinen Höhepunkt zu finden. Der zweite Teil der Idee steckt in der mannigfaltigen Umgestaltung und Variation des Schusterflecks aus dem Thema:
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Harmoniefolge im Vergleich zum Thema
| Takt | 1-4 | 5-7 | 8 | 9 | 10 | 11 | 12 | 13-16 |
| Thema | T | D7 | D7,(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,(D7) | Tp, Kadenz zur D |
| VarXXVII | T | D(7) | T,(D7) | Tp | (D7),Tp,D7,Dp | D7,Dp | (D7) | T,Kadenz zur D(7) |
| Takt | 17-20 | 21-23 | 24 | 25 | 26 | 27 | 28 | 29-32 |
| Thema | D7 | T, (D7)zur S | T(D7) | S,(D7) | S,DD7 | D,DD7 | D,D7 | T, Kadenz zur T |
| VarXXVII | D | T | (Dv) | S,(Dv) | S,(Dv) | d,DD | D,T,D7,Tp | T,Kadenz zur T |
Das Harmoniegerüst der Variation XXVII stimmt in groben Zügen mit dem des Themas überein.Allerdings läuft alles so flüchtig und dadurch verschleiert ab, daß man die Harmonien gar nicht mehr bewußt hören kann.
Die Variation besteht aus 32 Takten, welche sich in 2x 16 Takte aufteilen und diese in nochmals in 3 Abschnitte gliedern. Gleich zum Beginn stürmt die rechte Hand los, während die Linke noch mit dem Paukenmotiv einsetzt, jedoch schon in T1 die Sechzehnteltriolen der Rechten übernimmt. Daraufhin findet ein rascher Wechsel zwischen rechter und linkerHand statt. Die rechte Hand führt dann die Sechzehnteltriolen weiter durch, die Linke kehrt in T3m.A. und T7m.A. nochmals zur Achtelbewegung zurück und betont damit dem -Takt, in dem die Variation steht. In diesen Takten beginnt auch das für diese Variation typische Stocken und Zögern, das durch vielfache Repetition eines Tones z.B. g in T3 bewirkt wird. Ab T9m.A.schließlich, der immerwährenden Schnittstelle vereinigen sich beide Hände in dem furiosen Gewirbel", das dadurch nicht mehr zu bremsen scheint. Im zweiten Teilläuft dies ganz ähnlich ab (bis auf T22m.A., dort überkreuzen sich die beide Stimmen und Hände).
Von der Dynamik her ist die Variation im Wesentlichen vom Wechsel zwischen forte und piano gekennzeichnet. In T9m.A. setzt ein crescendo ein, welches dann in T15m.A.wieder zum piano hin decrescendiert. Im zweiten Teil findet sich ein ähnlicher Aufbau, wie im Ersten, nur findet sich am Ende in T31 anstatt des decrescendos sogar ein diminuendo, welches die Variation am Schluß doch noch etwas bremst
Im Vergleich zum Thema fällt wohl am ehesten, die schon vorher erwähnte Verarbeitung des Schusterfleckmotivs auf. Auch das Harmoniegerüst samt schnellerem Harmoniewechsel ab T9 stimmt überein. Wie im Thema setzt dort auch die Gegenläufigkeit der beiden Stimmen ein.
Die Variation XXVII gehört wohl in den Zusammenhang der Variationen XXV- XXVIII. Innerhalb dieses Zyklus steigert sich die Bewegung bis zur zornigen Raserei.