Variation XVII

Untersuchungen von Christina Müller

Inhalt

Charakter der Variation

Idee der Variation

Verlaufsbeschreibung

Vergleich mit dem Thema


Charakterisierung

Diese Variation bildet mit der vorausgegangenen eine Einheit, da beiden ein aufgewühlter, vorwärtsdrängender Charakter innewohnt. Dieser wird zum einen durch die durchgehenden Sechzehntelbewegungen in der rechten Hand sowie den punktierten Rhythmus in der linken Hand erreicht. Die sprudelnde Bewegung reißt am Ende jäh ab und läßt die Musik auf einer Fermate verharren.

zurück zum Inhalt


Idee der Variation

Sowohl die durchgehenden Sechzehntelbewegungen der rechten Hand als auch der punktierte Rhythmus der linken Hand sowie das Auftaktforte mit Wechsel zum piano im folgenden Takt sind ebenso Idee der Variation wie die Eigenschaft der Doppelvariation, die von Variation 16 und 17 gebildet wird.

zurück zum Inhalt


Harmonie

Var.XVII

Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Thema T D7 D7,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,(D7) Tp,Kadenz zur D
Takt 1-2 3 5 6 7-8
Var.XVII D,(D7) Tp,Dv D Kadenz zur D

Takt 17-20 21-23 24 25 26 27 28 29-32
Thema D7 T, (D7)zur S T,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,D7 T,Kadenz zur T
Takt 1-2 3 5 6 7-8
Var.XVII D,(D7) Tp,Dv D Kadenz zur D

Vergleich zwischen Variation und Thema:

Das Harmoniegerüst stimmt in groben Zügen mit dem des Themas überein. Betrachtet man die beiden Stimmen getrennt, so kann man in der linken Hand die ersten vier Takte aufgrund des orgelpunktartigen Marschrhythmus auf dominantisch deuten. In der rechten Hand erklingen Spannungsakkorde, die durch die Tonika (genauer Tonika tief 5) sofort aufgelöst werden. Somit können diese Takte analog zum Thema auch tonikal verstanden werden.

zurück zum Inhalt


Verlaufsbeschreibung

Die Variation steht im 4/4 Takt und beginnt in beiden Händen auftaktig in f, das dann in Takt 1 durch fp ins piano zurückgenommen wird. Dieser forte-piano-Wechsel bestimmt diese Variation in ihrem weiteren Verlauf. Die linke Hand greift schon auftaktig das Motiv der fallenden Quarte auf, das schon als Paukenmotiv aus dem Thema bekannt ist. Der folgende Marschrhythmus, der die gesamte Variation durchzieht, besteht aus Tonrepetitionen, die an die Akkordrepetitionen des Themas erinnern. Dieser Marschrhythmus bildet die Grundlage, über der die rastlosen Sechzehntelbewegungen erklingen, deren Intervallstruktur im Laufe der Variation verändert wird.

Auftaktig zu Takt 3 werden die ersten Takte transponiert wiederholt, wobei auch die Dynamik beibehalten wird (erste Schnittstelle). Die Betonung unbetonter Zählzeiten ab Takt 5 mit Auftakt kennzeichnet eine weitere Schnittstelle. In der ersten Klammer wird Takt 1 mit Auftakt analog zum Thema Takt 9 ff ein Motiv 4 mal verändert - auch transponiert - wiederholt, diesmal in der rechten Hand zum Teil akkordisch, der dann zu der Wiederholung des ersten Teils ab Takt 2 hinführt.

[Image]

[Image]

Dieser Teil endet nun in Takt 8, analog zum Thema, mit Halbschluß. Der zweite Teil entspricht im Wesentlichen dem des ersten und beginnt wie bei vielen Variationen dieses Zyklus ebenfalls gegenläufig. Mit dem Stehenbleiben auf Fis- Dur in Takt 13 mit Auftakt wird ein Taktwechsel zum 2/4 Takt erkennbar, der durch Betonung unbetonter Zählzeiten hervorgehoben wird.

[Image]

Die Rückkehr zum alten Taktmaß erfolgt auftaktig zur Klammer 1, was den Eindruck einer rhythmischen Störung bewirkt. Eine Fermate in Takt 16 kennzeichnet ein abruptes Ende auf Ganzschluß, die diese immerfort sprudelnde, nie stehenbleibende Variation beendet.

zurück zum Inhalt


Vergleich mit Thema

Diese Variation weist ebenso wie das Thema eine zweiteilige Gliederung auf, wobei hier ein Teil, gegensätzlich zum Thema, 8 Takte aufweist. Beide, sowohl Thema als auch Variation, haben einen auftaktigen Beginn, jedoch bei dieser Variation in beiden Händen. Der hämmernde Rhythmus, die Verwendung des Quartfalls, die Betonung unbetonter Zählzeiten sowie die teilweise Gegenläufigkeit beider Hände lassen ebenfalls auf eine Verwandtschaft mit dem Thema schließen.

zurück zum Inhalt


Stellung im Zyklus

Die Variation 17 ist die einzige Variation dieses Zyklus ohne Tempo- bzw. Charakterangabe. Da die vorausgegangene Variation keinen richtigen Schluß besitzt, und sie ebenso wie diese im 4/4- Takt steht, ist eine gewisse Verwandtschaft der beiden Variationen zu erkennen, zumal beide die Elemente der Sechzehntelbewegung sowie des punktierten Rhythmus aufweisen. Betrachtet man nun Variation 16 und 17 als eine Einheit bzw. Doppelvariation, kann man zu Beginn von Variation 17 von einem Stimmtausch sprechen, da nun die rechte Hand die durchgehenden Sechzehntelbewegungen der linken Hand übernimmt, woraufhin diese den punktierten Rhythmus weiterführt. Da sowohl Variation 16 als auch 17 einen vorwärtsdrängenden Charakter besitzen, bildet die etwas ruhigere Variation 18 einen Gegenpol zu diesen.

zurück zum Inhalt