Variation XVIII

Untersuchungen von Martina Haufler

Inhalt

Charakter

Idee der Variation

Harmoniefolge

Verlaufsbeschreibung

Vergleich mit dem Thema

Stellung im Zyklus


Charakter der Variation

Wie die Spielanweisung „dolce" schon sagt, ist die Variation lieblich, melodisch und sanft. Diese Eigenschaften werden von den Achteln im ersten Motiv und der Dynamikangaben (meist p) erzielt. Durch das zweite Motiv wirkt sie etwas getragen, was durch den Legatobogen unterstützt wird. Der Charakter wird also hauptsächlich von den zwei sehr gegensätzlichen Motiven geprägt. Das erste steht in Dur und ist fragend, das zweite Motiv antwortet dem ersten in Moll.

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Idee der Variation

Die Idee der Variation besteht aus 2 Phrasen. Vier Achtel, in denen der Grundton umspielt wird, mit einer darauffolgenden Viertel und Zweiachtelauftakt mit Halbe- und zwei Viertelnoten. Die erste Phrase besteht aus einem Motiv und dessen Transposition. Das Motiv wird gleichzeitig zweifach in Gegenbewegung gespielt.
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Die zweite Phrase ist eine Gegenphrase.
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Das erste Motiv entnimmt Beethoven dem Auftakt des Themas, wobei er den Vorschlag gleichberechtigt.

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Harmoniefolge

Var.XVIII

Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Thema T D7 D7,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,(D7) Tp,Kadenz zur D
Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Var.XVIII T D D S S D D Tp,Kadenz zur D

Takt 17-20 21-23 24 25 26 27 28 29-32
Thema D7 T, (D7)zur S T,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,D7 T,Kadenz zur T
Takt 17-20 21-24 24 25 26 27 28 7-8
Var.XVIII D (Dv) (Dv) s,(Dv) s,DDv D,DDv D, D7 T,Kadenz zur T

Vergleich zwischen Variation und Thema:


Die ersten vier Takte der Variation sind in der Tonika und die nächsten vier Takte sind dominantisch. Auf Schlag 1 des neunten Taktes steht die Subdominante, ebenso auch im zehnten Takt. Es folgen zweimal Dominante und in Takt 13 die Tonikaparallele. Die Spannungsakkorde, die eigentlich vor den Subdominanten und Dominanten stehen, fehlen. Anstelle von diesen befinden sich hier nur vereinzelt chromatische Töne. Die Akkorde ab Takt neun werden jeweils chromatisch mit dem Leitton umspielt. Von Takt 13 bis 16 folgt eine Kadenz die auf einem Halbschluß (auf der Dominante) endet.

Der zweite Teil der Variation beginnt mit vier Takten Dominante und vier Takten Klammerdominantseptakkorde, die in Takt 25 mit der Mollsubdominante aufgelöst werden. Es wird nochmals ein Klammerdominantseptakkord mit der Mollsubdominante aufgelöst und dann folgen zweimal die Doppelsubdominante jeweils mit der Dominante alsAuflösungsakkord. Nach diesen Spannungs- und Auflösungsakkorden folgt eine Kadenz mit authentischem Ganzschluß.

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Verlaufsbeschreibung

Die ersten acht Takte setzen sich aus jeweils zweimal Phrase und Gegenphrase zusammen. Die Phrase besteht aus dem ersten Motiv und seiner Wiederholung. Wenn das erste Motiv in der linken Hand rectus gespielt wird, spielt die rechte Hand in der gleichen Zeit das Motiv inversus. Innerhalb der Phrase wechseln sich rectus und inversus ab. Die Gegenphrase ist beim zweiten Mal nicht gleich dem ersten Mal. Die Gegenphrase ist gleich lang wie die Phrase, wobei bei der ersten Gegenphrase die Pause dazugezählt werden muß. Sowohl die Phrase als auch die Gegenphrase werden polyphon gespielt. Ab dem neunten Takt beginnt eine durchgehende Achtelbewegung, die unisono gespielt wird. Die Achtelbewegung setzt sich aus drei Komponenten zusammen: Das Motiv, Akkordbrechung und chromatische Färbung. Die ganze Achtelbewegung ist vertikal gedacht. Der erste Teil beginnt im piano, ab dem neunten Takt wird dann durch ein crescendo Spannung aufgebaut und endet mit einem plötzlicl piano.

Im ersten Teil kann man die Schnittstellen sehr gut erkennen. In Takt fünf wird die Idee der Variation transportiert und die linke Hand hält zusätzlich die Dominante auf einer Dreischlagnote aus. Takt neun mit Auftakt hebt sich durch die beginnende Achtelbewegung (Strukturwechsel) ab und im dreizehnten Takt wird die Akkordbrechung von einem Tonleiterausschnitt unterbrochen.

Der zweite Teil ist nicht wie der erste Teil aufgebaut. In der Phrase wird das Motiv in der rechten und in der linken Hand inversus und dann rectus gespielt.Ab Takt 25 beginnt zwar ebenfalls eine Achtelbewegung, die allerdings durchBindebögen in jeweils zwei Dreiachtelgruppen unterteilt wird. Originalfassung:
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Durch die Bindebögen, die über den Taktstrich hinausgehen hört man einen Taktwechsel, der jedoch nicht notiert ist (imaginärer Taktwechsel).

Die Achtelbewegung besteht aus gebrochenen Dreiklängen. Im 29. Takt mit Auftakt ändert sich die Achtelbewegung. Sie besteht nicht mehr aus gebrochenen Dreiklängen und wird durch zwei Bindebögen in größere Abschnitte eingeteilt. Somit wird auch der imaginäre Taktwechsel aufgehoben. Auch der zweite Teil beginnt im piano, wird jedoch durch ein forte im 20. Takt unterbrochen. Gleichzeitig mit der Achtelbewegung beginnt ein crescendo.

Auch hier kann man die Schnittstellen sehr gut erkennen. Takt 17 wird durch das Wiederholungszeichen als Schnittstelle markiert. Die Transposition in Takt 21 mit Auftakt wird durch einen Lagenwechsel unterstützt. Im 25. Takt mit Auftakt wird der Strukturwechsel durch die Achtelbewegung und den imaginären Taktwechsel hervorgebracht und Takt 29 mit Auftakt wird durch die Änderung der Achtelbewegung zur Schnittstelle.

Die ganze Variation ist zwei- bis vierstimmig.

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Vergleich mit dem Thema

Die Variation hat mit dem Thema einiges gemeinsam. Beide stehen in C-Dur und im 3/4 Takt. Sie bestehen aus 32 Takte, die durch Wiederholungszeichen in zweimal 16 Takte unterteilt werden. Sowohl Thema als auch Variation haben einen Spannungsaufbau durch ein crescendo und enden mit einem piano. Der Variation fehlen jedoch die sforzati. Bei beiden kann man die Schnittstellen deutlich erkennen. Die Harmonieabfolge stimmt ebenfalls in großen Zügen mit der des Themas überein.

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Stellung im Zyklus

Die Variationen XVI-XVIII bilden eine Einheit, da sowohl Variation XVI als auch VXII keinen richtigen Schluß haben, sondern zur achtzehnten Variation überleiten. Außerdem bezieht sich die Tempoangabe der achtzehnten Variation auf die der siebzehnten.

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