Variation XXI

Untersuchungen Susanne Bubik

Inhalt

Charakter der Variation

Idee der Variation

Harmonik

Verlaufsbeschreibung

Vergleich mit dem Thema

Stellung im Zyklus


Charakterisierung

Diese Variation hat zwei verschiedene Charaktere die sich sowohl beim anhören als auch beim Betrachten der Noten leicht erkennen lassen. So könnte man auch sagen ,diese Variation bestehe eigentlich aus zwei verschiedenen Variationen. Zum einen hat diese Variation einen feurigen, standhaften, durch die vorgegebene Lautstärke und die Repetition in der linken Hand fast zornigen Charakter, der in Takt 1-4 zu finden ist und einen etwas gehetzten ,flüchtenden ,etwas schwebenden Charakter von Takt 5-12. Ein weiterer Hinweis auf diese Charakterunterscheidung ist die Homophonie in Takt 1-4 und die Polyphonie in Takt 5-12.

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Idee der Variation

Aufgrund dieser eindeutigen Charakterunterscheidung lassen sich auch zwei Ideen in der Variation erkennen. Da wäre die Idee des ersten Charakters: ein Motiv aus einer ¼ Note mit Triller und einem Nachschlag aus zwei 1/32 Noten und einem Oktavfall. Dazu die Akkordrepetition in der linken Hand. Die zweite Idee ,passend zum zweiten Charakter ,besteht aus einem Motiv aus 6 1/8 Noten die im rectus in einem gebrochenen verminderten Dreiklang abfallen und dann tonleiterartig steigen .Dieses Motiv wird von der linken Hand inversus und homorhythmisch gespielt .Diese 6 1/8 sind mit einem Legatobogen gebunden .Die rechte Hand hat eine zusätzliche Stimme die als eine Art Ruhepol wirkt, mit einer fallenden Sekund zwischen einer ¼ und einer 1/2 Note, mehrfach wiederholt und transponiert ,abgeleitet aus dem Motiv des „Schusterfleck„.

Motiv der ersten Idee                                                              
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Motiv der zweiten Idee
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Harmoniefolge

Die sich aus dem bisherigen ergebene Aufteilung läßt sich durch das Harmoniegerüst noch verdeutlichen.(siehe Tabelle

Var.XXI  Vergleich zwischen Variation und Thema

Takt 1-4 5-7 8 9 10 11 12 13-16
Thema T D7 D7,(D7) S,(D7) S,DD7 D,DD7 D,(D7) Tp,Kadenz zur D
Takt 1-2 3 4 5 6 7 8 9-12
Var.XVII T D7 (D7),(Dv) Tp,(Dv) Tp,(Dv) Dp,(Dv) Dp,(Dv) Kadenz zurD

Takt 17-20 21-23 24 25 26 27 28 29-32
Thema D7 (D7)zur S T,(D7) S(D7) S,DD7 D,DD7 D,D7 T,Kadenz zur T
Takt 13-14 15 16 17 18 19 20 21-24
Var.XVII D7 (D7)zur S (D7)zurS,(Dv) S,(Dv) S,DDv D,DDv D,DDv Tp,Kadenz zur T

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Verlaufsbeschreibung

Die ganze Variation steht in C-Dur und besteht aus 24 Takten ,die in jeweils 2x12Takte aufgeteilt sind. Die ersten 4 Takte stehen im 4/4 Takt und beginnen auftaktig mit der Idee zum ersten Charakter, die abfallend ist und in Takt 3 transponiert in einer Dominant Lage wiederholt wird. Die Dynamik entspricht den Charaktereigenschaft dieser ersten 4 Takte .Sie werden durchweg im forte gespielt.Dann erfolgt ein eindeutiger Schnitt, der in dieser Art in keiner anderen Variation zu finden ist. Denn ab Takt 5 steht die Variation im vom Thema her bekannten ¾ Takt und im piano. Außerdem findet hier eine Tempowechsel von Allegro zu Meno allegro und eine Charakteränderung statt. Von hier ab wird die Idee zum zweiten Charakter gespielt. Sie wird von der rechten Hand bis Takt 7 rectus gespielt, dann von der linken. Die jeweilig andere Hand spielt homorhythmisch die Idee inversus. Das Sekundmotiv wechselt zwischen Mittel- und Oberstimme. Die Dynamik ändert sich von Takt 4 zu 5 von Forte zu einem subito piano. Auch hier entspricht diese Angabe der Charaktere. Im 2. Teil, ab Takt 9 gibt es einen Spannungsaufbau, der durch einen nicht geschriebenen Taktwechsel und motivischer Arbeit verstärkt wird. Die letzten 4 1/8 werden abgespalten und durch den Legatobogen zu einer Einheit gemacht ,womit der ungeschriebene Taktwechsel bestätigt wird. Außerdem wird es hier 4-stimmig,wobei jede Hand 2 Stimmen hat. Der Spannungsaufbau wird durch die Dynamik unterstützt. In Takt 9 beginnt ein cresc. das über die erst Klammer in die Wiederholung des ersten Teiles gezogen wird. Nach der Wiederholung läuft dieses cresc. bis zum ff. Die zweiten 12 Takte der Variation stimmen mit den ersten in den wesentlichen Punkten überein.Nur hat von Takt 13-16 ein Stimmwechsel stattgefunden und das Motiv der ersten Idee wird inversus gespielt .Auch gibt es zu diesem Zeitpunkt mehr Stimmen als im ersten Teil .In Takt 17,18 gibt es keine nennenswerten Änderungen. Ab Takt 19 jedoch hat sich einiges geändert. Die Stimmen in der rechten Hand spielen schon jetzt homorhythmisch und die linke ist hier bereits zweistimmig.Diese Veränderungen sind auch in der Harmonik zu finden. Takt 21 beginnt nicht wie im ersten Teil ,in Takt 9 mit Auftakt , mit einem vollen Motiv ohne Legatobogen. Dieses ist nämlich schon in Takt 20 mit Auftakt zu finden, da ein Takt ,der in Takt 18 und 19 stehen müßte, in Takt 23 nachgestellt ist. Durch das homorhythmische und den Orgelpunkt ab Takt 19, kann man sagen,daß der Spannungsaufbau schon in Takt 19 beginnt, in Takt 23 durch den nachgestellten Takt gestört und durch das subito p in Takt 24 letztendlich ganz unterbrochen wird.Das cresc. im ersten Teil in Takt 9, steht hier, gegen den „eigentlichen„ Spannungsaufbau ,schon in Takt 21 mit Auftakt. Das subito p in Takt 24 auf Schlag 1 wird durch ein subito ff aufSchlag 3 zur Wiederholung des zweiten Teils der Variation abgelöst.

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Vergleich mit dem Thema

Im Vergleich mit dem Thema, ist diese Variation eigentlich gleich periodisiert, wenn man davon absieht, daß den ersten 4 Takte 4 fehlen, denn sie entsprechen den ersten 8 Takten im Thema .Es fehlen 2 Takte Tonika und 2 Takte D^7.Auch das Harmoniegerüst stimmt in den wesentlichen Punkten mit dem des Themas überein. Der ¾ Takt wurde, wenn auch erst spät, ebenfalls übernommen.Im Gegensatz zum Thema endet der erste Teil im f nicht im p und der 2.Teil endet im p nicht im f. Wie auch im Thema ist in den ersten 4(Thema8)Takten eine Akkordrepetition vorhanden ,allerdings in der linken Hand, wie auch ein Spannungsaufbau ab Takt 9 im Thema und Takt 5 in der Variation. Ebenso kann man eine Gegenläufigkeit im Kadenzvorgang in beiden Fällen ausfindig machen.Die Gegnstimme zum 2. Motiv in der Variation 21 aus einer ¼ und einer ½ Note, gleicht den 3 ¼ aus dem Thema in Takt 9.Die letzten beiden ¼ wurden zu einer ½ .Der Sekundschritt zwischen den ersten beiden ¼ ist zwar fallend, aber erhalten geblieben.Das Motiv der ersten Idee der Variation 21 ist dem der Variation 6 ähnlich, bei der das erste Motiv der Idee auch aus einer ¼ mit Triller und einem Nachschlag aus zwei 1/32 besteht. Die darauffolgende Note ist in dieser allerdings eine punktierte ¼ Note.

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Stellung

Die Variationen 21 steht in einer Reihe von Variationen , die alle sehr individuell gestaltet sind. .So ist die Variation 19 zum Beispiel die Einzige, die mit Presto überschrieben ist. Variation 20 fällt durch ihre Taktart von 6/4 und ihrem unaufdränglichen Charakter auf. So wie mit den vorherigen ,hat Variation 21 auch wenig mit Variation 22 gemeinsam. Ein Zusammenhang könnte allerdings doch bestehen ,da die Variationen ab 21-24 immer mit verschiedenen in der Musik bekannten Persönlichkeiten in Verbindung gebracht werden können.Variation 21 erinnert an die 14. Von Beethovens „24 Variationen D-Dur über die Ariette „Venni amore„ von V.Righini„, Variation 22 an Mozarts Don Giovanni,Variation 23 an einen Schüler Schuberts und Variation 24,eine Fughetta an Bach.

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