Variation XXIV

Untersuchungen von Dietlind Spiegel

Inhalt:

Charakter der Variation

Idee der Variation

Verlauf der Variation

Stellung im Zyklus


Charakter der Variation

Auf Grund der Polyphonie klingt die Fughetta leicht, zart und zerbrechlich.

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Idee der Variation

Die Idee, die Beethoven bei dieser Variation hatte, ist eindeutig, er wollte den in der Klassik entstandenen Diabelliwalzer in ein polyphones Satzbild des Barock übertragen (Beethoven hatte die Werke Bachs studiert, war also mit dieser Technik vertraut).Er verwendet hierbei das Motiv des Quartfalls, sowie die steigende Sekunde aus dem "Schusterfleckmotiv" des Themas.

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Verlaufsbeschreibung

Die Fughetta beginnt auftaktig im Dreivierteltakt wie das Thema. Es stellt in T1 m.A. die Altstimme als Dux vor. Er setzt sich aus einem gebrochenen C-Dur Sextakkord mit Umspielung des e¹ zusammen.
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In T2 bringt die Sopranstimme den Comes ( Oberquinte), in tonaler Beantwortung, wegen der Dominanz des Dominanttones g¹ (Tonika-Dominantausgleich).In der Altstimme erklingt währenddessen ein Kontrapunkt.In T4 auf Zählzeit 2 erklingt wiederum der Dux, dieses Mal im Bass. Alt und Sopran kontrapunktieren hierzu.In T6 kommt der Comes in der Tenorstimme. In T8 ist die Fugenexposition abgeschlossen, es folgt nun ein Zwischenspiel. Hier werden einige Themenköpfe zitiert ( T10 m.A.,Bass;T13,Z2,Tenor;T14,Z2,Sopran;T16,Sopran). In T12 und 13 bzw.T14 und 15 sind bogenförmige Achtelbewegungen erkennbar, mit beibehaltenem Material. In T16 folgt das für die Diabellivariationen typische Wiederholungszeichen. In einer "normalen" Fuge ist dies undenkbar. Beethoven mußte hier so handeln. In der Fughettavariation entfernte er sich so weit vom Thema, daß er hier wenigstens die Periodizität einhalten mußte, um der sowieso als Phantasievariatoin zu betrachtende Fughetta wenigstens ein Bindeglied zum Thema zu lassen. Der erste Teil endet mit Halbschluß. Der zweite Teil beinhaltet die Fugendurchführung. Die nun erscheinenden Themeneinsätze stehen alle inversus:T16 im Alt, dazu enggeführt T17 im Tenor. Schließlich setzt in T19 der Sopran ein. Zu diesen Themeneisätzen erklingt im Bass ein wellenförmiger Kontrapunkt. In T21 (übereinstimmend mit der sonstigen harmonischen Schnittstelle) folgt der unvollständigen Durchführung ein Zwischenspiel, das eine Sequenz des Schusterfleckmotives beinhaltet.Es folgen Themenköpfe: T22, Tenor; T23, Bass; T24, Tenor. In T25 folgt ein Themeneinsatz im Bass, und weitere Themenköpfe: T28,Bass;T29,Sopran;T30,Tenor;T31,Sopran .In T26 auf Zählzeit "3und " liegt ein Fehler in der Simmführung vor, Beethoven setzt ein Pausenzeichen, womit die Fughetta für einen Moment 5-stimmig ist. Sie endet in T32 mit der Tonika.

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Stellung im Zyklus

  1. eventuell Einheit XXI-XXIV: Beethoven imitiert sich selbst, Mozart, seinen Schüler Cramer, und hier in Variation XXIV J.S.Bach
  2. Einzelstellung:
  3. Fughetta könnte Vorbotin der Fuge von Var.XXXII sein.

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