U N T E R R I C H T S E I N H E I T
Z U R
F I L M M U S I K
Hauptschule: Klasse 9 - Realschule: Klasse 10 - Gymnasium: Klasse 9
Entwickelt von Wolfgang Seibold
Thema "Wahrnehmung von Musik bei Filmen"
Die Ausschnittfassung des Filmes " 12 Uhr mittags" ( Bestell-Nr. 32 0769 - 15 Minuten ) wird das
1. Mal vorgeführt, bewußt ohne Aufgabenstellung und Nennung des Themas der UE.
Im anschließenden sehr offen gehaltenen Unterrichtsgespräch soll aber steuernd auf die Frage eingegangen werden, wieviel Zeitanteil bei dem vorgeführten Film wohl der Musik zukommt. Als Ergebnis des Gespräches sollen auch die beiden wichtigen Ebenen "Bild und Ton", also der Aufbau der Tonebene eines Filmes an der Tafel stehen:
( Fachbegriffe sind im Glossar hinten erläutert. )
Zur 2. Vorführung des Filmes wird das Arbeitsblatt 1 ausgeteilt, anhand dessen die Schüler den Inhalt der Filmsequenzen festigen, um später sie besser der Musik zuordnen zu Können.
Arbeitsblatt 1 Zwölf Uhr mittags ( High Noon )
1. Ausschnitt:
Drei Banditen ( Millers Kumpane ) treffen sich und reiten auf die Stadt zu. ( T I T E L )
2. Ausschnitt:
Der Friedensrichter packt seine Sachen. Die Frau des Sheriffs ( Amy Kane ) kauft eine Fahrkarte an der Bahnstation und begegnet dort den drei Kumpanen Millers.
3. Ausschnitt:
Einer der Kumpane Millers ( sein Bruder Ben ) sucht den Saloon auf. Sheriff Kane betritt 11. 18 h sein Büro, verläßt es nach kurzer Zeit wieder, um in den Saloon zu gehen. Vor dem Saloon Zusammentreffen mit Ben Miller, drinnen wirbt er um Hilfspolizisten.
4. Ausschnitt:
Bildmontage ( verschiedene Schauplätze ) kurz vor Eintreffen des Zuges.
5. Ausschnitt:
Der Sheriff verläßt sein Büro. Auf einer Kutsche fahren seine Frau und Helen Ramirez vorbei.
Der Zug kommt an: Frank Miller steigt aus. Kane allein auf der leeren Straße.
Wenn noch Zeit bleibt, kann mit dem deutschen Text der Titelsong gesungen werden:
Sag, warum willst Du von mir gehen, Viele, die meine Freunde waren,
Laß mich doch nicht allein! Furchten sich heute vor Gefahren.
Mag auch im Leben viel geschehen, Scheint mir die Welt auch grau in grau,
Ich - ich bleib Dein. Ich weiß genau:
Sag, warum willst Du von mir gehen, Hart greift das Schicksal in die Speichen,
Ich brauche Dich und Deinen Mut. Und nur wer kämpft, wird was erreichen,
Will der Gefahr ins Aug' ich schauen, Furchte mich nicht vor Streit und Tod.
Brauch ich Vertrauen, nur Dein Vertrauen, Doch, was soll ich tun, gehst Du von mir?
Frank Miller will noch heut mein Blut. Heidihe - heidihoo.
Thema "Funktionen der Filmmusik
Das Arbeitsblatt 2 wird ausgeteilt und erläutert.
A r b e i t s b l a t t 2
I. M u s i k abhängig vom B i l d i n h a l t
1. Musik als bildliche Notwendigkeit ( gezeigt wird z. B. ein Musiker )
2. Musik verdoppelt den Bildinhalt bezogen auf
a) reale Geräusche
b) den Raum
c) die Zeit
d) die Stimmungslage
II. M u s i k als s e l b s t ä n d i g e s ( sinnstiftendes ) M i t t e l
1. Musik als dramaturgisches ( Hilfs- )Mittel
a) Verknüpfung
- "Moodtechnik" ( einzelne Bild- bzw. Szeneninhalte bekommen den gleichen musikalischen Charakter )
- "Leitmotivtechnik" ( einzelne Personen bzw. deren Handlungen bekommen die gleiche Musik )
b) Überbrückung
- Bildschnitte werden durch Musik "übergangen"
- Bildmontagen werden vereinheitlicht
c) Vorausschau
- Vorwegnahme des Handlungsverlaufes
2. Kommentar der Bildebene
a) "Polarisierung" ( nicht eindeutige Bilder erhalten einen eindeutigen Charakter )
b) Verdeutlichung von Gedanken und Gefühlen
c) "Kontrapunktierung" ( die Musik widerspricht dem Bild )
3. "Symbolisierung"
Musikalische Formeln oder/ und Zitate ordnen die Bilder blitzartig ein
- historisch
- geographisch
- gesellschaftlich
Wenn die Begriffe des Arbeitsblattes besprochen sind, erfolgt die erneute Vorführung der Ausschnittfassung, wobei nach jeder Szene ( Schwarzblende ) der Film angehalten wird, um die Funktion der Musik zu klären - für die Schüler ein wichtiger Hinweis vor der Vorführung: Mehrfachfunktionen kommen natürlich in Betracht.
Nach dieser Stunde sollte eigentlich der Film "12 Uhr mittags" in seiner ganzen Länge vorgeführt werden, denn ein Filmkunstwerk erschließt sich nur als integres Ganzes dem Zuschauer/-hörer richtig. Da für 90 Minuten während des Unterrichts keine Zeit ist, sollte das Angebot freiwillig an einem Nachmittag gemacht werden.
Thema "Einblick in die Werkstatt eines Filmmusikkomponisten"
Zu Beginn der Stunde steht die Lehrerinformation ( Tafelanschrieb):
Arbeitsbedingungen eines Filmmusikkomponisten:
a) Filmmusik ist funktional
b) Der Komponist wird erst in der letzten Produktionsphase herangezogen:
Dreharbeiten - Schnitt sind vorbei.
c) Film ist ein Produkt/ eine Ware und orientiert sich deshalb am Markt.
Die Strategie der Filmwirtschaft orientiert sich oft an Trendanalysen.
Nun wird diese Lehrerinformation am Film "Musik fürs Auge" ( Bestellnummer 42 00528 ) festgemacht. - Da der Film nicht für die Schule produziert wurde, ist er nicht ganz systematisch aufgebaut und enthält Sequenzen, die man überspringen kann und sollte ( nach ca. 6 Min. der Teil zur Filmgeschichte: Dauer ca. 3 Min - nach ca. 26 Min. den historischen Rückblick zum Film "Napoleon": Dauer ca. 5 Min. ).
Die Hauptschwerpunkte des Unterrichtsgespräches sind
die W i r k u n g der Musik ( Beeinflussung des Rezipienten )
und
die M i t t e l der Musik ( Charakter/Instrumentation etc. )
Thema " Beeinflussung der filmischen Wirklichkeit durch Musik" ( beschränkt auf eine Dokumentation )
Am Anfang steht wieder die Lehrerinformation ( Tafelanschrieb )
W i r k u n g s e b e n e n
1. Zuschauer
a) Musik stimmt den Zuschauer positiv
b) Musik bewirkt Distanz
2. Inhalt
a) Musik verharmlost den Inhalt
b) Musik pointiert den Inhalt
Das als Kopiervorlage dem Video "Barbara und Thomas" ( Bestellnr. 42 00196 ) beigelegte Arbeitsblatt wird erläutert und die Vorführungen finden, wie im Filmbeiheft erwähnt, in 4 getrennten Gruppen statt.
Wenn noch Zeit bleibt, wird der Polaritätsprofilbogen ausgewertet, d. h. die Mittelwerte jeder Gruppe ermittelt, sonst bereitet der Lehrer Folien mit den Werten für jede Gruppe die 6. Stunde vor.
Thema "Klassifizierung der Musiktypen in den gehörten Fassungen"
Der ganze Film wird allen in der Klasse vorgeführt, Leitfrage: "In welchem Stil hat Ph. Glass geschrieben? Was bezweckt jeder Stil?"
Das Ergebnis wieder als Tafelanschrieb
In modo classico: heiter, unbeschwert
in modo romantico: verträumt, gefühlig
in modo contemporaneo Kühl, befremdend
Woran die Wirkung lag kann durch einen Vergleich der Mittel ( Instrumentation/ Melodik/ Dynamik / Rhythmik ) je nach Leistungsstand der Klasse erklärt werden.
Thema "Auswertung der Polaritätsprofile"
Wie schon im Begleitheft erwähnt, findet eine Beeinflussung nicht bzw. nur teilweise statt.
Als Tafelanschrieb sollte nach dem Unterrichtsgespräch als Ergebnis erscheinen:
Gründe für die Nichtbeeinflussung
1. Zu wenig unterschiedliche Musikcharaktere
2. Strukturmonotonie: der Einsatz der Musik findet an immer der gleichen Stelle statt ( ohne Geräuschüberlagerung )
3. Inhalt des Filme: Die Darstellung der Nicht-Beziehung der beiden Jugendlichen löst im Zuschauer negative Gefühle aus.
Wenn es sich um eine aufgeweckte Klasse handelt, Können anschließend noch die Grenzen der Manipulierbarkeit durch Musik angesprochen werden:
1. wirkungsanalytisch
a) Gewöhnungseffekt
b) Prädispositionseffekt
2. inhaltsanalytisch
a) optische Informationsdichte
b) Bannungseffekt
Am Ende der Stunde steht die Hausaufgabe, geeignete Musikbeispiele herauszusuchen und für die nächsten beiden Stunden mitzubringen, um "Barbara und Thomas" zu verbessern.
Thema "Eigenproduktion einer neuen Musikspur"
Die Eigenproduktion, wie im Begleitheft angeregt, ist denkbar sowohl mit vorgefertigter Musik
( von Speichermedien), als auch durch improvisatorisch-kompositorische Eigenkreation. Reizvoll und für die Schüler instruktiv ist auch die überprüfung der neuen Tonspur durch die Vorführung des Filmes bei einer Kontrollgruppe ( z. B. Parallelklasse ).
Diese UE stellt ein fast ungenügendes "Anreißen" des Themas "Filmmusik" dar. Deshalb wäre bei einer größeren Stundenzahlinvestition eine Vertiefung denkbar durch folgende Filme:
Mit Musik geht alles besser ( Aus der Reihe "Cinema Berolina" )
Nr. 32 52982 - 13 Min. ( nur Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart )
Als Filmmusikgeschichtsdokument ist der Streifen sehr gut: vom Stummfilm ( "Berlin - sinfonie einer Großstadt" ) über Oscar Sala und sein Mixtur-Trautonium zeigt er bis zur Studioarbeit den Einsatz von Musik im Film.
Die Möglichkeiten des Tonfilms ( Folge 5 )
Nr. 32 51568 - 30 Min.
Der historische Überblick mit Ausschnitten aus Spielfilmen seit 1927 gibt sehr gute Einblicke in die vielen Möglichkeiten von Funktionen von Filmmusik, vor allem Musik zur Illustration, als dramaturgisches Mittel, Kontrapunktierung, Tonmontage.
Ton ( Aus der Serie "Filmsprache" )
Nr. 32 51803 - 8 Min.
Der sehr anschaulich mit einer Spielhandlung aufgemachte Streifen zeigt die Entwicklung der Tonebene ( Stummfilm - O-Ton - Effekte - Musikeinsatz, einschließlich Parodie )
Die 2. Dimension: Der Ton ( Aus der Reihe "Cinema Berolina" )
Nr. 32 52983 - 13 Min. ( nur Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart )
Ein Film, dessen historische Rückblicke geschickt mit Zitaten aus der Moderne aufgelockert sind und der aufgrund des hohen Anteiles von Musikbeispielen als Alternative zu "Die Möglichkeiten des Tonfilmes" ( s. o. ) oder "Ton" ( s. o. ) dienen kann.
Dieses Glossar, wie auch die ganze UE, basiert auf der Einheit "Filmmusik" von Hansjörg Pauli im Funkkolleg Musik, Studienbegleitbrief 11, 1978. Zur Lehrerinformation besonders hilfreich ist das jüngst erschienene Buch von Georg Maas/Achim Schudack " Musik und Film - Filmmusik", Mainz: Schott-Verlag, 1994.
Bannungseffekt
Wenn die Bildebene aufgrund ihrer besonders starken Aussagekraft den Zuschauer ganz in Bann zieht, bleibt für die akustische Ebene keine Wahrnehmungsspannung mehr übrig.
Bildton
Akustische Ereignisse, die vom Filmbetrachter so wahrgenommen werden, als wäre er an den visuellen Ereignissen persönlich beteiligt.
Formeln
Verkürzte Musikgestalten, die beispielsweise Bewegungsvorgänge in der Zeit bzw. im Raum darstellen ( z. B. Seufzermotiv, Streichertremolo etc. )
Fremdton
Akustische Ereignisse, deren Herkunft weder unmittelbar noch mittelbar von der Bildebene abgeleitet werden Können.
funktional
Die Bildebene diktiert der Musik den zeitlichen und musikgegenständlichen Ablauf.
Gewöhnungseffekt
Aufgrund des starken ( Musik- )Medienkonsums des Zuschauers bewirkt der musikalische Background im Film keine Zusatzinformation mehr.
Informationsdichte ( optische )
Wenn die Bildebene viele Informationen sehr intensiv und/ oder rasch hintereinander anbietet, bleibt die akustische Ebene ( fast ) unbemerkt. Diese hat es sowieso schwer, da im Normalfall 80% unserer Wahrnehmungsenergie bei audiovisuellen Medien von der Bildebene absorbiert werden.
Kontrapunktierung
Der Charakter der Musik widerspricht dem Charakter des Bildinhaltes.
Leitmotivtechnik
Den Personen eines Filmes werden wie in der Oper charakteristische Themen bzw. Motive zugeordnet. Wenn dies im Film für den Hauptdarsteller gemacht wird, kann man auch von "Kennmelodie" sprechen.
Moodtechnik
Den Filmszenen gleichen Inhaltes werden musikalische Stimmungsbilder gleichen Charakters zugeordnet, die aber thematisch meist unabhängig sind, sonst wäre diese Technik ja gleich wie die Leitmotivtechnik.
Polarisierung
Inhaltlich neutrale bzw. doppeldeutige Bilder erhalten durch Musik einen eindeutigen Charakter.
Prädispositionseffekt
Der Zuschauer hat aufgrund des gezeigten Inhaltes eine ausgeprägte vorgefaßte Meinung zum Bildgegenstand und läßt sich auch nicht durch Musik beeinflussen.
Trendanalyse
ür die Absatzpolitik eines Musikkonzerns ist es wichtig, die aktuelle Grundtendenz und eine langfristig prognostizierte Haupttendenz in der U-Musik zu kennen.
Überbrückung
Bildschnitte werden durch Musik mit gleichbleibendem Charakter überbrückt, also beispielsweise Ortswechsel werden verknüpft. Wenn dies bei mehreren Situationen, Vorgängen, Entwicklungen, die kaleidoskopartig hintereinandergeschnitten sind, eingesetzt wird, spricht man von einer durch Musik vereinheitlichten Bildmontage, bei Serientitel sehr beliebt.
Verdeutlichung innerer Vorgänge
Seelische Vorgänge, die in der visuellen Schicht eines Filmes nur schwer darstellbar sind, werden mittels Musik verdeutlicht - Musik ist hierbei oft als dramaturgisches Hilfsmittel eingesetzt, um "Stille" zu überbrücken.
Zitat
vorübergehende Verwendung von stil- oder genrefremden musikalischen Formen ( also z.B. Jagd-, Signal-, Militär-, Kirchen-, Volksmusik, Jazz etc. ), die das im Bild Gezeigte blitzartig historisch, geographisch oder gesellschaftlich einordnet.
Zwar ist es in der heutigen Zeit, wo im Ergänzungsbereich die Unterrichtsstunden nur so zusammengestrichen werden, sehr optimistisch, in Fortführung der UE "Filmmusik" aus Klasse 9 eine AG "Filmmusik" in Klasse 10 zu installieren, dennoch sei hier auf Material hingewiesen, das als Anschauungsmaterial für die AG dienen kann, in der es allerdings in erster Linie um eine kreative Eigenproduktion ( Video/ Super 8 ) mit Unterstützung oder in Zusammenarbeit mit der Video-AG eine Schule gehen sollte.
1. Grundlagen
Wenn diese nicht schon in Kasse 9 gelegt wurden, sollte eine Auswahl der Filme aus Klasse 9 benutzt werden:
Mit Musik geht alles besser ( Aus der Reihe "Cinema Berolina" )
Nr. 32 52982 - 13 Min. ( nur Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart )
Die Möglichkeiten des Tonfilms ( Folge 5 )
Nr. 32 51568 - 30 Min.
Ton ( Aus der Serie "Filmsprache" )
Nr. 32 51803 - 8 Min.
Die 2. Dimension: Der Ton ( Aus der Reihe "Cinema Berolina" )
Nr. 32 52983 - 13 Min. ( nur Landesbildstelle Württemberg, Stuttgart )
2. Möglichkeiten von Musik im sprachlosen Film
Glas
Nr. 32 01585 - 11 Min.
Die drei Abschnitte dieses Filmes geben gute Beispiele ab für die unterschiedliche Behandlung von Bild- und Musikablauf: der 1. Teil demonstriert den Einsatz der Musik als "Hintergrundsmusik", im 2. Teil werden Geräusche, Sprache und Musik vermischt, und der 3. Teil stößt zu "Mickey-Mousing" vor. "Mickey-Mousing" ist eine Technik, bei der exakte Synchronität von Bild und Musik gewährleistet sein muß. Walt Disney hat dies in seinen ersten Tonzeichentrickfilmen benutzt.
Dieser Film sollte unbedingt gezeigt und ausführlich analysiert wurden.
Ein Ball will spielen
Nr. 32 02414 - 9 Min.
Als Beispiel für eine wortlose, nur auf Bild und Musik gestützte Handlungsaussage ist der Film eine treffende musikalische Illustration. Zwar gibt es kein "Mickey-Mousing" , doch wird das Ballhüpfen gelungen stilisiert. Die Bildaussage findet sich im Musikcharakter.
Rot und Schwarz
Nr. 32 51064 - 7 Min.
Auch dieser Zeichentrickfilm über einen Stierkampf demonstriert nicht das "Mickey-Mousing", jedoch spiegeln sich die Grundtendenzen der Bildinhalte in der Musik wider. Der Film ist eine Alternative zu "Ein Ball will spielen".
Feuer
Nr. 32 03255 - 9 Min.
In diesem Zeichentrickfilm ( Ölfarben ), bei dem auf Synchronität geachtet wurde, wurde der Musik experimentelle Züge ( trotz traditioneller Instrumente ) abgewonnen. Interessant ist die Übereinstimmung von Ausdruckswerten in Farben und Klängen.
Technik - drei Studien in Jazz
Nr. 32 52896 - 10 Min.
Die Rhythmen des Arbeitsprozesses ( Stahlwerk ) werden ausgezeichnet den Rhythmen der Musik zugeordnet. Als ein Beispiel für die Verwendung von Jazz sollte es in der AG-Arbeit nicht fehlen.
Pacific 231
Nr. 32 01535 - 10 Min.
Als gelungenes Beispiel, wie man zu einer ursprünglich bildlosen, aber programmatisch stark geprägten Komposition eine nachträgliche Bildmontage fertigt, die den Bildrhythmus dem Musikrhythmus anpaßt, darf der Film nicht fehlen. Vielleicht regt er auch dazu an, dasselbe Verfahren ( Bebilderung einer programmatisch bestimmten Komposition, sogenannte Programmmusik ) in einer Video-Eigen-Produktion selbst zu versuchen.
Bei Honegger sei noch ein Querverweis angebracht: Im Film "Bewegte Bilder" ( Nr. 32 02856 ) ist ein weiteres Honegger-Opus zu sehen und zu hören: Zum Film "Die Idee" von Bartosch komponierte Honegger eine originale Filmmusik.
Dreiecke im Dreivierteltakt
Nr. 32 02050 - 5 Min.
Dieser Zeichentrickfilm ist eine exzellentes Beispiel für Mickey-Mousing, wobei die Phrasierung der Musik absolut synchron zum Bewegungsablauf der Bildfolge ist, der Musikcharakter aber nicht in jedem Fall mit dem Bildcharakter übereinstimmt: z. B. erhält ein mit vielen graphischen Zeichen gefülltes Bild nicht eine Stimmfülle der Musik.
So ein Hundeleben
Nr. 32 51365 - 9 Min.
Für die AG-Arbeit ist nur die erste Hälfte des Filmes interessant, wo kontrapunktisch dem Heintje-Schlager "Du sollst nicht weinen" die Bilder von Grabsteinen eines Hundefriedhofes zugeordnet wer-den. Da der Film nicht für medienkundliche Zwecke gedreht wurde, stimmen die Bild-Schnitte oft nicht mit dem Musik-Einschnitten überein, noch folgt die Kamerabewegung synchron der Musik ( z. B. "Aber heitschi...")
3. Geschichte
Bewegte Bilder ( Deutsche Trickfilme der 20er Jahre )
Nr. 32 0285 - 36 Min.
Einer der Pioniere des Trickfilms, Lotte Reiniger, erzählt als lebendiger Zeitzeuge die Trickfilmgeschichte vom Ende des 1. Weltkrieges bis 1933. Anhand von Ausschnitten und ganzen Streifen wird eindrücklich verdeutlicht, was man unter dem Begriff "Film ist optische Musik" oder "Film als visuelle Musik" verstehen kann. Besonders die Beispiele von Oskar Fischinger ( Studie Nr. 5 und 7 ) dokumentieren eine gelungene Synthese von "gezeichneter Musik".
Dokumente zur Geschichte des Werbefilmes - 2 ( 1939 - 1956 )
Nr. 32 01802 - 13 Min.
Die ersten beiden Beispiele ( "Spiel der Wellen" und "King Coal") sind hervorragende Beispiele, wo Musik nicht bloß illustrativ, sondern sinnstiftend eingesetzt werden kann. Die weiteren zwei Beiträge Können entfallen.