Inhaltsverzeichnis (AUSZUG)

Einleitung (Texte der Bulle, der Apologia, der Approbatio)

1. Ob es Zauberei gebe

2. Ob der Dämon mit dem Hexer mitwirke

3. Ob durch Inkubi und Sukkubi Menschen gezeugt werden können

4. Von welchen Dämonen derartiges, nämlich Inkubat und Sukkubat, verübt wird

5. Woher die Vermehrung der Hexenkünste stamme

6. Üeber die Hexen selbst, die sich den Dämonen unterwerfen

7. Ob die Hexer die Herzen der Menschen zu Liebe oder Haß reizen können

8. Ob die Hexen die Zeugungskraft oder den Liebesgenuß verhindern können, welche Hexerei in der Bulle enthalten ist

9. Ob die Hexen durch gauklerische Vorspiegelungen die männlichen Glieder behexen, daß sie gleichsam gänzlich aus den Körpern

herausgerissen sind

10. Ob sich die Hexen mit den Menschen zu schaffen machen, indem sie sich durch Gaukelkunst in Tiergestalten verwandeln

11. Daß die Hexen-Hebammen die Empfängnis im Mutterleibe auf verschiedene Weisen verhindern, auch Fehlgeburten bewirken und,

wenn sie es nicht tun, die Neugeborenen den Dämonen opfern

12. Ob die Zulassung Gottes zur Hexerei nötig sei

Über die beiden Zulassungen Gottes, die er mit Recht zuließ, daß der Teufel,
der Urheber alles Bösen, sündigte und zugleich die beiden Eltern fielen, wonach die Werke
der Hexen mit Recht zugelassen werden

 

 

Des

Hexenhammers erster Teil,

 

enthält dreierlei, was zur Hexentat gehört, nämlich den Dämon, den Hexer und die göttliche Zulassung.

 

Ob es Zauberei gebe, erste Frage.

 

Ob die Behauptung, es gebe Hexen, so gut katholisch sei, daß die hartnäckige Verteidigung des Gegenteils durchaus für ketzerisch gelten müsse?

 

1.Es wird der Beweis geführt, daß es nicht gut katholisch sei, etwas derartiges zu behaupten. Episc. 26,5: "Wer da glaubt, daß es möglich sei, daß ein Wesen in einen besseren oder schlechteren Zustand verwandelt oder in eine andere Gestalt oder in ein anderes Bildnis ungestaltet werde, außer vom Allschöpfer allein, der steht unter den Heiden und Ungläubigen." Wenn aber erzählt wird, daß derlei von Hexen gemacht werde, so ist das nicht gut katholisch, sondern ketzerisch.

 

2.F e r n e r: Es gibt keine zauberische Handlung auf Erden. Beweis: Gäbe es derartiges,

dann geschähe es durch die Macht der Dämonen. Aber zu behaupten, daß Dämonen

körperliche Umwandlungen bewirken oder verhindern könnten, erscheint als nicht gut

katholisch, weil sie ja sonst die ganze Welt zerstören könnten.

 

3.F e r n e r: Jede Änderung des Körpers, Krankheit und Gesundheit, wird auf eine örtliche

Bewegung zurückgeführt, was ersichtlich aus P h y s. 5. Dazu gehört die Bewegung des

Himmels vor allem: aber die Dämonen können diese nicht verändern,

D i o n y s. e p i s t. a d P o 1 y c a r p.; weil dies Gott allein zusteht; daher ist es klar,

daß sie keine Veränderung, wenigstens keine wahre, an den Körpern bewirken können,

und daß notwendigerweise derartige Verwandlungen auf irgend welche geheimen

Ursachen zurückgeführt werden müssen.

 

4.F e r n e r: Wie das Werk Gottes stärker ist als das des Teufels, so auch seine Macht.

Aber wenn es Zauberei in der Welt gäbe, so wäre ja das Werk des Teufels gegen die

Macht Gottes. Wie es also töricht ist, zu meinen, die abergläubisch angenommene Macht

des Teufels meistere das Werk Gottes, ebenso ist es unerlaubt, zu glauben, daß die

Geschöpfe und Werke Gottes durch die Werke des Teufels verändert werden können, an

Menschen wie an Tieren.

 

5.F e r n e r: Was körperlicher Kraft unterworfen ist, hat nicht die Kraft, auf körperliche

Wesen einzuwirken.Die Dämonen aber sind den Kräften der Sterne unterworfen, was

daraus ersichtlich ist, daß gewisse Beschwörer bei der Anrufung der Dämonen bestimmte

Konstellationen beobachten. Daher haben sie keine Gewalt, irgendwie auf körperliche

Wesen einzuwirken, und ebensowenig und noch viel weniger die Hexen.

 

6.F e r n e r handeln die Dämonen nur durch künstliche Mittel: aber diese können nicht

wahre Gestalt verleihen; (daher heisst es c. d e m i n e r i s: "Die Meister der Alchymie

mögen wissen, daß Gestalten nicht verwandelt werden können"), daher können auch die

Dämonen, welche mit künstlichen Mitteln arbeiten, wahre Eigenschaften der Gesundheit

oder Krankheit nicht schaffen, sondern wenn diese wirklich eintreten, so haben sie

irgend eine andere, verborgene Ursache, ohne Einwirkung der Dämonen und Hexen.

Dagegen aber: D e c r e t. XXXIII, 9, 1: "Wenn durch Zauber- und Hexenkünste

bisweilen mit heimlicher Zulassung von Gottes gerechtem Urteile und unter Beihilfe des

Satans etc." Es handelt sich da um die Verhinderung der ehelichen Pflichten durch

Hexen, wozu dreierlei nötig sei, eine Hexe, der Teufel und die Zulassung Gottes.

 

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Referat "Hexen"