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SCHULEN ANS NETZ: ABSCHLUSSBERICHT
zu

BAROCK - EIN FÄCHERVERBINDENDES PROJEKT
Dr. Norbert Ruske, STD

 

PROJEKTIDEE, Überlegungen zur Vorgehensweise, methodische und didaktische Beschreibung:

Ausgangspunkt des Projektes waren einige grundlegende Überlegungen zu den Inhalten der Unterrrichtseinheit BAROCK, die im Lehrplan der Klasse 11 in Baden-Württemberg ihren Platz hat:

1. Epochen werden idealerweise fächerverbindend unterrichtet.

2. NETZ und FÄCHERVERBINDENDER UNTERRICHT:
Der Zusammenhang dieser Begriffe ist bisher zu wenig erkannt und für die Publikation traditioneller Inhalte genutzt worden.
Dabei ist der Lehrer gerade bei der Behandlung von Epochen darauf angewiesen, Zusammenhänge zwischen Naturwissenschaften, Weltbild, Kunst, Philosophie, Literatur aufzuzeigen. Diesem Ziel dient die LINKTECHNIK - sie verbindet verwandte Gedanken in verschiedenen Referaten, sie hilft aufzuzeigen, wie eine Idee aus einem Fachgebiet - möglicherweise abgewandelt - in einem anderen wieder auftaucht.

Damit hat das technisch Mögliche einen direkte inhaltliche Entsprechung - erst die lässt es sinnvoll erscheinen, ein Projekt anzupacken, das sich über nahezu das gesamte Schuljahr hinzieht. Das heißt, bereits in der Phase des Anfertigens der Referate muss man das Ergebnis im Blick haben, traditioneller Unterricht und das Einbeziehen eines neuen Mediums folgen nicht hintereinander, so laufen stets parallel, sie ergänzen sich. Der Reiz liegt im Herstellen von Zusammenhängen und Querverbindungen, hier bietet das "VERLINKEN" der Inhalte untereinander - wie sie moderne Multimedia - Lexika benutzen - einen idealen Ansatz. (Vgl. etwa die Verweise von Kepler zur Musik, von der Mode zu Rubens, vom Krieg zur Malerei...und die Hinweise auf die verwandten Themen)

Der fächerverbindende Ansatz ergibt sich aus dem Lehrplan des Landes Baden-Württemberg:
In Klasse 11 soll das Fach
Deutsch - dem wir beim fächerverbindenden Ansatz eine Leitfunktion zuschreiben - die Epoche Barock behandeln, das Fach
Musik die barocke Musik , die
Physik Newton kurz darstellen, die
Kunst kann sich der Malerei der Epoche widmen, die
Biologie sollte beim Mikroskopieren auf die Ursprünge dieser Methode im Barock hinweisen, die
Mathematik behandelt die Differentialrechnung, die auf Leibniz und Newton zurückgeht, in Klasse 12 wird die analytische Geometrie unterrichtet, die Descartes begründete.

Nicht zuletzt ist Mannheim von seiner Anlage her eine Barockstadt, das Schloss ist eines der größten Barockschlösser - somit hatten wir Anschauungsmaterial "vor der Tür".

Diesen "fächerverlinkenden Weg" ist dieses Projekt gegangen - dabei ist klar, dass man eine Epoche nicht umfassend darstellen kann, sondern gezielt auswählen muss. Daher fehlen in dieser Darstellung die "üblichen" Inhalte Lyrik und Literatur, dazu gibt es ausreichend traditionelles Material. Weiterhin konnten noch nicht alle Ideen - etwa die Analyse der Stadtpläne barocker Stadtanlagen ( welche Karlsruher oder Mannheimer Schule klingt sich hier ein ?? ) und der Zusammenhang mit dem Absolutismus - dargestellt werden.

Dabei stellen sich während der Arbeit permanent medienkundliche Fragen:

In welcher Form veröffentlicht man ein längeres Referat im Internet? Lange Texte sind am Bildschirm nicht lesbar ! Wir entschieden uns dafür, eine kurze Zusammenfassung voranzustellen - etwa dem Leadstyle, wie er früher in der Zeitung notwendig und üblich war- und aus diesem heraus Links zu den Themenüberschriften zu setzen. Aus dem Referat heraus kann man aber immer auch wieder zurück zum "Kurztext" springen. So bestimmt das Medium die Form der Publikation - Inhalt-Form Debatte, wie wir sie im Deutschunterricht sehr oft an Beispielen aus der Literatur kennen.

Schließlich wird die Fähigkeit trainiert, einen langen Text in knappen Worten präzis zusammenzufassen - auch das ist ein Ziel des traditionellen Deutschunterrichts, nur - mit welcher Motivation gingen die Schüler hier daran, und was ist üblicherweise der Fall !

Die Referate sind im traditionellen Unterricht entstanden. Von Anfang an recherchierten wir im Internet und in der Bücherei, um neue und traditionelle Medien der Informationsbeschaffung nebeneinander zu benutzen und zu vergleichen. Der Unterricht folgte also dem DREISCHRITT.

BESCHAFFUNG - AUFBEREITUNG - PUBLIKATION

von Informationen

Damit wurde das Internet von Anfang an inhaltlich sinnvoll einbezogen, sowohl als neues Medium der Informationsbeschaffung als auch mit dem Ziel, die Klasse im Umgang damit kritisch zu erziehen - Vermittlung von Medienkompetenz. Was im traditionellen Unterricht geleistet wurde - die Verbindung der Einzelreferate untereinder zu einem Gesamtbild, das soll die vorliegende Form der VERNETZUNG ("VERLINKUNG") illustrieren.

Kennzeichen des Projektes sind also:

  • Einsatz im regulären Unterricht , Erfüllung des traditionellen Lehrplans,
  • Einbeziehung der gesamten Klasse
  • Arbeit auf aktuellem technischen Stand, aber Vorrang des Inhaltes vor der Technik, stattdessen: Nutzung der Technik zur Darstellung der Inhalte,
  • Kommunikationsangebot an andere Schulen
  • Medienerziehung im traditionellen Unterricht

 

PC - AUSSTATTUNG :

Wichtig ist der Hinweis, dass sich Seiten dieser Art nur dann erstellen lassen, wenn geeignetes "Handwerkszeug" vorliegt: Die geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Fächer sollten Computer mit einem guten Textverarbeitungsprogramm, idealerweise einem Bildbearbeitungsprogramm und - unverzichtbar - einem leistungsfähigen HTML - Editor (wir benutzten FRONTPAGE) zur Verfügung haben. Der Kollege, der den Computerraum betreut, sollte in das Projekt einbezogen werden, ohne enge Zusammenarbeit kann ein solches Vorhaben nicht gelingen - das fächerverbindende Arbeiten beginnt also bereits bei der Planung.

Wir - zwischen 3 und 8 Schülern und ich - arbeiteten in der Schlussphase (Projekttage) auf drei miteinander vernetzten Computern zur Erstellung der Seiten. Für diese Arbeit zog ich "Spezialisten" heran, die zuvor in der Internet-AG oder privat Erfahrungen gesammelt hatten. Eine Einweisung der gesamten Klasse in das Programm "Frontpage" erfolgte also nicht.
Auf weiteren Rechnern wurden die Links ergänzt und von dem Rest der Klasse direkt in das Netz eingegeben. Dazu nutzten wir die "SCHULE IM NETZ SIN 96", die ein solches Vorgehen ermöglicht, da die Links in Datenbanken verwaltet werden, auf die die Schülerinnen und Schüler direkt zugreifen konnten.

Der Computerraum verfügt über neun Pentium - Rechner in einem WINDOWS NT Netz, von allen Plätzen aus kann im Netz recherchiert werden. Die Schule stellt auch bis zu 256 Mailadressen bereit, so dass die (aber nicht genutzte ) Möglichkeit bestanden hätte, die Verfasser der Referate auch direkt anzuschreiben. Zur Zeit kommen alle Zuschriften an die Lehreradresse.

UNTERSTÜTZUNG

Die Schulleitung steht diesen Projekten sehr aufgeschlossen gegenüber, die Ausstattung des Computerraumes wurde mit großem finanziellen Einsatz der Schule vorangetrieben im Dialog mit den Fachbereichen und deren speziellen Anforderungen. Die Eltern sind über den Förderverein beteiligt. Zudem wird die Schule von MICROSOFT unterstützt.

 

SCHULINTERNE FORTBILDUNG

Die Einrichtung des neuen Computerraumes wurde auch zur schulinternen Fortbildung genutzt. Während ich die Deutschkollegen im Rahmen mehrerer Fachkonferenzen einwies, führte OStR Gerhard Liebrich dies für das restliche Kollegium an drei Tagungen zu jeweils fünf Halbtagen weiter. Da wir beide in der Lehrerfortbildung tätig sind, wurde das Programm dieser Tagungen übernommen. Wir besprachen konkrete inhaltliche Nutzungen des Internets für die einzelnen Fächer und hierbei vor allem die Punkte:

Umgang mit dem Browser, Recherche, Mail, Material und Programme downloaden, Publizieren. Die Folge ist eine weitgehende kritische Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Medien, vor allem aber wird nun das Netz über alle Fächer hinweg für Mailprojekte und zur Recherche genutzt. Dabei stehen die Sprachen und die geisteswissenschaftlichen Fächer im Vordergrund.

 

 

Dr. Norbert RUSKE  ZUR STARTSEITE  ZUR THEMENSEITE