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Peter-Petersen Gymnasium
Klasse 11.3
Juni 1997/ Barockprojekt 2000
Referat: Sonja Schneider





Ludwig XIV

Index:

Das Leben von Ludwig XIV:

König Ludwig XIV, der sich selbst als Sonnenkönig bezeichnete, wurde am 5.9.1638, als Sohn der Anna von Österreich, in Saint Germain geboren. Er wuchs unter der Regentschaft seiner Mutter auf. Nach dem Tod des Kardinal Jules Mazarin am 9.3.1661, Ludwig war gerade erst 23 Jahre alt, übernahm er die Regierung. Von da an wollte er über alles unterrichtet, und bei allen Entscheidungen mit einbezogen werden. Die Statur Ludwigs war kräftig, er war gut gebaut, von mittlerem Wuchs, breitschultrig: insgesamt ziemlich gutaussehend. Seine Art war es sich , beherrscht, liebenswürdig, und besonders gegen Damen sehr korrekt zu verhalten, und er konnte sich besonders gut verstellen und seine Gefühle verbergen. Diesen zwei Eigenschaften hatte er es zu verdanken, dass ihm alle Damen am Hof verfallen waren, was ihm nicht unangenehm war. Nicht verwunderlich ist es demnach die große Anzahl legitimer und halblegitimer Kinder. 1659 heiratete er Maria Theresia, die Infantin von Spanien. 1661-1667 hatte er eine Affäre mit Mme La Valliere, einer jungen Adligen, mit der er 3 Kinder hatte. Danach ließ er sich mit der Mme Montespan ein, obwohl Mme La Valliere noch am Hof war. 1672 ging diese dann ins Kloster Chaillot doch der König holte sie zurück. 1 Jahr später trat sie jedoch endgültig in den Orden der Karmeliterinnen ein. Nach dem Tod seiner Mutter erkannte Ludwig die Kinder, die er mit La Valliere hatte, an. 1682 heiratete Ludwig Francoise Maintenon.
Die Hobbys von Ludwig XIV waren sehr vielfältig: Er liebte Ballspiele, die Jagd, den Tanz ( besonders das Ballett), die Musik ( er selbst spielte Cembalo und Zither), die Literatur, die Kunst, alle Feste und Bälle, ganz besonders die Natur (die Parks und Gärten von Versailles), und große Bauten. Seiner Auffassung nach "beweise nichts die Größe und den Geist des Fürsten besser, als Bauten."
Ludwig zog mit seiner Familie schon in Versailles ein, als es noch gar nicht fertig war. zu dieser Zeit ließ er für viele Schlösser Arbeiten beginnen, doch als er das Schloss Vaux le Vicomte von Fouquet sah gefiel ihm dieses so gut, dass er kein anderes Schloss als so eines wollte. Ludwig liebte die Arbeiten an diesem Schloss und verfolgte sie mit Leidenschaft. Allein um die Pläne für Versailles zu zeichnen ließ er extra einen Italiener nach Frankreich kommen. Doch die Pläne des Italieners wurden abgelehnt. Stattdessen nahm man die Pläne von Claude Perrault.

Ein Tag im Leben von Ludwig XIV:

8 Uhr: Der 1. Diener und der 1. Arzt kommen ins königliche Zimmer. 15 Min später erscheinen einige Privilegierte dann betet der König.
8.30 Uhr Der Barbier rasiert den König, der währendessen Neuigkeiten mit den Privilegierten austauscht. Nun wird der König angezogen und frühstückt. Daran wollen alle teilnehmen. Der Dauphin ( der Kronprinz) darf die Serviette oder den Stuhl des Königs halten. Jetzt betet der König noch einmal und gibt Anweisungen für den Tag. Während der Nächsten Stunde macht der König einen Spaziergang oder geht auf die Jagd. Ludwig war ein guter Schütze und jagte sogar noch mit 75 Jahren 5 Stunden am Stück. Nach dem Spaziergang isst der König zu Mittag. Sein Mittagessen besteht aus: 4 Tellern verschiedener Suppen, einem Fasan, einem Rebhuhn, einer großen Schüssel Salat, Hammelfleisch mit Knoblauch und Sauce, einem Teller Backwaren, Früchten und Marmelade. Am Nachmittag trifft er sich mit seinen Ratgebern im Schloss und unterhält sich mit ihnen über die Ereignisse im Königreich.
22.00 Uhr: Der König isst öffentlich zu Abend und zieht sich danach in seine Räume zurück. Dort spricht er mit seiner Familie oder spielt Billard.
3x pro Woche finden Konzerte oder Komödien im königlichen Appartement statt.
Jetzt folgt die Zeremonie zum Schlafengehen. Ludwigs Tag war streng geregelt, überall war er von Dienern umgeben. Jeden Tag passierter dasselbe, wie in einer Komödie. Sein tägliches Leben war jedoch trotz aller Strenge erhaben, großartig, pompös aber auch einfach, korrekt und überschaubar sein. Während Ludwigs gesamter Regierungszeit wollte man Paris verschönern, damit es auch wie eine Hauptstadt aussah. Der 1. Schritt war die Vollendung des Louvre, dann folgte auch die "Place Royale".
Während Ludwigs Regierung fand der Übergang der Vorbarocke zur Vollbarocke statt. Er regierte ca. 55 Jahre, die Zeit nach seinem Tod war das Rokoko oder die Spätbarocke. Seine Regierung war ein besonders extremer Absolutismus. Sein bedeutenster Auspruch ist "l´état c´est moi!", der König beherrschte den Staat nicht nur, er machte ihn. Er wurde als Gott Vater gesehen. Diese glanzvolle Präsentation des Sonnenkönigtums wurde zum Symbol der auf den Herrscher bezogenen Hofkultur des " Grand Siecles".

Die Regierung von Ludwig XIV:

Die 3 Elemente, die Ludwigs Staatswesen charakterisierten waren Bürokratie, Polizei und ein stehendes Heer. Diese Regierung war nur mit wenigen Männern besetzt, und es gab 4 Räte. Der erste und wichtigste Rat war der Rat für auswärtige Politik der geheime Rat oder der Staatsrat, Kabinettsrat oder enger Rat. Seine Aufgabe war es Entscheidungen über Krieg und Frieden zu treffen. Nur die Mitglieder dieses Rates waren Minister. 1653 gab es davon 24, 1662 nur noch 3: Le Tellier, Lionne und Colbert. Sie waren bekannt als die "Trias"! Der zweite Rat war der Staatsverwaltungsrat um den König herum, er war das Kollegialministerium des Inneren. Er enthielt 4 Staatssekretäre und einen Schriftführer. Der dritte Rat war der Verwaltungsrat für das Finanzwesen, der auch der königliche Rat hieß. Er stellte den Haushaltsplan auf, setzte die Steuern und Abgaben wie zum Beispiel die "Taille" (Kopfsteuer), die hoch und ungerecht war, fest und überwachte die Pächter. Diese drei Räte standen dem König am nächsten. Sie tagten in seinen Räumen. Es gab auch noch einen vierten Rat: den Hofgerichtsrat, oder auch der geheime Rat, im königlichen Palast. Der Vertreter des Königs in diesem Rat war der Kanzler, der zugleich auch Chef der Justiz, Präsident aller Gerichtshöfe und Siegelbewacher war. Der Kanzler wurde auf Lebenszeit gewählt. Bei der Besetzung öffentlicher Ämter hatten die Adligen den Vorrang, Ludwig zog aber auch Bürgerliche in seine Dienste, sogar in höchste Positionen, wenn sie Talent hatten. Durch die Teilweise Einsetzung von Bürgerlichen entstand eine neue soziale Schicht: die "Nouveau riches", die durch Landkauf oder reiche Heiraten zu Geld kamen. Wie auch bei allen anderen Entscheidungen wollte der König über jede Transaktion, und sei es auch nur die Austellung eines Passes, unterrichtet sein.

Armee- und Kriegsführung:

Ludwig hatte eine große starke Armee, deren General er selbst war. Zu Friedenszeiten enthielt die Armee 15000 Mann, die für die Sicherheit in Frankreich zuständig waren. Sie bestand aus den königlichen Truppen, der Leibgarde, Der Edelgarde, den Gendarmen, der leichten Kavallerie, die französische und die schweizer Garde und die Regimenter der Pikardie, Champagne und der Normandie. In Kriegszeiten warb und bezahlte der Adel Truppen, die danach wieder aufgelöst wurden. Ludwig ließ sich regelmäßig über die Truppen unterrichten, machte sich Notizen und nahm von Zeit zu Zeit, wenn die Truppen exerzierten, das Kommando an sich. In "normalen" Kriegen hielt er sich jedoch zurück, um seinem Ruf nicht zu schaden, nahm aber an Belagerungskriegen teil. Die Heerführer des Königs waren: Condé und Turenne. Ludwig achtete besonders auf das Heer, er selbst war Militarist. Den Erfolg der französischen Truppen kann man durch einige wichtige Erfindungen erklären. Louvois ersetzte die Luntenflinte durch das Steinschloßgewehr, die Pike durch das Bajonett, und machte das Fußvolk zur Hauptruppengattung. Er führte auch als erster die einheitliche Uniformierung ein. Ludwigs Politik war rücksichtslos und perfide. Als erstes überfiel er Holland, dann besetzte er Straßburg und erhob schließlich sogar Ansprüche auf viele ausländische Städte wie zum Beispiel Mannheim oder Heidelberg. Seine Absichten waren die Übernahme von Belgien, Holland, die Herrschaft über die Nordsee, Spanien, Westindien, Franche comte und Teile des Elsaß. Am Ende langer Kämpfe erhielt er allerdings nur Franche Comte und Teile des Elsaß. Der letzte Abschnitt dieser Kriege war der 13jährige Weltkrieg, der auch Spanischer Erbfolgekrieg hieß, an dem fast ganz Europa teilnahm. Ludwigs Hauptgegner war Kaiser Leopold I, ein Habsburger. Beide wollten den spanischen Thron. Ludwig war in diesem Krieg jedoch von Anfang an unglücklich, da er die beiden besten Feldherren auf der Gegnerseite waren: Malborough und Prinz Eugen. Andere Gründe für seine Niederlage waren der Steuerdruck, der Mißwachs und die Hungersnot. Als Ludwig erkannte in welch auswegslosen Lage er war, entschloß er sich zu Friedensverhandlungen, wobei er sich auf folgende Bedingungen einließ: 1. Alle Besitztümer des Westfälischen Friedens sollten wiederhergestellt werden. ". Die niederländischen Grenzfestungen mussten herausgegeben werden. und 3. musste die Krone an Karl den zweiten Sohn Leopolds I abgegeben werden. Zu dieser Zeit wurde die wirtschaftliche Rezession des 17 Jahrhunderts, die durch die Geldknappheit ausgelöst wurde, immer spürbarer.

Ludwigs Einstellung gegenüber der Kirche:

Ludwig XIV wollte auch in der Kirche die absolute Herrschaft haben. Er ging gegen die Janseisten vor und führte Widerstand gegen den Papst. Ludwig berief eine Kirchenversammlung nach Paris, in der er erklärte, dass die Päpste nur Macht im Geistlichen nicht im Materiellem haben. So beschränkte er die Autorität des Papstes mit den Vorschriften und Gebräuchen der gallikanischen Kirche. Die gallikanische Kirche war die französische Nationalkirche, bei der der Papst keinen Einfluß mehr auf die Besetzung der Pfründen hatte. Ludwig wollte, dass alle Bischöfe zusammen die Erklärung der 4 Artikel verfassten. Ebenso ließ er das Edikt von Nantes aufheben, wodurch die Hugenotten entrechtet, und der Verfolgung preisgegeben wurden. Dies schadete der Wirtschaft und dem Ansehen des französischen Staates erheblich. Als Ludwig 1693 mit ganz Europa im Krieg lag, war er jedoch auf die Hilfe der Kirche angewiesen, und hob deshalb die Erklärung der 4 Artikel auf.

Alltag und Kunst am Hofe von Ludwig XIV:

Ludwig ließ viele Adlige in Versailles wohnen, damit er sie besser unter Kontrolle hatte. Zu ihrer Unterhaltung gab er viele prunkvolle Feste. 1662 veranstaltete er ein Ringelstechen zu ehren des Thronfolgers zu dem er 15000 eingeladen hatte. Diesen bot er ein eindrucksvolles Programm mit großem Aufwand. Das Fest kostete ihn über 1 Million Livres. Von 1664 an gab er immer wieder teure Feste mit Tanz, Musik, Ballett und Theaterstücken, unter anderem von Molière. Da er selbst die Musik und den Tanz über alles liebte, nahm er Lulli in seinen Dienst. Er wurde erster Geiger im Orchester und Ludwigs persöhnlicher Ballettlehrer. 1661 wurde er zum Surintendanten der Musik ernannt. 1672 übertrug man ihm die Leitung der Oper. Er schrieb Balladen, Tänze und Gesänge. Der König wollte aber nicht nur für die Musik jemand Speziellen haben, und alles sollte mit seinem Signum gezeichnet sein. 1667 entstand die königliche Manufaktur in Gobelins. Danach holte er für alles bestimmte Leute an den Hof. Für die Stickerei: Bellard und Fayète, für Gravuren: Leclerc und Audran, für Tapeten und Wandteppiche: Jans, Lefebvre, Laurent und Delacroix, Zeichner war Baudrin Yvan, für Architektur: Anguier und für Landschaft: Genoels und Baudoins. Am Ende seiner Regierungszeit stand Frankreich vor dem finanziellen Ruin, der durch den prunkvollen Lebenswandel verursacht wurde!!

Am 1. September 1715 starb Ludwig XIV, im Alter von 77 Jahren, in Versailles.