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Peter-Petersen Gymnasium
Klasse 11.3
Juni 1997/ Barockprojekt 2000
Referat: Arne Fröhning



MODE DES BAROCK

Kurztext:

In der Barockzeit entwickelte sich im Bereich Mode ein völlig neues Bewußtsein. Während im 30-jährigen Krieg die Kleidung recht uneinheitlich war, fand nun ein Wandel der Mode statt. Das Zentrum dieses neuen Modetrends ging vom Hof des Sonnenkönigs in Paris aus. Die Männermode hatte damals eine stark betonte feminine Seite. Man trug keinen Smoking oder Jeans. Die Männer waren damals eher gekleidet wie Frauen. Die Frauenmode orientierte sich an französischen Vorbildern.
In der ersten Hälfte der Regierungszeit des Sonnenkönigs war die Kleidung beider Geschlechter durch eine verhältnismäßige Leichtigkeit, Freiheit und durch ein malerisches Aussehen charakterisiert.
Das
Benehmen und der Umgang befand sich ebenfalls in einem Umbruch. Man versuchte sich in allen Bereichen angemessen zu benehmen und auszudrücken. Deswegen bezeichnete man das ganze Treiben als alamodisches Wesen.

Im Bereich Körperpflege war man damals jedoch nicht so achtsam. Man hat sich nur zu besonderen Anlässen gewaschen. Außerdem wurden einige Kleiderordnungen erlassen, da z. B. die Kirche gegen das falsche Haar (Perücke) rebellierte.

Das Referat:

Der Wandel der Mode

Zu Anfang des Barock begann Paris, als erste Stadt überhaupt, eigene Mode zu propagieren. Der Sonnenkönig persönlich, heisst es, soll die Perücke eingeführt haben, um seine Glatze zu verbergen. Zugleich war die Perücke jedoch auch ein Symbol für Aristokratie.

Das Wort Mode wurde zum erstem Mal im ersten Drittel des 17.Jahrhunderts ausgesprochen. Daraufhin trat die Mode zum ersten Mal richtig in Erscheinung. Man sorgte sich nun darum, wie man aussah und wie man sich benahm. Modemetropolen waren zu jener Zeit nur Paris und Amsterdam. Die anderen Länder versuchten sich so wie die Franzosen und Holländer zu kleiden und zu benehmen. Die französische Mode vereinheitlichte nicht nur die Kleidung der herrschenden Schichten aller europäischen Nationen, sondern beeinflußte auch die Kleidung der Untertanen aller Staaten.

Männermode

In der Barockzeit herrschte eine ganz andere Männermode als heute. Damals trug man steifere Hüte, Beinkleider und Perücken, die meistens sehr auffallende Farben hatten, z. B. goldblond oder rot. Außerdem trug man gerne farbige Strümpfe, besonders gerne auch Strümpfe aus Seide. Eine Strumpffachschule gab es damals (1672) ebenfalls.

Nach dem Jahr 1690 band man sich mit Vorliebe Tücher um den Hals. Dies war der Vorgänger der heutigen Krawatte. Darüber hinaus entstanden noch 3 weitere Teile der Männerkleidung die man heute noch trägt : das Sakko, die Weste und die Hose. Die Wäsche, die mit der Haut in Berührung kam, wurde höchstens einmal im Monat gewechselt. Sogar Schmuck wurde damals von Männern getragen. Insgesamt gesehen hatte damals die Männermode eine starke Ähnlichkeit mit der der Frauen. Das einzig männliche Merkmal dieser Mode war der kleine Schnurrbart.

Der Durchschnittsschuh war damals ein Halbschuh mit hohem Absatz.

Im Vergleich mit dem überall Beengten und Gespannten der spanischen Tracht bekam nun die Kleidung des Mannes wieder einen Charakter des Weiten, Hängenden, wenn man will Schlumpigen. Vor allem das kugelförmig ausgestopfte kurze Beinkleid, das kaum die Hälfte des Oberschenkels erreichte, fallengelassen. Es wurde sehr weit und ging bis unter das Knie, wo es zusammengebunden wurde. Die Bänder, die diesem Zweck dienten, ähnelten schmalen Schärpen und waren an ihren Enden mit Spitzenbesetzt, die lang herabhingen. Der Stoff, den man früher aufzuschlitzen pflegte, blieb ganz, höchstens, daß man ihn an den Außennähten offenließ, um die Wäsche sehen zu lassen. In diesem Falle schloß man das Beinkleid am Knie gern mit einer Bandrosette.
(Zitiert nach Max von Boehn: "Die Mode, eine Kulturgeschicht vom Mittelalter bis zum Barock" Bruckmann KG, München 1976, S.287)

FRAUENMODE

(Rubens und der Wandel der Mode)

Die Frauen von damals trugen schmalere Kragen, da das Dekollete bis auf die Schultern erweitert wurde. Der Frauenrock änderte sich nicht wesentlich. Die Frauen trugen meistens einen glockenförmigen Rock und ein Miederleibchen mit mächtigem Ausschnitt. Die Ärmel reichten höchstens bis zu den Ellenbogen. Zu Hause jedoch trug die Frau zu jener Zeit einen Hausmantel (später : Contouche).

In Frankreich und England schützten die Damen das Gesicht mit einer Maske, und erst viel später mit einem Schleier. Italien und Deutschland schlossen sich diesem Brauch nicht an. Um den Hals trugen die Damen gerne einen Pelzkragen, den man Flohpelzchen nannte, weil man ihn dazu bestimmt glaubte, die lästigen Insekten anzulocken. Im Gegensatz zu den Italienerinnen zeigten die Frauen aus Spanien, Deutschland, Frankreich und England nie ihre richtigen Haare. Die allgemeine Schlankheit der Frauenmode wurde durch das enge Mieder unterstrichen, das mit etwa halbmeterlangen Stahlfedern versehen war. Am Ende des 17.Jahrhunderts tauchten im Gesicht der Damen die ersten Fliegen, die berühmten mouches auf.

Der Umgang und das Benehmen

In jener sterilsten Periode war das Ideal der Zeit der homme du monde. In Deutschland versuchte man damals diese Umgangsart der Franzosen zu kopieren. Jedoch kam der stärkste fremdländische Einfluß aus Holland - die Kavaliertour. Die Briefsprache der Adligen war durchweg französisch. Die Kunst des artigen Benehmens und der wohlgesetzten Rede lehrten ganz grob die Komplimentierbücher. Für besonders vornehm galt auch der möglichst häufige Gebrauch des Zahnstochers.

(Rubens und der Wandel der Mode)

Bei einer Verlobung gehörte es zum guten Ton, dass beide Teile versicherten, dass sie dieser Ehre nicht würdig seien. Die einfache Anrede in Briefen -Herr- genügte nicht mehr, man schrieb -dem hochwohlgeborenen Herrn Herrn- . Die Freude am Fremdklingenden und Aufgedonerten zeigt sich auch in der Latinisierung der Namen die, ab der Barockzeit, allgemeine Mode war. Man wollte nicht mehr Roßkopf heißen, sondern Hippocephalus oder Sagittarius. Die Konversation war trotz all dieser Versuche, sich vornehm auszudrücken, höchst trocken und langweilig.

Körperpflege und Kleiderordnungen

Kleider hat man in dieser Zeit nicht besonders oft gewechselt. Wenn sie einmal gewechselt wurden, schickte man sie z. B. auch schon einmal von Paris nach Holland, um sie dort reinigen zu lassen. Viele Männer ließen sich außerdem eine Glatze rasieren, um die Perücken besser tragen zu können. Das Waschen mit Wasser galt als ungesund und wurde ersetzt durch starkes Parfürmieren. Die öffentlichen Bäder verschwanden vollständig. Die Toilette bestand gewöhnlich darin, dass man die Hände in Wasser tauchte und sich mit Eau de Cologne betupfte.

Seit den 60er Jahren des 17.Jahrhunderts gab es Gestze die, die Mode bestimmten. Man wollte damit nicht nur der Mode entgegenwirken, sondern auch der Verschwendung und den äußeren Unterschied der Stände entgegenarbeiten. Schon seit dem 13.Jahrhundert gab es Kleiderordnungen die aus mancherlei Motiven von Gemeinden, Magistraten und Landesherren erlassen wurden : Bewahrung der Sittlichkeit, übertriebenen Luxus zu verhindern, der eigene Industrie zu helfen, sich gegen fremde Einflüsse von außen abzuschirmen, vor allem aber zur Aufrechterhaltung der Standesunterschiede.