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DAS MANNHEIMER
SCHLOSS
DAS REFERAT:
Vorwort
Der
Gründer, die Idee
Der
Schlossbau
Kunst
in und am Schloss
Schlossaufteilung
Einrichtungen
Das Mannheimer Schloss
ist eines der größten und schönsten barocken Bauwerke
in Europa. Vom Beginn des Schlossbaus an waren immer sehr
viele Menschen daran beteiligt, Architekten, Bauleiter
und vor allem Handwerker, Maler und Bildhauer, was die
Kunst in und am Schloss beweist. Die Schlossaufteilung
war zu Gunsten der adligen Personen sehr großzügig
gestaltet. Trotz, oder vielleicht auch gerade wegen des
Prunks wurde auch sehr viel Wert auf kulturelle
Einrichtungen, wie zum Beispiel die Oper oder
verschiedene Akademien, gelegt. Eine ebenso interessante
Entwicklung wie das Schloss haben auch der Gründer, und
die Idee zum Bau des Schlosses hinter sich.

Der
Gründer, und die
Idee zum Schlossbau
Das Residenzschloss Mannheim wurde von
Carl (III.) Philip von der Pfalz (1661-1742) im Jahre
1720 gegründet. Er war zunächst Domherr von Köln,
Salzburg und Mainz. Außerdem kämpfte er in den
Türkenkriegen mit, wofür er zum kaiserlichen
Feldmarschall befördert wurde, und den Orden vom
goldenen Vlies bekam. 1696 bewarb er sich vergeblich um
die polnische Königskrone.
Nach dem Tod seines Bruders regierte Carl Philip im Alter
von 55 Jahren die drei Territorien Kurpfalz, Jülichberg
und Neuburg/Donau. 1716/17 regierte er von Innsbruck,
dann kurzzeitig von Jülichberg, und ab 1718 von
Heidelberg aus. Da es sehr unwahrscheinlich war, dass er
zum Herrscher aufsteigen würde, er war erst der vierte
Sohn, hatte er nicht viel Ahnung von der modernen,
absolutistischen Regierung. Er war sozusagen ein
Kind des 17. Jahrhunderts".
In Heidelberg kam es zu einem Konflikt mit den
reformierten Christen, als er die Heilig-Geist-Kirche von
einem ökumenischen in ein rein katholisches Gotteshaus
umwandeln wollte. Der Kirchen rat lehnte die Bitten,
trotz des Angebots eine neue Kirche zu bauen, mehrmals
ab. Daher besetzte Carl Philip am 4. Dezember 1719 die
Kirche, um die Trennwand zwischen dem katholischen und
dem protestantischen Teil niederzureißen. Doch der
Kirchenrat war mächtiger als er dachte, und stellte ihn,
mit Unterstützung des preußischen Königs Friedrich
Wilhelm I. unter Druck. Im April 1720 entschloss sich
Carl Philip seinen Sitz nach Mannheim zu verlegen.
Die Not der früheren Kriege schien wie ausgelöscht. Es
wurde ein großer Aufwand an künstlerischer und
kultureller Entfaltung betrieben, Künstler und
Architekten aus ganz Europa kamen. Das Schloss sollte die
Macht und das Ansehen der pfälzischen Wittelsbacher
repräsentieren, und es war gleichzeitig geistlicher und
kultureller Mittelpunkt der Kurpfalz. Eines der
bedeutendsten Bauwerke der Zeit", wie Friedrich der
Große die Anlage bezeichnete, wurde durch Darlehen und
eine extra eingeführte Schlossbausteuer finanziert.
Durch die Erhebung Mannheims zur kurfürstlichen Residenz
wurden auch die ansässigen Betriebe gefördert.

Der
Schlossbau
Der Grundstein
zu diesem, von der Größe her absolutistisch
orientierten Bau, wurde am 2.7.1720, zum Fest Mariae
Heimsuchung, gelegt. Er hat einen dreiflügligen
Hauptteil, der an den Gelenkstellen mit turmartigen
Pavillons versehen ist und der in der Mittelachse der
Stadt, am Ende der Breiten Straße, liegt. Auch dem Rest
des Schlosses liegt eine räumliche Beziehung zur Stadt
zugrunde. Die ca. 440m lange Front war, durch die
quadratische Aufteilung der Stadt, von jeder Straßenecke
aus zu sehen, und da sieben Straßen parallel zum Schloss
laufen, wird die übergeordnete Stellung des Schlosses
verdeutlicht. Und obwohl das Schloss eines der
bedeutendsten und größten Bauwerke der Zeit war, ist
der geplante Umfang nie komplett verwirklicht worden. Die
Breite Straße diente der Militärstadt Mannheim als
Aufmarschplatz, wovon auch der Name
"Paradeplatz" zeugt, dem heutigen Zentrum der
Stadt.
Der Bau wurde teilweise nicht nach geltenden
architektonischen Regeln begonnen, was der Bericht eines
Durchreisenden zeigt. Er sprach mit den Stukkateuren, die
nach den Wünschen ihres Herrn und wider ihren
Willen arbeiteten". Erst 1726 verbesserte Guillaume
d´Hauberat die Mängel und führte den weiteren Bau
korrekt aus. Doch bis zu dieser Zeit stand schon der
Wohntrakt (Corps de logis), der auch bereits, bis auf die
Prunktreppe und den Rittersaal, die leicht
herrausgestellt sind, überdacht war. Zwischen 1740 und
1749 wurden der westliche Querflügel und dahinter ein
heute nicht mehr existierender Trakt gebaut. In diesem
Teil waren zum Beispiel die Oper und das Ballspielhaus
untergebracht.
Schon vorher, 1733, wurde mit dem Bau der Jesuitenkirche
(Basilica Carolina) begonnen, die von Carl Philip zur
eigentlichen Hofkirche ernannt wurde. Dadurch wurden die
Jesuiten priviligiert, was der Rekatholisierung der Pfalz
diente. Die Kirche wurde 1756 fertiggestellt.
Im Jahre 1750 gab Carl Theodor, der nur noch wenig
Einfluss auf das von Carl Philip vorgegebene Äußere
hatte, trotz Geldmangels den östlichen Querflügel in
Auftrag. Dieser war fast symmetrisch zum westlichen Teil
angelegt. In diesem befand sich die Bibliothek, die das
bauliche Pendant zur Schlosskirche bildet, der
Schneckenhofbau mit Stallungen für bis zu 300 Pferde,
Reitbahn und Dienstwohnungen, sowie der Kosakenbau als
Abschluss des östlichen Querflügels. Durch diese
Vier-Flügel-Anlage hat der Ostflügel noch heute eine
imposante Dimension.
Luftansicht des
Schlosses heute
Grundriss

Die Kunst in und am Schloss
Bild: Der Rittersaal
Das Mannheimer Schloss kann eigentlich als
einziges Kunstwerk bezeichnet werden. Allein im Äußeren
sind viele Merkmale festzustellen. Das Treppenhaus vorne
und der Rittersaal hinten sind jeweils als Mittelrisalite
am Corps de logis herausgestellt. Sie sind außerdem nach
französischen Architekturregeln, anders als der Corps de
logis, gebaut. Die Seitenflügel am Ehrenhof sind durch
offene Pfeilerarkaden und abgerundete Risalite
gegliedert. Die Schlosskirche im Westen und das bauliche
Pendant im Osten, die Bibliothek, werden durch stark
plastisch herausgearbeitete Tür- und Fensterumrahmungen,
sowie durch Giebelreliefs betont. Das Giebelrelief der
Hofkirche, das 1756/57 im Auftrag von Carl Theodor
entstand, zeigt Minerva, die Schutzherrin der Künste und
Göttin der Wahrheit, die ein Medaillon von Carl Theodor
in der Hand hält. Am Äußeren des Schlosses wurde das
meiste von Carl Philip vorgegeben. Carl Theodor konnte
dafür den größten Teil der Innenausstattung vornehmen.
Bereits 1742 wurde das Prunktreppenhaus renoviert und neu
ausgestattet. Man sieht dort ein prächtiges
Deckenfresko, welches 1730 von Asam gemalt wurde, und in
drei Teile eingeteilt ist. Abgebildet sind Götter bzw.
andere Figuren der römischen Mythologie. In den
Darstellungen geht es vor allem entweder darum, die Macht
des Herrschers zu verdeutlichen, oder um die Liebe. Die
Stuckbilder stehen im direkten Bezug zu den
Deckenfresken, also auch wider römische, mythologische
Figuren mit den Themen Macht und Liebe.
Der wahrscheinlich größte und prächtigste Raum des
Schlosses ist wohl der Rittersaal. An Gemälden befinden
sich hier zehn Bilder der Ahnen des Gründers sowie von
ihm selbst, die zwischen 1681-1725 entstanden sind. Sie
wurden also, wie auch der größte Teil des Mobiliars,
aus den früheren Residenzen des Kurfürsten, überführt
worden. Auch in diesem Saal ist ein riesiges Fresko zu
bewundern, das sich über die gesamte Decke erstreckt. An
den Wänden sind mehrere Stuckbilder, die die Themen
Baukunst, Musik, Waffen und Trophäen, Bildhauerei und
Malerei sowie Heilkunst darstellen. In den zwei
Ecknischen des Raumes, die in Richtung des Corps de logis
sind, stehen Statuen des Kurfürsten Carl Theodor und
seiner Frau Elisabeth Auguste. Carl Theodor ist mit
seinen Orden dargestellt, Elisabeth Auguste mit
Attributen der Minerva. Der Fußboden des riesigen Raumes
war komplett mit Marmor ausgelegt.
Natürlich waren auch die anderen ca. 500 Räume
prächtig mit Gemälden Gobelins und Statuen
ausgestattet, doch um alle aufzulisten müsste man ein
Buch schreiben.

Schlossaufteilung
Grundriss
Während der Regierungszeit Carl
Philips wurden ca. zwei Drittel der Anlage
fertiggestellt. Am 22. November 1731 bezieht er den
westlichen Corps de logis. Außerdem waren Hofstaat,
Regierung, Hofämter und Gerichte im Schloss
untergebracht. Im östlichen Corps de logis gab es ein
kaiserliches Quartier, da es von Kaiser Karl VII. bewohnt
wurde. Später wurde es zu Aufenthaltsräumen für
Kammerdiener und Lakaien.
Seit 1742 bewohnte das neue Regentenpaar, Kurfürst Carl
Theodor und seine Frau Elisabeth Auguste, den westlichen
Corps de logis, sowie den angrenzenden Ehrenhofflügel.
Zuvor hatten sie das Quatier des Kurfürsten von Köln
mit vier prächtig ausgestatteten Zimmern benutzt, das
seinen Namen durch die Anwesenheit des Kurerzbischofs
Clemens August im Jahre 1742 erhielt. Carl Theodor
verfügte über 7 Räume, welche in drei Vorzimmer
(Konferenz-, Audienz-, und Arbeitszimmer), ein
Schlafkabinett, ein Antichambre mit Garderobe und zwei
Gartenzimmer im Erdgeschoss, die über eine Treppe im
Pavillon zu erreichen waren. Zum Appartement der Fürstin
gehörten zwei Vorzimmer, ein Audienzzimmer, ein
Schlafzimmer und mehrere Kabinette, zum Beispiel ein
Bibliothekskabinett. An diese Gemächer schloss sich das
oben erwähnte Quatier des Kurfürsten von Köln an.
Neben der Schlosskirche war das Quatier des Herzogs
Christian IV. untergebracht. Er sollte normalerweise
Erbnachfolger werden, ist jedoch schon 1775 verstorben.
Außerdem befand sich neben der Kirche noch eine Wohnung
für den Obristkämmerer, der über den persönlichen
Stab des Kurfürsten wachte. Carl Philips
Prunkschlafzimmer wurde, ebenso wie das kaiserliche
Quartier, zu Aufenthaltsräumen für Angestellte. Der
nordöstliche Ehrenhofflügel wurde von Prinz Karl, dem
Herzog von Zweibrücken, bewohnt. Ebenfalls im östlichen
Teil, jedoch im Querflügel, befand sich neben der
Bibliothek ein Münzkabinett, eine Antiquitätensammlung,
ein Archiv, ein Naturalienkabinett und fünf Räume für
die prächtige Gemäldegalerie. Hinter dem östlichen
Querflügel waren Dienstwohnungen, eine Reitschule und
Stallungen für bis zu 300 Pferden eingerichtet.

Einrichtungen
Kurfürst Carl Theodor war sehr an
Kunst und Naturwissenschaften interessiert und
unterstützte diese so gut er konnte.
Die Oper
Die Mannheimer Oper, die sich im
westlichen Teil des Schlosses befand, war eine der
modernsten Bühnen der damaligen Zeit. Unter ihrem
Mansarddach konnte man eine technisch vorbildliche
Bühnenmaschinerie bewundern. Es waren jedoch auch
Mängel festzustellen, zum Beispiel ein fehlendes
Proszenium und eine zu enge Öffnung der Bühne, wodurch
Sicht und Akustik schlecht waren. Die meisten Stücke
wurden von den Komponisten der Mannheimer Schule
geschrieben, die teilweise schon vorher aus Düsseldorf
und Innsbruck übernommen wurden, und zu Weltruhm
gelangten. Sie gelten außerdem als Wegbereiter der
Klassik.
1775 wurde im Zuge der aufkommenden Wertschätzung der
eigenen Sprache und Kultur die kurpfälzische deutsche
Gesellschaft gegründet, die für das Schauspiel
zuständig war. Daraus bildete sich drei Jahre später
das Nationaltheater.
Das imposante Bauwerk, wie auch der restliche Trakt
hinter dem westlichen Querflügel steht, im Gegensatz zum
östlichen Teil, heute nicht mehr.
Die Akademie der Wissenschaften
Im Jahre 1763 wurde die Akademia
Theodoro Palatina nach Vorbild der bayrischen Akademie
der Wissenschaften gegründet. Zunächst waren zwei
Fachrichtungen vertreten. Die historische Klasse
erforschte die Landesgeschichte und erfaßte die
Altertümer, die naturwissenschaftliche Klasse befaßte
sich vor allem mit physikalischen sowie astronomischen
Studien. Sie war nach staatsfördernden Gesichtspunkten
ausgerichtet. Im Jahre 1780, siebzehn Jahre nach der
Gründung der Akademie, wurde eine weitere,
meteorologische, Klasse eingerichtet. Zu dieser Akademie
gehörte auch das Naturalienkabinett, in dem man eine
naturwissenschaftliche Sammlung von Mineralien,
Versteinerungen, Straußeneiern und anderen
Merkwürdigkeiten der Natur" bewundern konnte.
Nach Carl Theodors Weggang wurden sämtliche Mittel nach
und nach gekürzt und mit der Zeit vollständig
gestrichen.
Die Zeichnungs- und Bildhauerakademie
Carl Theodor, der begeisterter Sammler
druckgraphischer Blätter war, gründete 1756 die
Zeichnungs- und Bildhauerakademie. Sie befand sich
außerhalb des Schlosses, während man jedoch ein
Kupferstich- und Zeichnungskabinett im inneren des
Schlosses fand. Dieses wurde 1795 größtenteils nach
München überführt, wo es noch heute den Grundstock der
staatlichen graphischen Sammlung bildet. Ebenso wurde die
Gemäldesammlung aus der Gemäldegalerie nach München
gebracht, wo man sie heute in der alten Pinakothek
betrachten kann. für die Schüler der Akademie wurden
kurfürstliche Stipendien vergeben, die Auslandsreisen,
z.B. nach Rom oder Paris, ermöglichten, um die
originalen Kunststücke vor Ort zu studieren.
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