Projektbericht: Wir werben für unsere Lieblingsbücher


ZITAT aus dem Lehrplan Baden-Württemberg:

Indem sie (die Schülerinnen und Schüler) fremde Standpunkte mit eigenen Wertvorstellungen vergleichen,

entwickelt sich ihre Urteilsfähigkeit


 

Dokumentation des PROJEKTES:

VORAUSSETZUNGEN:
Die Idee entsprang dem traditionellen Unterricht. Sie wurde vom Projektleiter entwickelt und auf einer Fachkonferenz vorgestellt. Der Einsatz neuer Medien sollte sich am Lehrplan orientieren und aufzeigen, an welchen Stellen der Computer die traditionellen Methoden erweitert und ergänzt. Diesem Projekt lag der Lehrplan der Klasse 9 der Gymnasien in Baden-Württemberg zugrunde, durchgeführt wurde es aber am Ende einer Klasse 8. Die Klasse hatte 28 Schülerinnen und Schüler, alle hatten zu diesem Zeitpunkt die Informationstechnische Grundbildung (ITG) bereits abgeschlossen, waren also mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Datenbanken vertraut. Das Projekt wollte diese Kenntnisse ausnutzen und somit zeigen, wie die im Fach Mathematik verankerte ITG auch den geisteswissenschaftlichen Fächern zugute kommen kann. Zugleich war damit gewährleistet, dass der Fachlehrer Deutsch keine umfangreichen Kenntnisse im Umgang mit Software und Hardware vermitteln muss. Es ist auch möglich, sogar sinnvoll, dieses Projekt nicht nach, sondern parallel zum Unterricht in ITG laufen zu lassen. Dabei können auch Datenbanken eingesetzt werden, um die Lieblingsbücher nach Kategorien einzuteilen (Jugendbuch, Science fiction, Liebesroman....) und Empfehlungen für gewisse Altersgruppen auszusprechen. Dann kann an einem Tag der offenen Tür oder ähnlichen Veranstaltungen das Publikum sich die Empfehlungen der Klasse gezielt erfragen und ausdrucken lassen. Dies ergibt einen zusätzlichen Anreiz, eigene Leseerfahrungen zu formulieren und zu publizieren. Dieser Teil des Projektes wurde nicht im Netz veröffentlicht.

Ziel war die Einbeziehung der neuen Medien in den traditionellen Unterricht unter Beteiligung der gesamten Klasse.
Es war nicht das Ziel, eine Homepage mit allen technischen und grafischen Finessen zu erstellen, sondern traditionelle Ziele des Deutschunterrichts auf neuen Wegen zu erreichen. Daher wurden die technischen Anforderungen an die Schüler minimiert, der Einsatz eines HTML-Editors erfolgte sehr zielgerichtet , es wurde nur erklärt, was zur Erstellung der Seiten notwendig war: Reduktion der Technik, Vorrang des Inhaltes !
Daher sind alle Seiten gleich aufgebaut, der Schwerpunkt lag nach wie vor auf den Inhalten des Deutschunterrichts, dem Schreiben, dem zielgerichteten Formulieren.
Der Zeitaufwand lag daher nur vier Stunden über dem, was der traditionelle Unterricht beansprucht hätte.

 

Verankerung im Lehrplan Deutsch Klasse 9:

Planung der Projektphasen:

Der Unterricht verknüpft die Behandlung des traditionellen und unverzichtbaren Mediums Buch mit den modernen Medien. Hierbei wird deutlich, daß Buch und Computer bzw. Buch und Literatur im Internet keine Gegensätze sind, sondern Medien, die sich gegenseitig ergänzen. Wir nutzen die neuen Technologien, um für Bücher zu werben.

1) Traditioneller Unterricht: Inhaltsangabe, Kurzreferate, die Schüler stellen ihr "Lieblingsbuch" vor. In der Klasse werden erste Urteile über das Vorgestellte formuliert und Schwächen in der Darstellung kritisiert.

2) Nun wird das Vorgetragene inhaltlich überarbeitet, die Darstellung des Inhalts wird auf wenige Zeilen verknappt - der "Klappentext" entsteht. Die Erläuterungen werden ergänzt durch weitere Informationen über den Autor und dessen Werke: Nachschlagewerke und Recherchemöglichkeiten des INTERNET.

3) Nun bespricht die Klasse die Möglichkeiten, für "ihre" Lieblingsbücher zu werben:

a) Werbeplakate: Verbindung zum Kunstunterricht, Gestaltung der Plakate mit einem DTP-Programm (Page-Maker oder Microsoft Publisher), Scannen werbewirksamer Bilder, Gestalten mit Schrift und Schrifttypen, Erprobung von Variationen.

b) Aussagekräftige Textauszüge werden gesucht.

4) Wir informieren die Verlage! Wir bitten um die Erlaubnis, die Textauszüge zu veröffentlichen. Dabei machen wir interessante Erfahrungen: Wie muss so ein Brief formuliert sein, wie wird man uns nun begegnen?

5) Der Rumpf der HTML-Seite wird erstellt, Bilder und Schriftzüge ausgewählt, eine Musterseite entsteht, in die lediglich der individuelle Text einzufügen ist.

4) Darstellung im Netz:Wir präsentieren unsere subjektiven Empfehlungen. Die Leser "in aller Welt" erhalten über eine Mail-Adresse die Möglichkeit, sich dazu zu äußern und eigene Empfehlungen zu senden. Auch diese stellen wir dann ins Netz.

Dieses Diskussionsforum wird von den Klassen 9 des nächsten Jahrganges weitergeführt, so entsteht durch kontinuierliche Arbeit ein großer Schatz an Leseerfahrungen. Die Fremdsprachen können sich hier einklinken und ihre Erfahrungen mit der Literatur anderer Länder zur Diskussion stellen.

Folgen Sie unseren Links um zu sehen, wie weit man hier in Amerika und Kanada schon vorangeschritten ist. Auf der Leitseite des amerikanischen Projektes

"BOOKS EVERY CHILD SHOULD READ" heißt es:

"Books are the food of youth," wrote Cicero. And the greatest nourishment comes from the best books. But how do you decide which volumes out of the legion of books published for children to put on your child's reading list? Which books will inspire her imagination, feed her sense of wonder, and comfort her or him in times of hurt or loneliness ?

Vielleicht wird unser Projekt mit Ihrer Unterstützung eines Tages auf diese Fragen antworten.

 

Computerräume / Lehrerfortbildung

Uns standen ein Computerraum mit 16 PC (486er) zur Verfügung, alle PC waren vernetzt, von jedem Gerät aus war ein Internetzugang über ISDN möglich. Die Schüler arbeiten im Fach Deutsch grundsätzlich paarweise an einem Gerät, dies bewirkt eine gute Kommunikation über das, was geschrieben wird, man verbessert sich gegenseitig Inhalt und Wortwahl. Somit kommt der Computer auch in diesem Punkt den traditionellen Zielen des Deutschunterrichts entgegen. MAILZUGANG: Jeder Schüler hatte für ein Jahr eine eigene Mailadresse, um Reaktionen auf seine Darstellung direkt erreichen zu können.

Nach Abschluss des Projektes wurde auf der Fachkonferenz Deutsch das Ergebnis präsentiert und an drei Nachmittagen führten Kollegen (OStR Liebrich, OStR Himmelsbach) die Einsatzmöglichkeiten des Computers und des Internets dem gesamten Kollegium vor. Dazu wurden diese jeweils dreitägigen Veranstaltungen mehrfach durchgeführt, hierbei wurden neben konkreten Inhalten auch die technische Handhabung geschult. Somit ist ein Großteils des Kollegiums mit der Möglichkeit vertraut gemacht worden, Texte zu erstellen, im Internet zu recherchieren, Bilder zu bearbeiten und Mails zu verschicken. Ich ergänzte diese Kenntnisse durch Demonstrationen zum "Projekt Zeitung" in einer weiteren Fachkonferenz Deutsch.

 


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