In Boussouma
Nordöstlich von Ougadougou gab einen Mossistaat mit dem Namen Boussouma.
Im ausgehenden 16. Jahrhundert kam es dort zu einem Streit um die Thronfolge.
Dabei unterlag der ältere Prinz seinem jüngerem Bruder. Nun wollte
der Ältere nicht unter der Herrschaft seines kleinen Bruders leben,
und zog mit seinen Getreuen nach Süden um neues Land zu suchen. Nach
langer Wanderung kam der Trupp schließlich in das Gebiet der Zansés.
Diese hatten inzwischen ein Problem : sie wussten nicht wie man mit
den Ahnen und den Erdgeistern in Kontakt kommt, im Himmel hatten sie das
nicht gebraucht. So baten sie den Mossiprinzen zu bleiben und die
Funktion eines Chefs zu übernehmen. Dieser willigte ein und gründete
mit seinem Gefolge einen Ort den er Boussouma nannte, nach seiner alten
Heimat.
Zum Zeichen daß er nun ein Bissa geworden sei legte er den Mossinamen
Ouedraogo ab und nahm den Namen Gouem an.
Das Wort Gouem gibt es sowohl in Bissa als auch in Mooré: in
Bissa bezeichnet es eine Wasserpflanze, in Mooré bedeutet es "Hier
schläft man gut".
Die Gemeinschaft wuchs und die Mossi vermischten sich mit den Bissa.
Eines Tages hörte auch der Naaba von Tenkodogo von der neuen Gemeinde
und er bestellte alle wehrfähigen Männer nach Tenkodogo um seine
Oberhoheit über das Gebiet anzuerkennen.
Der Chef ließ jedoch einen seiner Brüder zurück um
sich um die Ernte, die Frauen und die Kinder zu kümmern.
Als er zurück kam stand alles zum Besten, die Ernte war gut und
selbst von den Alten war niemand gestorben. Der Bruder stand wohl in der
der Ahnen und Erdgeister. Also ernnante ihn der Chef zum Herrn der Erde
und benannte das Amt mit dem Mossiwort Tengsoba. Nach kurzer Zeit
wurde auch der Ortsteil von Boussouma, in dem der Bruder lebte, so genannt.
Seit jener Zeit haben die Bissa das Wort Tengsoba für Erdherr
in ihre Sprache übernommen.
Quellen: Simone Bambara, Alphonse Bambara, Andrea Reikat