Garango Stadt



Blick über die Stadt und das Umland.
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Garango (290 m ü. NN, 0 Grad 32' W, 11 Grad 48'N) liegt in einem sehr flachen Tal in Ost-West Richtung. Es wird im Süden begrenzt durch den Boulgou (420 m ü.NN) und im Norden durch Laterit Hügel.

Von Ladenburg ist es etwa 4300 km, von Ouaga ist es über Kombissiri 170 km (Asphaltstr. Richtg. Po, 90 km Piste)  oder 210 km über Koupela (Asphaltstr. bis Tenkodogo, dann 20 km Piste) entfernt.( Straßenkarte einblenden.)

Garango (Stadt seit 1983, etwa 31000 Einwohner(2000) Wachstumsrate: 2,4%) ist lokales Oberzentrum in der Provinz Boulgou (Hauptstadt Tenkodogo)  mit Präfektur, Krankenhaus mit Arzt, Schulinspektion, Lycée, Colléges, Post, landwirtschaftlicher Kooperative,  Poste des Eaux et des Forets, Mission Catholique (seit 1933), Moschee, Centre Feminin, Centre des Handicapes,  Centre des Orphelins, Blindenzentrum, Handwerkerschule, Handwerkern (Schlosser, Schreiner, Maurer, Maler, Schneider, Ledermacher),  Viehmarkt, Schlachthof und Veterinärstation.
Von Garango aus sendet der regionale Rundfunk Radio FM Boulgou auf der Frequenz: 101,1 MHZ.
Die Stadt ist eingeteilt in 7 Sektoren. Zentrum ist Sektor 7 (Bild oben).
Familiennamen in Garango.

Seit 1973 besteht eine Partnerschaft mit Laval (Frankreich), seit 1983 eine Partnerschaft mit Ladenburg.

Garango ist Sitz des Naaba ("Kurfürst", gegenwärtig regiert Naaba Koom) und Hauptort der Bissa,  die Anfang des 19.Jahrhunderts eingewandert sind. Es war und ist Heimat vieler Politiker des Landes: Minister, Botschafter und Abgeordnete.

Das Klima wird geprägt durch den Wechsel zwischen Trocken- und Regenzeit (Ende Mai bis Ende September). Die Ergiebigkeit der Regen ist stark unterschiedlich, im Mittel fällt etwa genausoviel Regen wie in Ladenburg (700mm).  Die Temperaturen liegen zwischen 20 Grad (Dezember) und über 40 Grad (April, Mai)

Die Wirtschaft ist rein agrarisch mit Anbau der Hirsearten Sorgho (13%) und Mil (68%),  Reis, Mais, Zwiebeln, Erdnüssen, Gemüsen und etwas Baumwolle,  sowie der Haltung von Schweinen, Schafen, Ziegen und Perlhühnern (Kleinvieh: etwa 10000 im Stadtgebiet freilaufend, die Tiere düngen die vielen "Hausfelder" in der Stadt).  Exportiert werden nur Zwiebeln in geringem Umfang. Die marktorientierte Produktion nimmt jedoch zu : Baumwolle, Sesam und Bissap. 
Das Land wird mit der Hacke (Dhaba) bearbeitet (0,6ha/Arbeitskraft), vereinzelt auch mit Leichtpflügen, Arbeitstier ist der Esel. Großvieh (Zeburinder und Rinder) wird von den nomadischen Peulh  im Auftrag durch das Land getrieben. Milchviehhaltung ist unbekannt.
Alle drei Tage findet ein Markt statt. Dort werden vor allem landwirtschaftliche Produkte verkauft.

Die Ernährungssituation ist ausreichend, außer in Dürrezeiten.  Die Wassersituation hat sich deutlich gebessert durch die Errichtung des Staudamms und der Wasserversorgung  aus einer Tiefbohrung Ende der 80er Jahre.

aktuelles Wetter in Garango


Wie Garango entstand, darüber gibt es unterschiedliche Geschichten, hier ist eine davon. 
Eine andere, romantischere, Version findet man in Geschichte der Bissa.

Die Jagd ist zu Ende

Als die Bissa auf ihrer Wanderung, von Süden her kommend, in das Gebiet um Tenkodogo kamen, litten sie große Not. Es mangelte ihnen an Nahrung und Wasser. Also ging der Anführer der Gruppe, ein großer Krieger und Jäger, mit ein paar Männern  hinaus, Wild zu jagen und Wasser zu finden. Schon bald entdeckten sie eine schöne Gazelle (Biche) und machten sich daran sie zu erlegen. Aber sie hatten kein Glück, immer wieder entkam ihnen das Tier. Schließlich waren sie so erschöpft, daß sie sich zu Boden legten und einschliefen. Im Traum aber erschien Barso, dem Anführer, die Gazelle, die er gerade gejagt hatte und sprach: "Wenn Du Deine Jagd aufgibst will ich Dich in ein Gebiet führen wo der Boden fruchtbar ist und es genügend Wasser gibt, daß ihr alles anbauen könnt  was ihr zum Leben benötigt."  Davon erwachte Barso und sah die Gazelle ruhig in seiner Nähe stehen. Er weckte seine Männer und befahl:  "GARANGO" -- Die Jagd ist zu Ende.
Dann folgte er der Gazelle und sie führte ihn in das verprochene Land, am Fuße des Boulgou. Seit her darf kein Bissa das Fleisch einer Biche essen oder sie gar jagen! ---- allerdings gibt es auch keine mehr.  (Die Biche im Stadtwappen)

Quelle: Simone Bambara


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