Luftaufnahme eines Gehöfts
Bangagou, ca. 45 x 30m, etwa 65 Häuser

Diese Aufnahme entstand im Dezember, kurz nach der Ernte der Hirse, die bis an die Mauern des Gehöftes angebaut wird. Das wellblechgedeckte Haus in der vorderen Bildmitte ist das Haus des Gehöftältesten.
Copyright SFB 268 / Dafinger Copyright SFB 268 / Dafinger
Übernommen vom Sonderforschungsbereich 268 an der Uni Frankfurt. Mit freundlicher Genehmigung von Andreas Dafinger. Die Farbmarkierungen kennzeichen die Bereiche 
der verschiedenen Kleinfamilien.

Gehöfte der Bissa beindrucken durch ihren labyrinthartigen Aufbau. Eine Anzahl runder (Lehm-) Häuser ist über ein System von Gängen und Höfen miteinander verbunden, das die Bewegungsfreiheit innerhalb der Einheit stark kontrolliert. Höfe und Wege sind durch meist kopfhohe Mauern abgetrennt. Jedes der Häuser hat einen Durchmesser von etwa 3 m und wird von nur einem Erwachsenen bewohnt. Ausnahmen sind die (etwas geräumigeren) Häuser der Mütter, die gemeinsam mit ihren Kindern leben und denen zusätzlich eine Küche zugeordnet ist. Diese Wohneinheiten sind wie Perlen nacheinander aufgefädelt: So gelangt man über eine Wohneinheit zur jeweils nächsten.
In Garango liegt die Gehöftsgröße bei durchschnittlich 36,2 Personen, in Komtoéga bei 41,1 und in Niaogho bei 42,8 Personen.
Die Haushaltsgrößen variieren dabei in geringem Maße.

Das nächste derartige Gehöft hatte früher mindestens den
Abstand einer Bogenschußweite. Daher sind die Dörfer für 
uns oft nicht als solche erkennbar.
.


zurück                                                                                                                          zum Inhaltsverzeichnis