Die Regenzeit in Garango ist kein mehrtägiger
Landregen wie bei uns, sondern eine Folge von Starkregenereignissen.
Die Tropfen sind groß, fallen schnell und tragen viel Energie.
Sinkt nun der Anteil der organischen Substanz im Boden können die
Bodenaggregate dem Aufprall nicht mehr standhalten. Sie werden
zerstört und getrennt. Die größten Partikel, i.a. Sand,
bleiben oben liegen. Außerdem werden Feinmaterial und Tone
ausgeschwemmt bzw. gelöst. Das Wasser
dringt in den Boden ein und setzt dieses Material etwa 5mm tiefer
wieder
ab. Die oberste, grobkörnige, Schicht wird durch Wind und Wasser
abgetragen
und das Spiel wiederholt sich. Auf diese Weise entstehen tonige Krusten
von
einigen Zentimetern Dicke.
Diese Krusten sind praktisch "wasserdicht". Das Wasser der
nächsten Regenzeit läuft an der Oberfläche ab und
befeuchtet den Boden
nicht mehr.
Die Bauern Garangos begegnen diesem Problem durch
Fruchtwechsel und lange Brachezeiten: 4 Jahre Hirse, 2 Jahre Erdnuss
(bei Erdnüssen werden nur die Früchte geerntet, die Pflanze
bleibt auf dem Feld),
6-8 Jahre Brache.
Dieses System erscheint jedoch durch Bevölkerungswachstum,
Zuwanderung und Ausweitung der Anbauflächen aufgrund des Klimawandels
gefährdet.