Frauen in Garango
Großfamilie und Polygamie waren und sind in B. F.s traditioneller, patriarchalisch geordneter Gesellschaft vorherrschend.
Die Rolle der Frau hat sich jedoch stark gewandelt; u.a. stärkte die lange Abwesenheit der Männer infolge der Wanderarbeit die ökonomische Position der Frau. Das Verhältnis der Geschlechter ist nicht partnerschaftlich sondern subsidiär, d.h. arbeitsteilig und unterstützend.Frauen und Männer verbringen den meisten Teil des Tages nicht miteinander sondern in ihrer jeweiligen Gruppe.

Das Frauenwahlrecht besteht seit 1956. Seit der Sankara-Revolution gehört Frauenförderung zu den Staatszielen. Burkina ist der einzige Staat der den Weltfrauentag am 8. März zum nationalen Feiertag erklärt hat. Beschneidung und Kinderehen sind verboten.
Dennoch sind die Frauen von Gleichberechtigung noch weit entfernt. Ihre Arbeitslast ist weit größer als die der Männer , ihr Zugang zu Bildung weit kleiner.

In Garango ist die Situation der Frau besser als im Landesdurchschnitt. Die Einschulungsraten tendieren gegen 50%, vor allem in den neu gebauten Schulen. Der Kleinhandel wird von Frauen domniert und sie allein haben das Recht  Dolo zu brauen und zu verkaufen. Das gibt ihnen eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit.
Außer dem Zentrum zur Frauenförderung gibt es in Garango eine Vielzahl von Fraueninitiativen und Selbsthilfegruppen deren aktionenvon der Alphabetisierung über die Verbesserung der Wasserversorgung bis zur Organisierung wirtschaftlicher Tätigkeiten
reichen. Diese Gruppen werden nicht nur vom Staat sondern auch von den lokalen Chefs unterstützt, zumindest ideell.