Schulen


Bei der Einweihung der Schule in Bougoula
Die Mütter der zukünftigen Schüler tanzen.

In Burkina Faso besteht seit 1983 Schulpflicht (eines der Ziele der Revolution). Der derzeit gültige Fünfjahresplan soll die Einschulungsrate auf 60% erhöhen. Im Jahre 2005 sollen danach 2,4 Mio. Kinder zur Schule gehen (1999: 775000), angesichts der Finanzlage des Staates  erscheint das unmöglich. So besteht die Schulpflicht nur auf dem Papier: der Staat teilt nur dann Lehrer zu, wenn eine Schule besteht und  Lehrerwohnungen  vorhanden sind. Bau und Unterhalt dieser Einrichtungen obliegt den "Gemeinden". Das Schulgeld (2500 FCFA für das 1.Jahr, 1000 FCFA für jedes folgende) dient zu Finanzierung  der Lehrer.

Im August 2003 gibt die Afrikanische Entwicklungsbank  23 Mio. US-$ zum Bau neuer Schulen in Burkina.
In dem Armutsbekämpfungsprogramm vom Oktober 2003 will die Regierung die Anzahl der Armen bis 2006 von 50% auf 35% reduzieren. Hauptpunkt ist eine freie Grundschulbildung für alle.

Die Eltern (i.a. die Männer) errichten die Schule in Eigenarbeit, zahlen Schulgeld  und kommen für die Lernmittel auf. (Bücher, Hefte (ein DINA5 Heft kostet 200FCFA), Bleistifte, "Bics", Lineale....).
Die Kosten, verbunden mit der großen Kinderzahl, bewirken, daß nur ein Teil der Kinder einer Familie in die Schule geschickt werden. Früher waren dies vor allem Jungen und unter diesen die Erstgeborenen, seit einigen Jahren ist aber eine deutliche Zunahme der "Mädchenquote" zu beobachten.
In der traditionellen Sozialstuktur sind die Männer verantwortlich für die Ausbildung der Kinder.  Kinder deren Vater gestorben ist haben daher nur geringe Chancen auf einen Schulbesuch . Hier hilft das Ladenburger Patenschaftsprogramm.

Ein Kind, das die Schule nicht besucht hat, kann nicht nur nicht schreiben und lesen sondern in der Regel auch nicht Französisch (Staatssprache). Es ist daher an den Sprachraum der Bissa gebunden und kann sich nicht in Ouaga oder im Ausland (z. B. Cote d' Ivoire) Arbeit suchen.   (Gegenstimmen)
Die ersten 3 Jahre dienen dem Spracherwerb (Französisch) und den elementaren Fertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen.
In den folgenden 3 Jahren gewinnt die Arbeit im Schulgarten zunehmend an Bedeutung. Die Kinder erlernen dabei die Gartenarbeit, den sinnvollen Einsatz von Wasser und die Bedeutung von Gemüse als Ergänzung zur Hirsenahrung.

Die Schulwoche dauert von Montags  bis Samstag Mittag. Meist ist jedoch der Donnerstag frei. Der Schultag beginnt um 730 und endet um 1700 Uhr mit einer Mittagspause von 1130 bis 1500 Uhr.
Das Schuljahr beginnt am 1. Oktober, die großen Ferien am 15. Juni, die Schüler haben jedoch die Möglichkeit bis zum 30. Juni fehlenden Stoff nachzuarbeiten. Weihnachten und Ostern sind je 2 Wochen Ferien.
Der Lehrplan ist landesweit streng vorgegeben einschließlich der Zeitpläne. Ähnlich wie in der früheren DDR werden zur gleichen Zeit landesweit die gleichen Inhalte unterrichtet (hat eine Schule keinen Schulgarten, entsteht hier ein Problem).

Zu Beginn der Partnerschaft, 1982, gab es in der Unterpräfektur Garango 11 Schulen an 9 Schulorten
Im Schuljahr 2000/2001 bestanden in den 6 Schulbezirken des Partnerschaftsgebiets 59 Grundschulen an 50 Schulorten mit insgesamt 15974  Schülern und 245 Lehrern. (Im Mittel: 70 Schüler/Klasse, 65 Schüler/Lehrer)

Stand 2001
Schulen Klassen Schüler davon Mädchen
Garango-Stadt 15       (15) 66       (59) 4050       (3861) 49%       (46%) 
Garango-Land 14       (10) 55       (43) 3948       (2725) 50%       (38%)
Béguédo 04       (03) 19       (11) 1893       (776)  44%       (42%) 
Boussouma 10       (08) 37       (27)  2428       (1236) 41%       (35%)  
Komtoèga 08       (05) 26       (17) 1597       (885)  43%       (39%) 
Niaogho 08       (04)  23       (15) 2058       (988) 45%       (40%)
(Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Jahr 1996,  dem Jahr der Aufteilung des Gebiets in 2 Inspektionen)

Die Rückgabe von Schulgebäuden an einen privaten Träger hatte ein drastisch gesunkenes Angebot an  Schulplätze in Garango-Commune zur Folge.
In Garango-Zentrum , das im Vergleich zum Umland eine hohe Beschulungsquote aufzuweisen hatte, sahen sich viele junge Leute vom Schulbesuch ausgesperrt. Diese Schwierigkeiten wurden in den Briefen, Gesprächen und Telefonaten, vor allem bei den Besuchen vor Ort deutlich gemacht.


Das 6-jährige Gymnasium in Garango ist in den Eingangsklassen 4-zügig, in den Abschlussklassen 2- zügig. Im Schuljahr 1998/99 hatte es 18 Klassen mit insgesamt 1180 Schülern, davon 33% Mädchen.
Die 4-jährige Handwerkerschule (Centre d' Ecoles Techniques) wurde in diesem Schuljahr von 116 Schülern besucht darunter 5 Mädchen.
In die 3-jährige Hauswirtschaftsschule (Centre de Promotion Feminine) gingen 95 Mädchen.

In der Volkszählung von1985 wurde die Analphabetenquote für die Provinz Boulgou (außerhalb Garango Stadt) mit 95% angegeben. Hier dürfte es eine deutliche Verbesserung gegeben haben: die Schülerzahlen haben sich von1985 bis 2000 mehr als verdoppelt (der Mädchenanteil stieg in dieser Zeit von etwa 20% auf 46,7%). Hierzu haben die Schulbauprogramme von Ladenburg und Laval wesentlich beigetragen.

Ladenburg finanzierte bisher (Stand 2006) den Bau von 15 Schulen. Ziel des Programms ist es, zumindest für jedes Kind dem durch eine Patenschaft ein Schulbesuch ermöglicht wird, auch einen Schulplatz zu schaffen.
Zu all diesen Schulen gehört ein Schulgarten, weitere Schulgärten wurden angelegt und unterstüzt in: Komtoéga,  Bangagou, Boura, Lengha, Ouarégou, Zigla-Koulpélé, Zalla. Die Erträge des Schulgartens verbessern nicht nur die Ernährungsituation der Schüler sondern des ganzen Ortes
Seit 1993 gibt es die Association des Ecoles de Production (AEP) die vom Comité de Jumelage mit Geldern aus Ladenburg und Laval unterstützt wird. Die angeschlossenen Schulen produzieren Lebensmittel zur Versorgung der Schüler und gegebenenfalls zum Verkauf der Überschüsse. Dafür wurden 27 Brunnen gegraben, 26 Schulgärten mit 23 Obstbaumpflanzungen angelegt und 18 Kleintierzuchtstationen eingerichtet

Eine "Ladenburger Schule" besteht aus : einem 3-klassigen Schulgebäude mit Magazin und Verwaltungsraum, der Ausrüstung der Klassenräume, einer Lehrerwohnung, einem Schulbrunnen, einem Schulgarten, einer Schulküche und 2xdrei Latrinen.


Satellitenbild Ecole Bougoula.

Jeder Ort im Partneschaftsgebiet hat dasRecht einen Antrag auf einen Schulbau zu stellen. Diese Anträge durchlaufen ein Auswahlverfahren beim Comité de Jumelage in Garango. Aus dieser Vorauswahl  wählt der Vorstand des Partnerschaftsvereins in Absprache mit Comité und Schulamt einen Ort aus.
Der Bau der Schule wird von der Bevölkerung des Dorfes durchgeführt, unter Aufsicht eines Maurers .

Eine Beschreibung der einzelnen Schulen und der örtlichen Situation "kommt noch", z.Z. gibt es nur eine tabellarische Liste der Schulen im Partnerschaftsgebiet


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