Tulla-Gymnasium

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„Die Schule ist zum Lebensraum geworden“
Festakt und Ehemaligentreffen anlässlich des 50-jährigen Bestehens

Ein halbes Jahrhundert Kontinuität und Wandel: Mit einem Festakt hat das Tulla-Gymnasium am Samstag seinen 50. Geburtstag gefeiert und 200 Gäste feierten mit. Für musikalische Unterhaltung sorgte die hauseigene Big Band. Statt der üblichen Grußworte gab es als „Experiment“ eine „Podiumsdiskussion“ mit einer Art Zeitreise ins Gestern, Heute und Morgen. Vorbereitet und moderiert wurden die Gesprächsrunden mit insgesamt 13 Teilnehmern von Informatik-Professor Werner Burkard.

Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion präsentierten beim 50. Geburtstag des Tulla-Gymnasiums
eine Art Zeitreise ins Gestern, Heute und Morgen. Die Schule dürfe auf ihre Stärken vertrauen, so Bürgermeister Arne Pfirrmann
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Bezogen auf Gegenwart und Zukunft, sprach Schulleiterin Andrea Rösch von einem „sehr guten Schulklima“, aber auch von „größeren Baustellen“. Und das nicht nur bezogen auf die bauliche Sanierung. „Wir sind heute ein reines G-8-Gymnasium bei einem aktuellen Trend zu G 9 und einem G-9-Gymnasium in der Nachbarschaft“, sagte Rösch, die bei der multimedialen Ausstattung „viel Luft nach oben“ sieht. Sie hoffe mit Hilfe der Stadt, des Freundeskreises und möglicher Sponsoren hier etwas schneller voranzukommen. Die Schule sei, was die Ausstattung betrifft, „nicht komplett in der Steinzeit hängen geblieben“, aber es müsse sich noch einiges tun, merkten ebenso die Schüler Christian Beitzinger und Lukas Tasch an. „Es ist toll, wie sich das Tulla in den letzten 50 Jahren entwickelt hat“, stellte Bürgermeister Arne Pfirrmann fest. Die Schule dürfe auf ihre Stärken vertrauen. Die Ergebnisse im baulichen Bereich könnten sich sehen lassen. Das Gebäude erhalte jetzt einen „neuen Pullover“ und werde innen auf den neuesten Stand gebracht, so Architekt Michael Heid. Den Blick zurück richtete Manfred Walz. Der frühere stellvertretende Schulleiter beschrieb die Schüler der 60er und 70er Jahre als „lernwillig, engagiert und kritischer als die heutige Schülergeneration“. Manches von den Studentenunruhen habe sich seinerzeit auf die Schulen übertragen. Gleichwohl habe damals am Tulla „ein gutes Klima“ geherrscht; „die Schülermitverantwortung wurde ins Leben gerufen, eine Schülerzeitung gegründet.“ Der Journalist Dieter Giese berichtete von seiner „spannenden Schulzeit“ in den 70ern. „Wir waren damals zwar nicht mehr so politisch wie die 68er-Generation, aber schon noch auf Krawall gebürstet“, sagte Giese, der auch an die 1978 vollzogene Oberstufenreform erinnerte. Die frühere Schulleiterin Ute Beltermann kam zu einer Zeit an die Schule, „als dort ein achtjähriger Zug eingerichtet werden sollte“. 1991 war das Tulla eine von vier Pilotschulen für das G 8. Wichtig gewesen seien ihr die Friedensstifter-Ausbildung, die Stärkung des Sozialverhaltens und die Bereitschaft, dem Klimawandel etwas entgegenzuhalten. Auf die Zusammenarbeit von Lehrern und Eltern zu sprechen kam neben Dieter Sutsch auch Elternbeiratsvorsitzender Norbert Rauscher, der da meinte: „Elternarbeit 2016 ist langweilig, es gibt keine Krawall-Punkte mehr, das Feld ist gut bestellt.“

Wie sehr sich im Lauf der Zeit das Lehrer-Schüler-Verhältnis gewandelt hat, verdeutlichte Lehrerin Alexandra Steeb-Suchanek. „Als Schüler hatten wir damals eine größere Distanz zu den Lehrern und mehr Hemmungen sie anzusprechen.“ Heute herrsche, was Schülerin Celine Ardelean bestätigen konnte, eine große Offenheit. „Die Schüler sind für uns wertvolle Partner“. Ihre Kollegin Monika Gutmann, Koordinatorin der 2011/12 in Betrieb genommenen Ganztagsschule, berichtete von immer mehr Schülern, die sich für das Angebot entscheiden. „Die Schule ist zum Lebensraum geworden.“ Schließlich versammelte sich am Ende des Festakts, der von der Big Band der Schule musikalisch umrahmt worden war, der erste Abiturjahrgang zum Gruppenfoto auf der Bühne. Zudem wurde den Gold-Abiturienten der druckfrische Jubiläums-Jahresbericht des Tulla-Gymnasiums überreicht.

Nach einem Umtrunk mit kleinem Imbiss im Foyer wurde die Schule am Nachmittag für über 600 Tullaner aller Abiturjahrgänge zum Schauplatz eines Klassentreffens.

BNN (14.11.2016)

Luftballons und Wimpelketten ließen schon von Weitem erkennen, dass die Tullaner herzlich willkommen waren. Zahlreiche Alt-Tullaner hatten sich bereits vor Wochen angemeldet und einen Raum reserviert, in dem sich der jeweilige Jahrgang treffen konnte. Außerdem wurde das Angebot gerne wahrgenommen, eine Schulführung zu buchen, um zum Beispiel die neue Mediathek oder die modern eingerichteten naturwissenschaftlichen Fachräume besichtigen zu können.
Gleich im Eingangsbereich trugen sich die Gäste in Jahrganglisten ein, wodurch schnell deutlich wurde, dass sehr viele Tullaner an ihre ehemalige Schule zurückkehrten, um sich gemeinsam an frühere Zeiten zu erinnern. Besonders gut gelang dies bei Kaffee, Kuchen und anderen Leckerbissen, die die aktuellen 8. Klassen in den Cafeterien anboten.
Es herrschte eine fröhliche, herzliche Atmosphäre in den geschmückten Zimmern und auf den Fluren, was erneut das ausgeprägte Gemeinschaftsgefühl der Tullaner verdeutlichte.
Auf den Gängen konnte man sich auch über die Baugeschichte des Tulla-Gymnasiums informieren und die Tulla-Chronik gab einen Überblick, was die Schule in den letzten 50 Jahren prägte. Ebenso bestand die Möglichkeit, den Jubiläums-Jahresbericht zu erhalten, der Vergangenes und Aktuelles umfasst. Darüber hinaus präsentierte die Kursstufe 2 eine spannende Physikshow.
Um eine Erinnerung an dieses schöne Wiedersehen zu haben, gab es die Möglichkeit, im Tulla-Shop Souvenirs zu erwerben und im Fotostudio ein Gruppenfoto machen zu lassen, was sehr viele Tullaner wahrnahmen.

„Die Räuber“ werden Räuberinnen
Tullaner katapultieren Schiller in die Gegenwart
Große Spielfreude gepaart mit Textsicherheit

Als Beitrag zum Jubiläum des „Goldenen Tulla“ hat die Theater-AG unter der Leitung von Martina Kaltenbach am Freitag und am Sonntag mit dem Stück „Räuber. Schiller für uns“ von Marlene Skala eine moderne Adaption von Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ auf die Bretter der Tulla-Aula gezaubert. Bereits bei der Premiere beeindruckten die Darsteller – zwölf Schüler von Klassenstufe sieben bis Kursstufe eins – auf einer sparsam mit einem Arbeits- und einem Schreibtisch, Stühlen und einem orangefarbenen Sofa eingerichteten Bühne. Für ihre spielfreudige und textsichere Umsetzung des Stückes ernteten sie tosenden Beifall von rund 100 Premierengästen.

Das auf Schillers „Erstling“ beruhende Jugendstück macht aus dem „Männerdrama“ um die beiden ungleichen Brüder Karl und Franz Moor ein „Stück für Mädchen“, das im Computer-Zeitalter spielt. Die „Räuberbande“ wird zur „Räuberinnenbande“. Statt der rivalisierenden Brüder Karl und Franz gibt es die konkurrierenden Schwestern Charlotte und Franziska. Wie im Original geht es auch in der Adaption um das Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung, um Recht und Gerechtigkeit, Liebe und Eifersucht, Neid und Gier, um die Grenzen, die Moral und Gesellschaft dem einzelnen setzen, und um die Frage, wie eine bessere Welt geschaffen werden kann. Die Handlung, zentrale Konflikte und Motive des Klassikers bleiben weitgehend erhalten und auf unterhaltsame Weise (be-)greifbar. Jugendjargon, flotte Sprüche und Rockmusik vom Band katapultieren Schiller ins Hier und Jetzt. Die Technik-AG unter der Leitung von Ralf Gartner rückt die Akteure ins rechte Licht.

Kern der Handlung ist der Konflikt zwischen den beiden Töchtern des Dichters Maximilian Moor (Fabian Thomas). Wie die Urfassung beginnt das Stück in dessen Haus: Sein Liebling Charlotte (souverän als aufmüpfige Räuberhauptfrau: Sarah Ulmer) ist dem bürgerlichen Mief entronnen. Nach abgebrochenem Politikstudium führt sie ein Leben als Chefin einer Mädchenbande in einer stillgelegten Lagerhalle in der Hauptstadt. Während sie dort mit ihren Mitstreiterinnen idealistisch die Welt verändern will, ist ihre Schwester Franziska (überzeugend als eifersüchtige Intrigantin: Leonie Hürst) Haushälterin, Sekretärin und Vertraute ihres Vaters, um dessen Anerkennung sie kämpft. Neidisch spinnt sie eine Intrige gegen Charlotte, als diese nach Hause zurückkehren will. Franziska schreibt einen fingierten Brief, in dem der Vater die verlorene Tochter zurückweist. Zudem bemüht sie sich um Charlottes verklemmten Ex-Freund Volker Kranz (Lukas Tasch), der noch immer Charlotte liebt. Da ihr eine Rückkehr nach Hause verwehrt scheint, bricht Charlotte alle gesellschaftlichen Brücken hinter sich ab und bleibt bei ihrer Mädchen-Gang. In der läuft derweil alles aus dem Ruder. Zu unterschiedlich ist das, was Charlotte, die Materialistin Spiegel (Selen Akbulut), die Feministin Waltraud Schwarz (Leah Herold), die Fundamentalistin Grimm (Natalie Wissert), die Sozialarbeiterin Alice (Janka Bargmann), das Straßenkind Sam (Natalie Tschierske) und die durchgeknallte Computerexpertin E.T. (Svea Kaspryk) wünschen und wollen. Die heterogene Gang mutiert zur terroristischen Horde, die weder vor Hacker-Angriffen noch vor Erpressung, Geiselnahme und Mord zurückschreckt. In den Nebenrollen gefallen Klara Müller (Freundin Ruth, Polizistin und Kommissarin) und Annina Wissert (Angreiferin). Volker spürt seine von der Polizei gesuchte Geliebte auf und will sie samt ihrer Bande zur Aufgabe bewegen, was nach kurzem Tumult auch gelingt. Am Ende erkennt Charlotte, dass „jeder seine Gier mit sich herumgetragen hat wie ein Fass ohne Boden“, während Franziska bei der Frage, ob sie Volker noch liebe, ihr größtes Defizit erkennbar werden lässt: „Lieben?“

Ralf Joachim Kraft (BNN, 28.11.2016)

Tolles Tulla

Kommentar von Michael Janke (BNN, 14.11.2016)

Manche Erinnerung über das Tulla-Gymnasium hörte sich beim Festakt zum 50-jährigen Bestehen wie der Bericht aus einer besseren Welt an. Die moderne Schule am Ort, ein Geist der Innovation, junge Lehrer und motivierte Schüler. Es ist völlig normal bei solchen Anlässen, dass man in den guten, alten Zeiten schwelgt. Den vielen anwesenden Ehemaligen hat es allemal gefallen.
Angesichts der aktuellen Schülerzahlen könnte man den Eindruck gewinnen, diese goldenen Zeiten seien vorbei. Wegen des G-9-Zugs am LWG hat das Tulla-Gymnasium nur noch knapp 680 Schüler, das ist ein Tiefstand, der lediglich im vergangenen Schuljahr noch unterboten wurde. Allerdings ist das keine Folge schlechter Arbeit am „Tulla“, es ist das Ergebnis einer schlingernden Kultuspolitik, die einen klaren Kurs vermissen lässt und damit die Schulen in eine unwürdige Konkurrenz treibt.
Auch wenn für den Fortbestand einer Schule die Zahl der Schüler eine gewichtige Rolle spielt: Dieser formelle Faktor ist nicht alles. Bei Licht betrachtet ist das Tulla-Gymnasium weiterhin bestens aufgestellt. Auch heute gibt es motivierte Schüler sowie eine Mischung aus jungen und erfahrenen Lehrern. Die Fachräume sind auf einem Stand, von dem man in den 70er-Jahren nur träumen konnte. Und: Es gibt ein gutes Bildungsangebot, das über ein Pflichtprogramm weit hinausgeht. Der Abi-Bac-Zug ist nur ein Beispiel. Natürlich lässt sich in der Ausstattung noch vieles verbessern, aber das ist in anderen Schulen ähnlich.
Die Tullaner können im 50. Jahr des Bestehens ihrer Schule stolz sein.
Vielleicht sollten sie manchmal einfach ein bisschen mehr trommeln und erhobenen Hauptes zeigen, was das „tolle Tulla“ alles hat. Bildungsqualität hängt beileibe nicht von Schülerquantität ab.

Ein stolzer Tullaner geht
Andrea Rösch folgt auf Peter Blessing

Auf eine Aufgabe der besonderen Art kann sich Peter Blessing schon mal als Pensionär einstellen. Als der Direktor des Tulla-Gymnasiums gestern in den Ruhestand verabschiedet wurde, forderte Abteilungspräsident Vittorio Lazaridis vom Regierungspräsidium den scheidenden Schulleiter zu einer Partie Tischtennis heraus. Hobbys verbinden eben, wie bei der Abschiedsfeier deutlich wurde.

Nahtloser Übergang an der Tulla-Spitze: Der scheidende Schulleiter Peter Blessing, die neue Schulleiterin Andrea Rösch und Abteilungspräsident Vittorio Lazaridis vom RP Karlsruhe, der Oberstudiendirektor Blessing zu einem Tischtennis-Match herausforderte.

Es war eine einzige Sympathiebekundung, die Blessing in zweieinhalb Stunden entgegenbrandete. Angefangen von den musikalischen Beiträgen der Big Band und der Tulla-Voices, die sich im wahrsten Sinne des Wortes mit einer Bourani-Adaption "Ein Hoch auf Sie" vor ihrem Schulleiter verneigten.

Den Grundton schlug gleich zu Beginn Blessings bisherige Stellvertreterin und Amtsnachfolgerin Andrea Rösch an. Sie bescheinigte dem studierten Mathematik- und Physiklehrer, Vorbild in vielerlei Hinsicht gewesen zu sein und einen wertschätzenden Umgang an der Schule gefördert zu haben. "Verstand und Herz - Du besitzt beides in großem Maße."

Neun Jahre lang lenkte Blessing die Geschicke des Tulla-Gymnasiums, nachdem er ausgerechnet als LWG-Vize von der örtlichen Konkurrenz wechselte. Ganzheitliche Förderung des Schülers sei ihm ein echtes Anliegen, zitierte Lazaridis aus einer früheren Beurteilung des Schulleiters. Sogar Hausbesuche zählte er mitunter zu seinem Auftrag, was der Abteilungspräsident als "außergewöhnlich" bezeichnete. Blessing sei charakterstark, loyal, ausgeglichen, ehrlich und zeige ein hohes Maß an Empathie, so Lazaridis. Oder wie es Ralf Gartner im Namen der Kollegen umriss: "Ein Schulleiter der offenen Tür", der stets gesprächsbereit gewesen sei.

OB Hans Jürgen Pütsch erkannte eine gute Entwicklung, die das Tulla seit 2007 unter Blessings Führung genommen habe. Wichtige Neuerungen seien das AbiBac, Latein als Fremdsprache in der fünften Klasse sowie der Ganztagsbetrieb mit Mittagstisch gewesen. Wie Fußball im Allgemeinen und der KSC im Besonderen auch in der Schule verbinden können, unterstrichen der geschäftsführende Rastatter Schulleiter Andreas von der Forst und Uwe Müller von der Direktorenvereinigung Nordbaden. Der Elternbeiratsvorsitzende Norbert Rauscher hatte vor allem den typischen Gesichtsausdruck des Schulleiters vor Augen, der stetig eines signalisierte: "Stolz auf diese Schule." Als dann noch die Schülersprecher Jacqueline Wild, Lara Sperrfechter, Lena Dreher und Tim Mühlig-Versen ihre Zuneigung dokumentierten ("Er würde für uns beide Hände ins Feuer legen") und ein meterlanges Band mit Klassenfotos und Unterschriften aller Schüler präsentierten, geriet die Abschiedsfeier schon fast zur Liebeserklärung.

Mit Blessings Nachfolgerin Andrea Rösch gehen nun Kontinuität und Neubeginn Hand in Hand. Sie ist seit 2010 stellvertretende Tulla-Direktorin. Dabei habe die Mathematik- und Physiklehrerin bereits bewiesen, dass sie mit großer Umsicht und Geschick in der Schulleitung agiere, sagte Lazaridis bei der Ernennung.

(BT, 13.07.2016)

Auch auf Lateinisch kann man rappen
Kreativer Abend der Sprachen anlässlich 50 Jahre Tulla-Gymnasium

Beim "Abend der Sprachen" am Tulla-Gymnasium Rastatt ging es auch um die Fußball-Europameisterschaft. So kündigten die beiden Moderatorinnen an, dass die Schüler die Begrüßung in der vollen Aula in vielen verschiedenen Sprachen vornehmen werden. Als erste nannten sie Isländisch. Das war für Schulleiter Peter Blessing, in Anspielung auf das EM-Achtelfinale, Anlass zu scherzen: Englisch abzuschaffen und stattdessen Isländisch an der Schule einzuführen.

Da er selbst keine Generalprobe gesehen hatte, sei Blessing gespannt wie ein Flitzebogen gewesen. Und er wurde nicht enttäuscht. Auf abwechslungsreiche und unterhaltsame Weise erlebten die Besucher die Breite und Vielfalt der am Tulla-Gymnasium gelehrten Sprachen. Bei dieser weiteren Jubiläumsveranstaltung zum 50. Geburtstag der Bildungsstätte wechselten musikalische Beiträge und Tanz mit szenischem Spiel und Wortkunstwerken. Mit Witz und Charme führten Susanne Buchter und Janina Bytyqi durch das Programm.

Die "Tulla-Voices" passten bei einem Lied von Robbie Williams ein wenig die Grammatik an und sangen "Let us entertain you" mit den Solisten Andreas Braun und Sven Schemmert. Celine Ardeleau rückte bei "Je veux" ins Scheinwerferlicht und überzeugte auf Französisch. Witzige Zungenbrecher präsentierten Akteure der fünften Klasse mit "Tongue Twisters" auf Englisch und Deutsch. Verschiedene siebte Klassen brachten die deutsche Kultur mit Goethes "Zauberlehrling" jugendlich auf die Bühne. Während Comic-Bilder auf der Leinwand die Aufführung unterstützten, zeigten die Kinder ihre Kreativität auch auf der Bühne: In der linken Hälfte wurde gesungen und gerappt, auf der anderen Seite das Ganze pantomimisch veranschaulicht.

Sprachlich überzeugend agierte der Abi-Bac-Zug, als mit "Une fille courageuse" (Ein mutiges Mädchen) szenisch die Themen Zivilcourage und Solidarität aufgegriffen wurden. Anschließend stand wieder Unterhaltung auf der Agenda. In der Sendung mit der Maus - Lach- und Sachgeschichten diesmal auf Latein - erzählten die Schüler die Geschichte von Laokoon und dem hölzernen Pferd und wie dieser hätte verhindern können, dass die Griechen mit dem Pferd Troja überwältigten. Das hätte sich auch fatal auf die Historie ausgewirkt.

Gewundert hätten sich wahrscheinlich auch die Brüder Grimm bei zwei verschiedenen Versionen von Rotkäppchen: Einmal in ganz unterschiedlichen Sprachgattungen wie Badisch, Anwaltsdeutsch oder Rap ("Und wenn sie nicht abgekratzt sind?"), das andere Mal auf Englisch, bei dem "Little Red Riding Hood" auf fahrenden Rollschuhen den Wolf erschoss, die rote Kappe ablegte und sich mit dessen Fell als Mantel einkleidete.

Dass sich Latein auch zum Rappen eignet, bewiesen mehrere Klassenstufen beim Kampf der Geschlechter "Pueri contra puellas" aus dem Film Bibi & Tina. Weiter ging es in der romanischen Sprachwelt: Auf der Suche nach einem lateinischen Referatsthema stritten sich Caesar, Cicero und Nero, wer der Geeignetste dafür ist. Um französische Gedichte für jeden verständlich darzustellen, half die pantomimische Umsetzung im Hintergrund.



Und für spanische Höhepunkte sorgten Schülerinnen der Flamenco-AG, die einen beeindruckenden Rumba Flamenco hinlegten, für frenetischen Applaus sorgten und um eine Zugabe nicht herumkamen.

Abschließend verabschiedeten die "Tulla-Voices" die Gäste mit "Sing, sing, sing" nach einem "Abend der Sprachen" voll mit guter Unterhaltung und Kreativität.

Von Fabian Beyer (BT, 04.07.2016)

Tullaner erlaufen rund 7000 Euro


Jubiläumsausgabe des Sponsorenlaufs mit 600 Teilnehmern auf dem RTV-Gelände

Mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen feiert das Tulla-Gymnasium Rastatt in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag. Bei einer davon ging es gestern auf dem Gelände des RTV zwischen 9 Uhr und 13.30 Uhr sportlich zu. Das Gymnasium veranstaltete dort unter dem Titel „Tulla läuft“ die Jubiläumsausgabe des Sponsorenlaufs und trug parallel dazu sein Sportfest mit drei verschiedenen Klassenwettspielen aus. Es war zwar grau und trüb, aber das Wetter hielt. Rechnet man zu den mindestens 535 Schülern der Klassenstufen fünf bis zehn noch Schulleiter Peter Blessing, die stellvertretende Schulleiterin Andrea Rösch, die Teilnehmer aus dem Lehrerkollegium, französische Lehrer und ehemalige Schüler hinzu, gingen insgesamt 600 Läuferinnen und Läufer an den Start. Darunter waren nach Auskunft von Sportlehrerin Cornelia Götz, die zusammen mit der Fachschaft Sport die Veranstaltung vorbereitet und organisiert hatte, auch zehn der aktuell 20 Flüchtlingskinder, die am Tulla unterrichtet werden, sowie vier Austauschschüler aus Kolumbien und 18 Austauschschüler aus Frankreich. Wie Götz mitteilt, beläuft sich das vorläufige Endergebnis nach zusammengerechnet 377 gelaufenen Stunden auf „mindestens 6 191 Euro“. Der erlaufene Betrag geht im zehnten Jahr des seit 2006 im Turnus von zwei Jahren ausgetragenen Sponsorenlaufs an den Förderverein des Tulla-Gymnasiums und an die Flüchtlingshilfe Rastatt.


Zum Schuljubiläum hatte sich die Fachschaft Sport eine an Kooperations-Spiele gekoppelte Lauf-Aktion für alle Schüler der Klassen fünf bis zehn gewünscht, wie Götz im BNN-Gespräch berichtet. Es wurde gestaffelt in drei Blöcken gelaufen. Wie in den Jahren zuvor sammelten die Schüler im Sauseschritt und mit überaus großem Eifer jeweils maximal eine Stunde lang Geld für den guten Zweck. Jeder lief so viele Runden wie er konnte. Wer etwas schwächer zu Fuß oder konditionell nicht ganz auf der Höhe war, durfte auch walken oder gehen. „Im Vorfeld hatten alle Schüler die Aufgabe, sich mindestens einen persönlichen Sponsor zu suchen, seien es Eltern, Großeltern, Freunde oder – falls möglich – auch Unterstützer aus der Wirtschaft. Bezahlt wird pro gelaufener Minute“, berichtet Götz, die an diesem Tag auch auf viel Unterstützung seitens der Schülerschaft zählen kann. „Vier Schülermentoren waren bereits bei den Vorbereitungen dabei und ohne die vielen fleißigen Helfer an den einzelnen Stationen wäre es unmöglich gewesen, diese Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, nennt sie stellvertretend die Technik-AG, die für die Beschallung des Platzes sorgte, oder die vier Schulsanitäter. Und schon ist Cornelia Götz wieder weg, um sich abseits des Laufstadions mal auf den anderen Feldern der sportlichen Betätigung umzuschauen. Etwa bei der „Ozeanüberquerung“ auf Bierkästen, bei der die Gaudi genauso im Vordergrund steht wie bei den Staffelläufen „Ball- und Wassertransport“.
Die nächste Veranstaltung im Jubiläumsjahr des Tulla-Gymnasiums wird am Freitag, 1. Juli, um 19 Uhr ein „Abend der Sprachen“ sein, an dem in der Aula über das Sprachangebot in Verbindung mit landestypischem Essen informiert wird. Der eigentliche Festakt ist am Samstag, 12. November.

Ralf Joachim Kraft
(BNN, 04.Juni 2016)

Wer ist die Schönste im World Wide Web?
Theater-AG inszenierte zum Tulla-Jubiläum „Schneewittchen“ einmal ganz anders


Was in früheren Generationen die Frage an den Spiegel war, „Wer ist die Schönste im Land“, ist heute die gleiche Frage ans World Wide Web. So zumindest sieht es Sabine Wessels in ihrem Jugendstück „Lara Kraft oder Wer ist die Schönste im WWW?“ Und eben diese Stück wählte sich die neu formierte Theater-AG des Tulla-Gymnasiums für ihren Beitrag zum 50-jährigen Bestehen der Schule. „Ich habe die Truppe zu Beginn des neuen Schuljahres neu wiedergegründet und es sind lauter neue Gesichter dabei“, so Regisseurin Martina Kaltenbach. Für sie war es deshalb selbstverständlich, ein Jugendstück als erste Produktion zu wählen. Und da sich nur Mädels gemeldet hatten, fiel die Wahl recht bald auf „Lara Kraft“. Eine gute Wahl, denn die Mädchen aus den Klassen sechs bis zehn konnten mit dem Inhalt etwas anfangen, spielten ihre Rollen aus und genossen es sichtlich, in eine andere Identität zu schlüpfen und auf der Bühne zu stehen. Schulleiter Peter Blessing gab in seiner Begrüßung schon mal die Richtung an, in die das Stück ging. Wer an „Schneewittchen“ dachte, lag gar nicht falsch. Allerdings natürlich in modernem Gewand: es wurde das „WWW“ befragt, und nicht der Apfel oder ein Kamm wurden vergiftet, um die unliebsame Konkurrenz aus dem Weg zu räumen, sondern die Pizza vom Lieferservice und die Schönheitsmaske aus Milch und Honig. Ja, und die sieben Zwerge waren auch nicht Wichte mit roten Zipfelmützen, sondern die Mädels einer ziemlich schrägen WG, in der sich so ziemlich alle Typen von Jugendkultur zusammengefunden hatten: Die Karrierefrau neben der Computer-Nerd, die D´Jane neben der Lieben mit der sozialen Ader. Amüsant überzeichnet die Figur der schönheitsgierigen Mutter (Sarah Ulmer) und ihrer Freundin Agathe (Selen Akbulut) und angenehm normal Silke Herp als Tochter Lara. Als abgedrehte D´Jane Adelheid wirbelte Janka Bangmann die Szenerie auf, Svea Kaspryk, Natalie Wissert und Natalie Tschierske waren die Freundinnen Luna, Meggie und Rita. Bringt im Grimm´schen Märchen der Prinz die Rettung und Erlösung, so ist es im modernen Leben die Freundschaft, die als wichtiger erkannt wird als sämtliche Schönheitspropheten oder Heilsbringer aus dem Internet. Requisite und Kostüme lagen in den Händen der Theater-AG. Geschickt war die Bühne aufgeteilt und als wandlungsfähig erwies sich das Bühnenbild, das von der Technik-AG um Ralf Gartner gut ausgeleuchtet wurde. Ein gelungener, kurzweilig inszenierter Einstand, den die junge Truppe da ablieferte.

Martina Holbein (BNN, 03.05.2016)

Konzertabend sprengt den Rahmen nationaler Grenzen
Musiker des Ensembles „ConFuoco“, Mitglieder des Schulorchesters und Alt-Tullaner gestalteten zum Jubiläum ein Benefizprogramm für Syrien


So reichhaltig, wie er sich in den knapp drei Stunden präsentiert, hatte man sich den Abend im Tulla-Gymnasium zuvor sicher nicht ausmalen können. Denn zu bieten hatte das Programm weit mehr als ein Orchesterkonzert im Rahmen des Schuljubiläums. Was Musiker des Ensembles „ConFuoco“, Mitglieder des Schulorchesters und Alt-Tullaner unter der Leitung von Florian Ganz hörbar machten, entwickelte sich zu einem Benefizprogramm, das keinen Vergleich zu scheuen braucht. Der traditionelle Beginn mit einem heldischen Wagnerstück (Ouvertüre zur Oper „Rienzi“) deutet zunächst noch rein deutsche Wurzeln an, doch spätestens mit dem „Danse Bacchanale“ von Camille Saint-Säens wird deutlich: Dieser Abend wird weit über Nationengrenzen hinausgehen und dabei Unterschiedliches vereinen. Das macht nicht nur der „Ägyptische Marsch“ von Johann Strauß Sohn erlebbar, der an den Trommeln einen straffen Marschbefehl erteilt – auch der gesamte Klangkörper wird hier zum träumerischen Chor, der von virtuosen Streicher-Melodien gerahmt wird. Da werden kleine Schritte mit großen Sprüngen kombiniert, bis man schon in die „Furioso Polka“ hineinstolziert. Leicht fällt der ehemaligen Leiterin des Schulorchesters, Cornelia Gildemeister, das Dirigat dieses schwungvollen Stückes nicht, nachdem Lehrerin Anja Krug das Leiden der syrischen Bevölkerung mit Hilfe von 19 Schülern darstellte. Von der deutlich gesunkenen Lebenserwartung im Land, einer riesigen Arbeitslosenquote und Armutsrate ist dabei ebenso die Rede, wie von den unzähligen Todesopfern, die der Krieg in Syrien bereits gefordert hat. „Wenn man das auf diesen Saal umrechnet, wären vier unter uns heute nicht hier“ stellt Krug klar – und erzeugt damit ein betretenes Schweigen im Saal. Den Jubel nach der Strauß-Polka können diese harten Fakten jedoch nicht relativieren, im Gegenteil. Bei der rasant-humorvollen „Bahn frei“-Polka, treibt Gildemeister, die bereits ein Jahr nach der Gründung des Tulla-Gymnasiums als Musiklehrerin agierte, das Orchester zu Höchstleistungen an. Da erhält selbst Maurice Ravels wohlbekannter „Boléro“ kaum einen größeren Jubel. Den Ernst des gebotenen Zwecks verloren die heiteren Stunden dabei jedoch nie. Im Gespräch zwischen Lehrerin Anja Krug und Karsten Malige, dem Vorsitzenden der Syrienhilfe, die maßgeblich vom Erlös dieses Konzerts profitieren wird, wurde deutlich, wie sehr die Menschen vor Ort der tatkräftigen Hilfe wirklich bedürfen. Für Karsten Malige, der vor 25 Jahren sein Abitur am Tulla-Gymnasium ablegte, und bei seinem Syrien-Aufenthalt Freunde fand, ist die Hilfe längst mehr als ein ehrenamtliches Engagement. Doch genau deswegen überzeugt er das Publikum mit seinem Anliegen nach Bildung, Menschlichkeit und Friedfertigkeit in einer verletzten Welt so sehr. Dass die sanftmütigen Sätze aus Tschaikowskis „Nussknacker“-Suite zu andächtigen Harfenklängen der beiden Staatskapelle-Solistinnen Silke Wiesner und Klaudia Karsch und samtenen Streichervolten zu diesem gewünschten Frieden ihren eindeutigen Beitrag leisten, steht außer Zweifel. Allein das tänzerische „Pas de deux“ zu angeblasenen Horn-Passagen ist da bereits ein eindrucksvolles Beispiel. Doch wozu dient das alles? Neben dem Sammeln von Spenden geht es auch um ein breiteres Verständnis syrischer Mentalitäten, den dieses Konzert, fühlbar vermittelt. „Ein furioser Abend“ wie nicht nur Schulleiter Peter Blessing findet.

(BNN , 26.04.2016, von Elisa Walker)

Tulla als musikalischer Talentschuppen
Schule feiert 50-jähriges Bestehen mit Musicalhits, Swing, Jazz- und Salsa-Klassikern

"Wir werden Sie musikalisch verzaubern“, verspricht Schulleiter Peter Blessing den zahlreichen Gästen, die sich in der brechend vollen Aula des Tulla-Gymnasiums eingefunden haben. Das Gymnasium feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum, das in den kommenden neun Monaten mit Theateraufführungen, Gesprächsabenden und Konzerten aufwartet. Ein ganz außergewöhnlicher Programmpunkt des Jubeljahres stand mit dem Musikabend bereits jetzt schon an. So kühn die Ankündigung zu Beginn klang – Peter Blessing und die jungen Talente seiner Schule sollten in den kommenden zwei Stunden Wort halten.
Im ersten Teil des Abends taucht das gemischte Orchester unter der Leitung von Florian Ganz vollkommen in die Welt großer Musicalhits ein. Die mitreißenden Arrangements von Ohrwürmern aus „West Side Story“, „Beatles“, „König der Löwen“ und „Queen“ sorgen für begeisterten Applaus. Besonders überzeugt das Publikum die bekannte Melodie von „Gee, Officer Krupke“, die nur vom anschließenden Medley „Beatles And More“ noch übertroffen wird. Bereits in den ersten Minuten wird die ganze Aula von Bravo-Rufen und Pfiffen erfüllt, als das Orchester die legendären Pilzköpfe zum Leben erweckt und damit unter Beweis stellt, wie professionell es sich bereits zu präsentieren weiß.
Gefolgt wird das Orchester von den Tulla-Voices, den Klassen 5a und 8a sowie dem Musikkurs unter der Leitung von Petra Föhr-Floreani, für die „Let Us Entertain You“ weit mehr als nur ein Motto ist. Ob zu „My Song“ oder dem andächtigen „Vois Sur Ton Chemin“: Die jungen Sänger verstehen es, vokale Hochstimmung auszulösen, zu der man nur die Hände in die Lüfte reißen kann.
Nicht weniger überzeugend präsentieren sich nach einer kurzen Verschnaufpause auch die Big und Small Band unter der Leitung von Elvira Hofmann. Um die Zuhörer voll und ganz für sich einzunehmen, haben sich die Musiker ein Programm zwischen Swing, Jazz und Salsa zurechtgelegt, das Großstadtflair in die Große Kreisstadt holt. Startet das musikalische Set der Band bei „Sing, Sing, Sing“ mit viel Groove und Leichtigkeit, werden Frack und Abendkleid zu „Puttin’ On The Ritz“ schon in höherer Schlagfrequenz angelegt. Als dann auch noch das weltbekannte „New York, New York“ erklingt, hat die Party ihren Höhepunkt längst erreicht.
Mit „Oye Como Va“ und „Mas Que Nada“ heizen die Instrumentalisten ihren Zuhörern dann derart ein, dass selbst Direktor Blessing nichts anderes übrig bleibt, als von seinen Schützlingen schwer beeindruckt zu sein. Bevor sich die Reihen wieder lichten, zelebriert die Band als furiosen Schlussakt „Final Countdown“, und löst damit nicht nur Standing Ovations aus, sondern zeigt zum Schluss auch einmal mehr, wie vielseitig und qualitativ hochwertig sie agieren kann. Der Meinung ist auch Bürgermeister Arne Pfirrmann, der im BNN-Gespräch nach dem Konzert nur folgende begeisterte Worte für die Nachwuchsmusiker von Morgen übrig hat: „Das Tulla ist einfach ein Talentschuppen!“

Elisa Walker (BNN)

Tullaner feiern deutsch-französisch

Musik, Theater und kulinarische Köstlichkeiten

Gymnasium begeht dieses Jahr sein 50-Jähriges


Als das Tulla-Gymnasium als zweite höhere Bildungsanstalt 1966 in Rastatt seine Arbeit aufnahm, war der deutsch-französische Freundschaftsvertrag gerade mal drei Jahre alt. Die Intention, die Konrad Adenauer und Charles de Gaulle bei der Unterzeichnung im Élysée-Palast die Feder führte, war schwierig: Aus Feinden sollen Freunden werden. Und das geht am besten, wenn sich die Menschen diesseits und jenseits des Rheins kennenlernen, und das schon als Jugendliche. Den Gedanken hatte das deutsch-französische Jugendwerk schon in den 1950er-Jahren aufgenommen und unter anderem Schüleraustausche angeregt und unterstützt. Wie nachhaltig diese Schüleraustausche auf die Schüler wirken, wie Verständnis für die Lebensart des Anderen entsteht und Freundschaften, das wurde beim deutsch-französischen Abend des Tulla-Gymnasiums deutlich. Ein Abend, der sich einreihte in die Vielzahl von unterschiedlichen Veranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen des Gymnasiums. Während für die Pause kulinarische Quiche-Köstlichkeiten und Fingerfood aus dem Nachbarland bereitgestellt wurden, eröffnete ein Chor aus den beiden Musikkursen und die Tulla-Voices den Abend mit der heimlichen Nationalhymne der Franzosen „Aux Champs Éylsée“, ein Titel, der wie kaum ein anderer das leichte Lebensgefühl an der Seine beschreibt. Organisiert wurde der Abend von der Fachschaft Französisch unter der Ägide von Martina Kaltenbach und Conny Götz. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen von Petra Föhr-Floreani, die mit ihren Schülern auch den Titel-Song aus dem Films „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ „Vois sur ton chemin“ anstimmte. Dann hieß es Bühne frei für die Klasse 6a des AbiBac-Zuges, Schüler die zugleich das deutsche Abitur und das französische Baccalaureat am Ende ihrer Schullaufbahn ablegen. Sie hatten eine Sage aus der Gegend um Lyon szenisch bearbeitet, und sie brachten die Geschichte die „Gros Caillou“ unter viel Beifall auf die Bühne, „französisch mit deutschen Untertiteln“, versteht sich. Und es hieß „Film ab“ für die verschiedenen Schüleraustausche, die das Tulla-Gymnasium anbietet: Nach Remirement geht der, der am längsten besteht. Angeregt wurde er von George Wolf, der nach Kriegsende Besatzungs-Gouverneur in Rastatt war und aus dem Vogesenstädtchen stammte. Bereits 1958 wurden erste Kontakte bei einem gemeinsamen Konzertbesuch in Straßburg von Schülern geknüpft. „Dieser Austausch, der mit dem LWG zusammen organisiert wird, ist also älter als das Tulla und älter als der deutsch-französische Freundschaftsvertrag“, erläuterte Martina Kaltenbach. Später kam der Austausch mit Rastatts Partnerstadt Orange dazu und speziell den AbiBac-Schülern vorbehalten ist der jüngste Austausch mit Avignon. Auch einen Sportaustausch gibt es seit sieben Jahren, den Michel Schriewer betreut. „In dieser Woche wird gespielt und geredet und natürlich Sport gemacht, um so Hemmungen gegenüber dem Sprechen der fremden Sprache abzubauen und miteinander etwas zu erleben“. Auch der Dritt-Ort-Austausch ist bei den Schülern beliebt, wie eine Klasse am Beispiel eines Besuchs im lothringisch-saarländischen Grenzgebiet vorstellte.

(BNN, Martina Holbein 25.01.2016)

Pädagogischer Tag zur Medienbildung

Ganz selbstverständlich nutzen Kinder und Jugendliche die digitalen Medien, deren Chancen und Nutzen unbestritten sind. Ein sorgloser Umgang mit den Medien birgt aber auch Gefahren, weshalb eine umfassende Medienkompetenz das Ziel der Medienbildung ist, die im neuen Bildungsplan hervorgehoben wird. Das Lernen mit Medien und das Lernen über Medien standen daher im Zentrum des Pädagogischen Tags, der am Tulla-Gymnasium stattfand.

Als bundesweit geschätzter Referent für Neue Medien konnte Peter Sommerhalter gewonnen werden, auch dank der großzügigen Unterstützung der Sparkasse Rastatt-Gernsbach. In seinem Impulsreferat stellte Sommerhalter dem Lehrerkollegium die Chancen sowie Risiken der Mediennutzung dar. Der Medienprofi, der auch Dozent für das „Bündnis gegen Cybermobbing Karlsruhe“ ist, bot entsprechend einen Workshop zu diesem Thema an. Darüber hinaus stellte Sommerhalter ein Konzept für die Ausbildung von Schülern zu Medienscouts und das Online-Rollenspiel „Class-Craft“ vor, das die Teamarbeit von Schülern fördern kann.
Unter der Leitung von Beate Caspers-Brecht und Alexander Fischer vom Medienzentrum Bühl setzten sich die Lehrer mit der Handhabung von Tablets im Unterricht auseinander. Dirk Schwaderer, Lehrer am Tulla-Gymnasium, führte eine Gruppe seiner Kollegen in die Software „Moodle“ ein. Der Jurist Michael Weller, Geschäftsführer der Europäischen EDV-Akademie des Rechts in Saarbrücken, referierte zu den Themen „Urheberrecht“ und „Datenschutz“.
Der Pädagogische Tag trug somit dazu bei, den Schülerinnen und Schülern des Tulla-Gymnasiums ein reflektiertes Medienwissen vermitteln zu können.

Weitere Infos zu:

Peter Sommerhalter

Medienzentrum Mittelbaden

Europäische EDV-Akademie des Rechts (EEAR)

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Tullaner gestalten Weltpolitik

Es startet eine neue Ära der internationalen Politik: Der Neigungskurs Gemeinschaftskunde der Kursstufe 1 des Tulla-Gymnasiums machte sich mit seiner Lehrerin Anja Krug auf den Weg zur Burg Rothenfels, um gemeinsam mit Kursen des Copernicus-Gymnasiums Philippsburg an der von der Bundeswehr mitgetragenen dreitägigen Simulation POL&IS (Politik und internationale Sicherheit) teilzunehmen und ein Gespür für das politische Geschehen der Welt zu erhalten.

Aufgeteilt in zwölf Regionen (z. B. Südasien, Europa und USA) und Nichtregierungsorganisationen sowie in Vertreter der Weltbank wurden Generalversammlungen der Vereinten Nationen abgehalten, in denen über Krieg und Frieden, Wirtschaft Umwelt oder Entwicklungspolitik debattiert wurde. Hierbei bekleideten die Tullaner verantwortungsvolle Rollen wie z. B. UN-Generalsekretär, Weltbankchef, Chefredakteurin der Weltpresse, Regierungschef, Staatsministerin und Wirtschaftsministerin. In den folgenden Verhandlungsrunden musste die Bereitschaft zu Bündnissen, strategisches Geschick und langfristiger Gestaltungswille unter Beweis gestellt werden. Hinzu kommt, dass es einige Bemühungen kostete, sich in die anfangs komplexe POL&IS-Welt hinein zu versetzen, doch wenn man die erste Phase überwunden und man sich komplett darauf eingelassen hat, bietet es einen großartigen Einblick in die Innen- und Außenpolitik der Welt.
Der UNO-Generalsekretär leitete dabei alle Vollversammlungen, in denen die einzelnen Regionen ihre Ziele und Forderungen darstellten. Dabei kommen auch die zwischenmenschlichen Beziehungen nicht zu kurz: Teamwork ist gefragt; die Absprache, sowie das Aufeinanderzukommen essenziell. Jeder Spieler musste im Laufe der Simulation über die Entwicklungen in der Weltregion, die er vertrat, vor der kompletten Gruppe berichten, wodurch auch die Kompetenzen bezüglich Präsentationen geschult wurden.

POLIS 2013
Alle Teilnehmer der Konferenz an einem Tisch

Große Probleme wie Aufrüstung, der südostasiatische Sextourismus, der illegale Waffenhandel oder die Abholzung der "Grünen Lunge" Südamerikas wurden gemeinsam angegangen, man tat sich zusammen und versuchte mit diesen schwierigen Herausforderungen fertigzuwerden. Letztendlich eskalierte die Situation: Die meisten Regionen rüsteten auf, schlossen oberflächliche Friedensabkommen, lösten Bündnisse und drohten sich mit Krieg. Alles lief auf einen Sicherheitsgipfel hinaus, welcher damit endete, dass das Veto-Recht durch die Abstimmung der Regierungschefs abgeschafft wurde. Auch die UN musste sich durch den Wegfall des Vetorechts ein neues Konzept für ihre Sitzungen überlegen. Man startete mit einer völlig veränderten politischen Ordnung in das dritte POL&IS Jahr.

Die Schüler starteten in Verhandlungen und Konferenzen, schlossen die letzten Bündnisse und Verträge. Insgesamt stand die gegenseitige Hilfe dabei im Vordergrund und die Poliswelt wurde dadurch ein großes Stück besser: Europa hat sich sehr für die Umwelt eingesetzt, Südamerika rettete seine "Grüne Lunge", Russland hat Neuwahlen veranstaltet und seine Verfassung auf demokratische Grundsätze prüfen lassen. Japan hat den Walfang endgültig beendet, Südostasien den Sextourismus etwas eingedämmt und Afrika wirkte sowohl dem HIV entgegen, als auch dem Einsatz und der Ausbildung von Kindersoldaten. China ist es gelungen, die Pressefreiheit in ihrem Land einzuführen.

POL&IS machte den Schülern deutlich, wie komplex und fordernd internationale Verhandlungsprozesse sind, wie sehr es auf Sachkenntnis, Diplomatie und langfristige Strategien ankommt und dass es durchaus möglich ist, die Welt zu gestalten. Letzteres hoffentlich nicht nur im Rahmen von Simulationen!

A. Krug

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Ukulelenkonzert am Tulla


Das berühmte Duo "Coconami" externer linkwar auf Einladung des Musiklehrers Martin Remmler für zwei Tage am Tulla-Gymnasium zu Gast, um mit Schülern der Klassen 6e, 7c, 7d und 8a einen Ukulelen-Workshop abzuhalten.
Am 24.07.2009 fand abschließend ein Konzert statt, das "Coconami" zusammen mit den Tullanern gestaltete. Neben Eigenkreationen wurden dem Publikum originelle Interpretationen bekannter Songs präsentiert, die den Funken überspringen ließen.
Ein gelungener Abend!
Coconami-Konzert

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"Psychologie Heute" am Tulla-Gymnasium

Der Chefredakteur Heiko W. Ernst beantwortete an seiner alten Schule Schülerfragen

Manchmal haben Schüler berühmte Verwandte. Und wenn es sich auch noch herausstellt, dass so ein Experte selbst am Tulla-Gymnasium vor langer Zeit sein Abitur abgelegt hat, dann steht einer faszinierenden kursinternen Veranstaltung nichts mehr im Wege. Dieser Glücksfall ergab sich am 10. März 2010 für die beiden Psychologiekurse 12 und 13. Heiko Ernst, seit 30 Jahren Chefredakteur der Zeitschrift "Psychologie Heute" und erfolgreicher Sachbuchautor, gehörte 1966 dem ersten Abiturjahrgang des Tulla-Gymnasiums an. So barg sein Besuch für ihn selbst schon beim Betreten des Gebäudes so manches Déja-vu-Erlebnis.

Psychologie heute
von li. nach re.:
Chefredakteur Heiko Ernst, sein Neffe Heiko Ernst u. Wolfgang Letz,
Lehrer des Psychologiekurses 13

Am späten Nachmittag nach bereits acht Stunden Unterricht lauschten 40 Schülerinnen und Schüler sowie einige weitere Freunde der Psychologie gebannt einem Mann, der seit Jahrzehnten in Deutschland mit seiner Fachzeitschrift das Bild der Wissenschaft 'Psychologie' in der Öffentlichkeit prägt. Er berichtete vom Werde- und Ausbildungsgang des ehemaligen Tulla-Schülers, der in den 68er-Jahren zunächst ein Soziologiestudium begonnen hatte, ehe der Zivildienst ihn zur Psychologie führte. Nach einem Abstecher in die USA – heute das führende Land in dieser Fachrichtung – folgte bald nach dem Examen der Einstieg in die journalistische Arbeit bei "Psychologie Heute". Sämtliche fünf Redakteure der Zeitschrift sind Psychologen, damit das Gespräch mit den Wissenschaftlern 'auf gleicher Augenhöhe' geführt werden kann. Heiko Ernst stellte auch dar, welche Teilbereiche der Psychologie es gibt und worauf es heute bei einem Psychologiestudium ankommt, unter anderem nämlich auf gute Englischkenntnisse, weil 80 % der Fachliteratur in dieser Sprache verfasst sind.Im Verlauf der anschließenden Fragerunde hatten alle Interessenten die Möglichkeit, ihre spezifischen Fragen zu "Psychologie Heute", aber auch zu psychologischen
Themen allgemein zu stellen. Heiko Ernst beantwortete die Fragen beeindruckend kompetent und auf eine sehr lockere, angenehme Weise, so dass es ein Vergnügen war, seinen Ausführungen zu folgen. Ganz praktisch und situationsbezogen ging es auch darum, wieso Schüler und Studenten sich grundsätzlich bei
Lehrveranstaltungen in die hinteren Reihen setzen, ebenso wurde hingewiesen auf die Gefahren der Manipulation besonders durch die Werbepsychologie.
"Schadet es, wenn man zu viel Fernsehen schaut?", wollte ein Schüler wissen.
Auch dieser Sorge wusste der Referent sehr differenziert zu begegnen.
Am Ende dieser außergewöhnlichen Doppelstunde war es jedem der Zuhörer klar, dass eines gewiss nicht schadet: über den kompliziertesten Organismus des Universums, den Menschen, anhand der Psychologie mehr zu erfahren!
Der Beifall übertönte am Ende der Stunde das Klingeln.

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Big-Big-Band

60 Schüler - 60 Musiker - eine Big-Big-Band.
Prall gefüllt war die Bühne der Reithalle, als die beiden Big-Bands des LWG und des Tulla-Gymnasiums gemeinsam mit jazzigen Klängen und fetzigen Rhythmen das Publikum vom Hocker rissen. In diesem Konzert bot die fusionierte Big-Band Jazz-Standards von "Satin Doll" (Duke Ellington) oder "In The Mood" (Glenn Miller) bis hin zu Pop-Songs von Michael Jackson dar und somit einen Einblick in die gesamte Jazzgeschichte. Geführt wurde dieses riesige Projekt von den beiden Musiklehrern und Big-Band-Leitern Florian Gaag (LWG) und Martin Remmler (Tulla) zusammen mit dem Schüler Frank Düpree (LWG), der auch mal selbst das Dirigentenpult übernahm und in kleineren Besetzungen am Klavier zu hören war. Weiterhin traten als Solisten die Sänger Natascha Pavia und Thomas Hofmann auf.

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Tulla läuft 2008

Am 11. Juli 2008 gingen die Schülerinnen und Schüler des Tulla-Gymnasiums zum ersten Mal an den Start, um durch ihren sportlichen Einsatz die „Aktion Lebensläufe“ zu unterstützen. Initiator der Aktion war die „Welthungerhilfe“ in Zusammenarbeit mit dem „Deutschen Leichtathletikverband“.


Auch das Team von
euromedia für R.TV Treffpunkt Baden-Baden externer linkwar am
11.07.2008 anwesend und gab uns die freundliche Genehmigung, die Sendung
hier zu präsentieren.
(Um den Film sehen zu können, muss auf dem PC Adobe® Flash Player
installiert sein. Die
aktuelle Version externer linkkann man kostenlos von den Adobe-
Internetseiten herunterladen.)

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Tulla läuft 2012
Ausdauer lohnt sich - pro Minute eine Spende

"Laufen tut gut!" – darin waren sich die Tullaner einig, als sie trotz des drohenden Regens an den Start gingen, um durch ihren sportlichen Einsatz soziale Projekte zu unterstützen. Alle Teilnehmer des Laufs hatten vorab Sponsoren gefunden, die den Einsatz der Tullaner mit barer Münze belohnen wollen. Gegen 8 Uhr morgens begann der Aktionstag im Park neben dem Schulgelände und im Verlauf des Vormittags begaben sich hunderte Läufer auf den rund 750m langen Rundkurs. Selbst als es zwischendurch zu regnen begann, ließen sich die Tullaner nicht von ihrem Ziel abbringen. Die Läufer wurden dabei von Zuschauern angefeuert, von den Schulsanitätern betreut und durch die DJs der Technik-AG und die Big-Band des Tulla-Gymnasiums in Schwung gehalten. Die SMV grillte leckere Würstchen, sodass erschöpfte Läufer und anfeuernde Fans nicht hungrig blieben. Während bei den "Lebensläufen" die Ausdauerleistung zählte, wurde bei dem anschließenden Wettkampf gemessen, wer innerhalb der vorgegebenen Zeit am weitesten lief.
Die Schulgemeinschaft sprach sich dafür aus, dass der Erlös der Lebensläufe zum Teil der Kinderlebenshilfe CLARA und dem Hospizdienst zu Gute kommt.
Ein herzliches Dankeschön an alle Läufer, Sponsoren und Organisatoren!

 


Tulla läuft 2008

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