PC-Direktverbindung (zweier Computer) - Win95/98
von Roland Bernert

Mit Hilfe der PC-Direktverbindung ist es möglich, zwei Computer über die seriellen oder parallelen Schnittstellen zu verbinden. Damit kann man z.B. von einem Rechner ohne CD-Laufwerk (der Gast) auf einen zweiten (der Host) mit CD-Laufwerk zugreifen und damit von CD Programme installieren.
Ich selbst benutze diese einfache Art der PC-Vernetzung, um auf einem alten Laptop Programme zu installieren. 
Hier wird die Vorgehensweise bei WIN95/98 beschrieben.
Voraussetzungen:
Verbindet man beide Computer mit einem parallelen PC-Verbindungskabel, ist darauf zu achten, dass die beiden Druckerschnittstellen im BIOS gleichartig eingestellt sind - entweder SPP oder EPP. (der schnelle ECP-Modus ging bei mir aus unerklärlichen Gründen nicht)

Zur Installation der PC-Direktverbindung startet man

Einstellungen/Sytemsteuerung

...und klickt dort auf System.
Im Windows-Setup-Fenster markiert man Verbindungen....
und klickt auf Details.

Hier wählt man PC-Direktverbindung, bestätigt alles mit OK und folgt den Anweisungen der Installationsroutine.

Nach erfolgreicher Installation findet man die PC-Direktverbindung bei WIN98 unter Zubehör/Kommunikation, bei WIN95 unter Zubehör.
Nun startet man die PC-Direktverbindung auf dem Host (Server).

Mit Mausklick auf Ändern... , kann man die Einstellungen nochmals überprüfen.

Beim Host (Server) wählt man Host-Computer, beim anderen Gastcomputer.
Nun ist nochmals zu überprüfen - am besten parallel bei Host und beim Gast - ob das richtige Kabel an der richtigen Schnittstelle angeschlossen ist.

Man hat entweder ein Nullmodemkabel für eine etwas langsame serielle Verbindung oder ein Parallelkabel am Druckerport.

Kennwort wollen wir nicht haben ..... - also kein Kennwortschutz !
Nach Mausklick auf Fertig stellen wartet der Host auf ein Signal vom Gast.

Hier sollte man erstmal schliessen und weitere Einstellungen kontrollieren.

Hierzu startet man in der Systemsteuerung das Netzwerk.
... und prüft nach:

Notwendig sind auf dem Host:

Client für Microsoft-Netzwerke,
DFÜ-Adapter,
NetBEUI->DFÜ-Adapter
TCP/IP->DFÜ-Adapter

sowie....

die Dateifreigabe.

(Zur Freigabe von Verzeichnissen auf dem Host, drücken Sie im Windows-Explorer mit der rechten Maustaste auf ein Verzeichnis und wählen Freigabe.)
Beide Rechner müssen verschiedene Namen haben und zur selben Arbeitsgruppe gehören.
 

Dies ist unbedingt auf beiden Rechnern zu überprüfen.

Normalerweise ist dies schon so automatisch voreingestellt !

Zugriffssteuerung auf Freigabeebene.

Der DFÜ-Adapter sollte bei beiden Rechnern mit dem Netbeui-Protokoll verbunden sein.

Dies ist die einfachste Einstellung.

Die Eigenschaften von Netbeui sehen bei mir so aus !
Die letzte Kontrolle geht über den Gerätemanager in der Systemsteuerung.
Hier erscheinen unter Modems alle möglichen Verbindungen.
Benutzt man den Druckeranschluss, kann man hier die Einstellung nochmals nachschauen.
Bei einem seriellen Anschluss über ein Nullmodemkabel....
In diesem Falle, muessen beide Computer dieselben COM-Schnittstellen benutzen. (also nicht Com1 und Com2 gemischt)
....sollte man die Geschwindigkeit so hoch wie nur möglich einstellen.
 
 

Danach wird alles mit OK bestätigt....

... und die PC-Direktverbindung auf dem Host gestartet.

Starten der PC-Direktverbindung auf dem Gastrechner:
 
 
Wenn man möchte, kann man auch hier mit Ändern... die Einstellungen nochmal überprüfen.
 

Ansonsten klickt man auf Verbinden.

Warum dabei ein Benutzername und ein Kennwort überprüft wird, bleibt wohl Mircoschrotts  bzw. Windoof's :-) 
Geheimnis.

Ich habe ja ausdrücklich die Kennwortabfrage unterdrückt. Na ja - so ist halt Windows.

Aber - wie man sieht - es funktioniert.

Auf dem Gastcomputer hat man vollen Zugriff auf alle freigegebenen Verzeichnisse des Host-Rechners.
(der Hostrechner heisst bei mit "Linux").



Die Verbindungskabel: Obwohl die Vebindungskabel nicht sehr teuer sind, habe ich mir ein serielles und ein paralleles Kabel schnell selbst zusammengelötet.
Hier also die Verbindungs-Pin-Belegung:
Seriell: 
9pol <---> 9pol
Seriell:
9pol <---> 25pol
Parallel:
25pol <---> 25pol
2 <---------> 3
3 <---------> 2
4 <---------> 6
5 <---------> 5
6 <---------> 4
7 <---------> 8
8 <---------> 7
2 <---------> 2
3 <---------> 3
4 <---------> 6
5 <---------> 7
6 <---------> 20
7 <---------> 5
8 <---------> 4
2 <---------> 15
3 <---------> 13
4 <---------> 12
5 <---------> 10
6 <---------> 11
10 <---------> 5
11 <---------> 6
12 <---------> 4
13 <---------> 3
15 <---------> 2
17 <---------> 17
25 <---------> 25 GND
Hinweis:
Es gibt bei mir immer wieder Schwierigkeiten, die Verbindung herzustellen.
Meist klappt es nach einem Reboot beider Rechner gut. Manchmal ist nur der alte Win95-Rechner neu zu booten.
Aber immer klappt die Verbindung nach einigen Versuchen.
Bei mir ist es so, dass bei nicht herzustellender Verbindung, einer der beteiligten Rechner auf jeden Fall neu zu booten ist. Warum die PC-Direktverbindung solche Probleme bereitet, weiss wohl nur Mircrosoft. Das Ganze funktioniert unter XP zuverlässiger als unter Win2000 - ist aber auch bei Win-XP noch immer nicht so ganz ausgereift :-))
Manchmal hat es auch schon geholfen, die beiden beteiligten Rechner - eventuell umzubennen.
Ein Anwender hat mir auch geschrieben, dass es bei ihm erst geklappt hat, nachdem er die Baud-Rate für die beiden Com-Schnittstellen erniedrigt hatte.

Bei Problemen überprüfen Sie: (unter Systemsteuerung/Netzwerk)
- ist auf beiden Rechnern das NetBeui-Protokoll installiert
- Gehören beide Rechner der selben Arbeitsgruppe an
- Haben die beiden Rechner unterschiedliche Namen
- Bei Win95 ist eventuell noch das DUN13-Update zu installieren (suchen im Internet)


Weitere Informationen:
PC-Direktverbindung mit Windows XP PC-Direktverbindung mit Windows 2000
Roland Bernert, März 2000