SuSE -Linux 6.3
Automatische Einwahl mit PPP in den eigenen Rechner


Bisher musste sich ein User immer noch über ein Terminalfenster einwählen,.
Loginname und das Passwort wurden dort eingegeben und vom Linux-Rechner überprüft.
Es ist nun an der Zeit, die Einwahl so zu vereinfachen, wie es beim Internetzugang über
Internet-Provider üblich ist.

Die Eintragungen in  /etc/ppp/options bleiben fast erhalten (siehe oben).

lock
silent
proxyarp
debug
ms-dns 129.143.167.177
Zusätzlich ist noch der Eintrag ms-dns 129.143.167.177 gekommen.
Dies ist die Internet-IP-Adresse des eigenen Rechners, falls man einen eigenen
Nameserver betreibt. In diesem Fall wird die Adresse des Nameservers automatisch
übermittelt.

Als erstes schreibt man sich ein kleines Script in /usr/sbin/papscript.

#! /bin/sh
#/usr/sbin/papscript.
exec /usr/sbin/pppd passive 129.143.167.177:129.143.167.178
exit
und macht dies mit chmod a+x papscript ausführbar.

Als nächstes ändert man die Datei /etc/ppp/pap-secrets

# Secrets for authentication using PAP
# client        server  secret                  IP addresses
"pppuser"       *       "pppuser"
"gast"  *       "gast"
Ich habe hier zwei User eingetragen, die sich auf meinem Rechner einwählen können.
Dies sind pppuser mit Passwort pppuser (siehe oben) und gast mit Passwort gast.
Den zusätzlichen User gast legt man am besten mit YAST an.

Die letzte zu änderende Datei ist /etc/mgetty+sendfaxl/login.config
Dort sucht man den Eintrag, der mit #/AutoPPP/ beginnt und ändert diesen ab.

#/AutoPPP/ -    a_ppp   /usr/sbin/pppd auth

# geaendert R. Bernert Dez 1999 in ..
/AutoPPP/ -     ppp     /usr/sbin/papscript

Sobald sich nun jemand mit WIN95 usw. einwählt, hebt mein Modem ab, das PAP-Script
und damit der PPP-Dämon werden gestartet, Benutzername und Passwort werden mit
den Eintragungen in /etc/ppp/pap-secrets verglichen.
Wenn alles stimmt, erhält das Modemdevice des Linuxservers die IP-Adresse 129.143.167.177
und das Modemdevice des Win95-Rechners die IP-Adresse 129.143.167.178.

Konfiguration des WIN95-Clients:
Wie oben beschrieben, legt man eine neue Vebindung (ich haben diese pppuser ganannt) an.
Ein wesentlicher Unterschied ist, dass sich der User gast nicht mehr über eine Login-Prozedur
anmelden muss.
Hier nochmals die Eintragungen bei Win95 (bei Win98 wird es ähnlich sein :-) )
 
Mit der rechten Maustaste auf die pppuser-Verbindung klicken.

Dort Eigenschaften wählen !

Hier muss natürlich die richtige Telefonnumer eingetragen werden. 

Mit Konfigurieren überprüft man nochmals, ob auch tatsächlich kein Terminalfenster beim Wählen geöffnet wird.

Weiter gehts mit Servertyp.

Diese Einstellungen funktionieren bei mir.

Achten Sie darauf, dass nur das TCP/IP-Protokoll ausgewählt ist.

Jetzt auf TCP/IP-Einstellungen klicken.

Die eigene IP-Adresse wird von meinem Linuxserver zugewiesen.

(siehe: /usr/sbin/papscript)
 
 

Ein Nameserver wird hier nicht eingetragen. 
Die Verbindung besteht ja auch nur zwischen zwei Rechnern und nicht mit dem Internet.

Damit ist die Konfiguration beendet.

Nachdem die Verbindung steht, kann man von einem WIN95/98-Rechner aus mit Telnet,
WS-FTP oder mit einem Browser (Netscape) auf dem Linuxserver arbeiten.

Wichtig: Da kein Nameservereintrag besteht, muss man jeweils immer die IP-Adresse des Linuxservers
(hier: 129.143.167.177) eingeben und kann nicht mit Rechnernamen arbeiten.

Beispiele: telnet 129.143.167.177 oder http://129.143.167.177/

Hinweis: Sie wundern sich vielleicht, dass ich hier zwei IP-Adressen benutzen kann (siehe papscript),
obwohl ich nur  eine (129.143.167.177) von Belwue bekommen habe.
Anwort: Da nur eine Verbindung zwischen zwei Rechnern besteht, spielt es keine Rolle; auch wenn
offiziell die Adresse 129.143.167.178 schon vergeben sein sollte, kann der verbundene WIN95-Client
diese zugewiesen bekommen. Die beiden Rechner erscheinen ja nirgends im Internet.

Das Ganze funktioniert natürlich auch mit beliebig anderen  IP-Numern; man muss nicht einmal öffentliche
Adresse haben. Man kann sich beliebig zwei - allerdings "richtige" - Adressen auswählen.
Ich habe auch schon das IP-Paar: 129.13.98.198/129.13.98.199 probiert. Es funktioniert genauso.

Genauso geht das auch mit rein privaten Adressen:
In /etc/mgetty+sendfaxl/login.config gibt man an entsprechnder Stelle ein:

/AutoPPP/ -     ppp     /usr/sbin/pppd passive 192.168.3.20:192.168.3.21
Dann kat der Linuxserver nach der Einwahl die Adresse 192.168.3.20 und der Client die
IP-Adresse: 192.168.3.21.
Der Nameserver ist danach entsprechend zu konfigurieren und der Eintrag in /etc/ppp/options
für die Übergabe des Nameservers ebenfalls auf
ms-dns 192.168.3.20
zu ändern.

Man hat ein kleines eigenes Internet. Der Gast kann in seinem Homeverzeichnis 
Homepages oder Software ablegen; Ein anderer Gast hat dort allerdings vollen Zugriff !

Problem:
Der Eintrag in /etc/inittab für die Umschaltung des Modems auf eingehende Anrufe sowie die 
Eintragungen der PPP-Optionen in /etc/ppp/options verhindern nun eine störungsfreie Einwahl ins

Internet. Ich habe das so gelöst:
Es wird eine Kopie der /etc/ppp/options für den Internetzugang angelegt.

cp /etc/ppp/options /etc/ppp/options.internet
Weiterhin wird eine Kopie der Datei /etc/inittab für den Internetzugang angelegt:
cp /etc/inittab /etc/inittab.internet
Danach werden die beiden Dateien wie oben beschreiben für eingehende Anrufe umgeschrieben
und ebenfalls Kopien angelegt.
cp etc/ppp/options /etc/ppp/options.pppuser
cp /etc/inittab /etc/inittab.pppuser
Nun schreibt man sich zwei kleine Scripts; eines für die eigene Einwahl zu einem Provider und
eines für die Behandlung eingehender Anrufe:
 
#! /bin/sh
# für den Internetzugang Name: internet
cp /etc/ppp/options.internet /etc/ppp/options
cp /etc/inittab.internet /etc/inittab
telinit q

#! /bin/sh
# für die Einwahlmöglichkeit Name: pppuser
cp /etc/ppp/options.pppuser /etc/ppp/options
cp /etc/inittab.ppuser /etc/inittab.internet
telinit q


Die beiden Scripte liegen bei mir unter /usr/sbin. Mit

chmod u+x internet
chmod u+x pppuser
macht man die beiden Scripts für root ausführbar.

Ja nachdem, was man nun möchte, kann man entweder internet oder pppuser starten.



Eine Bemerkung zum Schuss:
Wenn ein Leser weiss, wie man sowas mit ISDN macht, soll er mir bitte schreiben :-))
Schönen Gruss ......


Roland Bernert, Dezember 1999