Schlußbericht des Kurses zur Förderung besonders begabter Schüler

Ziele:

- Formenschatz der Schwäbischen Alb und seine Entstehung vertieft kennenlernen und im Styropor-

werkstück herausmodellieren;

- Großräumige Architektur des südwestdeutschen Schichtstufenlandes in Form eines Styropor-

modells erfassen und darstellen können;

- Kennenlernen einiger kulturgeschichtlicher Gegebenheiten in diesem Raum;

- Differenzierung der "mental map" bei den Teilnehmern nicht nur durch handwerkliche und

theoretische Arbeiten, sondern auch in der originalen Begegnung (Raumkontakt mittels einer

Radtour);

- Ergänzung der geographischen Schulsammlung mit zwei lehrplangerechten Styropormodellen.

 

Inhaltlicher Ablauf der AG:

Nach einer geologischen Lernheit über das südwestdeutsche Schichtstufenland mit besonderer Berücksichtigung des Formenschatzes in der Schwäbischen Alb wurde bald mit dem Modellbau "Südwestdeutsches Schichtstufenland" begonnen. Dabei wurde anfangs ein rein 3-dimensionales Modell angestrebt.

Doch beim Zusammensetzen der bereits ausgeschnittenen "Schichten" stießen die Schüler trotz der Benutzung einer projizierten Vorlage auf erhebliche Schwierigkeiten: Das Herausmodellieren schräger Flächen mittels eines provisorisch aufgebauten Styroporschneiders sowie das Anpassen der einzelnen Schichten auf die Schrägflächen war notwendig geworden.

Die Schüler erkannten, daß sie nur in sehr kleinen Schritten vorwärts kommen, um eine einigermaßen maßstabsgetreue Südostabdachung der Schwäbischen Alb herzustellen. Um die Motivation nicht weiter sinken zu lassen, wurde im Gespräch eine Strategie des weiteren Vorgehens entwickelt. Zwei Modelle sollen hergestellt werden: Ein bemaltes Modell der südwestdeutschen Schichtstufenlandschaft (zweidimensional) mit etwas eingetieften Flußläufen sowie ein dreidimensionaler Querschnitt durch eine Höhlenlandschaft in überschaubarer Form. Nachgebildete Gräser, Bäume, Steine und Zahnstocher (Tropfsteine) sollen dem zweiten Modell eine gewisse Realitätsnähe geben.

Bei dieser entschärften Vorgehensweise fanden die Schüler wieder großen Mut und vollendeten mit viel Eifer beide Modelle zum Realschultag. Dabei wurde in Gruppenarbeit Erläuterungstexte zu diesen Werkstücken geschrieben, farbig gestaltet und foliert.

Weiter wurde ein Transfer mit einem Video zum Formenschatz der Höhle Padirac / Dordogne geleistet, bei dem die Erkundungsgänge des Vaters der Speläologie, Martel, aufgezeigt wurden.

Da die originale Begegnung erst am Ende des Schuljahres aufgrund der Prüfungsvorbereitungen dreier Teilnehmer stattfinden konnte, wurde jeder Schüler mit einer selbständigen Ausarbeitung eines Ortes in der Schwäbischen Alb oder im Hohenzollerngebiet beauftragt. Dabei sollte er mit dem örtlichen Verkehrsamt Verbindung aufnehmen, um Material für seine schriftlichen Ausführungen zu erhalten (vgl. Auszüge).

Aufgrund der Prüfungen wurde die AG zwischen März und Juli unterbrochen.

In der zweiten Juliwoche begann der zweite Teil der AG, die Erkundung des Raumes mit dem Fahrrad ausgehend von Tuttlingen a. d. Donau.

Dabei wurde am 1. Tag das Durchbruchstal der Donau vom Knopfmacherfelsen aus überblickt und anschließend die Beuroner Basilika besichtigt. Ein Benediktinerpater erzählte über die Geschichte des Klosters und berichtete über das heutige Klosterleben. Über die Geschichte des Sigmaringer Schlosses erfuhren die Schüler am 2. Tag bei einer Führung. Die barocke Abteikirche zu Zwiefalten und die Wimsener Flußhöhle waren weitere eindrucksvolle Stationen an diesem Tag. Ferner konnten die Schüler am darauffolgenden Tag den Formenschatz der Bärenhöhle bewundern. Von der Kornbühlhöhe konnten die Schüler einen weiten Blick über Jungingen am Fuße des Härtlinges Hohenzollern bis nach Balingen werfen. Es war für uns alle ein einzigartiges Erlebnis, zumal das Wetter von seiner schönen Seite sich zeigte und eine gute Sicht bot. Am 4. Tag erreichten wir die teilweise restaurierte römische Guthofssiedlung "Villa Rustica" bei Stein /Hechingen und erhielten mittels Tonbildschau einen geschichtlichen Überblick. Beim anschließenden Gang durch diese Siedlung wurden neben der Wohnausstattung auch das Kunsthandwerk der Römer aufschlußreich erklärt. Die Besichtigung des Haigerlocher Atomkellers - die Wiege der deutschen Atomforschung am Ende des    2. Weltkrieges - rundeten den Tag ab. Dabei besuchten 3 Teilnehmer aus der 10. Klasse kurz zuvor im Rahmen meines Physikunterrichts das Kernkraftwerk Philippsburg und erlebten somit das Entwicklungspotential auf diesem Gebiet in den letzten 50 Jahren. Am letzten Tag erreichten wir Rottweil, um die Heimreise nach Ettenheim mit der Bahn anzutreten.

 

Schlußbetrachtung:

Neben den physisch-geographischen Elementen konnte in dieser AG in einer Zusammenschau kulturelle Gegebenheiten in der Schwäbischen Alb und im Hohenzollerngebiet den südbadischen Schülern gezeigt werden.

Natürlich war vorher die theoretische Ausarbeitung gewisser Themen zu diesem Landschaftsraum sowie die daraus resultierende handwerkliche Tätigkeit sinnvoll. Das anschließende Prinzip der originalen Begegnung vertiefte bestimmt die Kenntnisse der Schüler und stellte einen besonderen Bezug zu dieser für sie eher unbekannten Landschaft her.

Auch die gemeinsamen Erlebnisse auf dieser Erkundungsfahrt hat gewiß eine Verbindung unter den Teilnehmern geschaffen.

Sicherlich waren die Schüler auch körperlich gefordert, doch durchaus altersgemäß. Man sollte aber das 8. Schuljahr - auch nach Meinung meiner Schüler - für diese Tour mit diesem Programm nicht unterschreiten.

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