Erfahrungen

Die handwerkliche Tätigkeit der mitwirkenden Schüler bot eine wohltuende Abwechslung zur mitunter harten Programmierarbeit, die auch manchen Schüler an seine geistigen Grenzen führte. Der traditionell zunächst leichte Einstieg in die Igelgrafik des MswLogo von George Mills - neben Seymour Papert und Brain Harvey der Logopapst in den USA - motivierte die Gruppe, die Grundbefehle zu erlernen und in neuen Grafiken anzuwenden. Auch das Wechseln von der Editorebene in die Kommandoebene erfassten die Schüler sehr schnell. Doch die etwas eigenartige und auch manchmal ungenaue Fehlermeldung dieser Interpretersprache bereitete den Schülern anfangs viel Kopfzerbrechen, die auch am Ende des Kurses manchmal noch Schwierigkeiten machte. Falls eine komplementäre runde oder eckige Klammer in einer Prozedur fehlt, weist die Fehlermeldung nicht genau auf den Ort des Übels hin und verliert sich in einer eher nebulösen Kommentierung. Bei Compilersprachen weist der Cursor beim Compiliervorgang dagegen auf die Position des Fehlers punktgenau hin. Oftmals wurde auch der Doppelpunkt vor dem Variablenamen vergessen oder notwendige Lücken zwischen den Befehlswörtern ignoriert, was sofort eine Fehlermeldung ergab. Der Autor war gut beraten, mit kurzen, übersichtlichen und leicht ausbaufähigen Programmen zu beginnen (Quadrat, Vielecke, Kreise, Farben, Endlosschleife, ...). Dadurch wurden die Schüler auch nach kurzen Einführungsphasen zum kreativen Arbeiten in Zweiergruppen oder auch alleine motiviert. Auch die Programmierung einer Sirene mithilfe des PC-Lautsprechers bereitete den Schülern viel Spaß und bewegten sie, jene in zusätzlichen Prozeduren weiterzuentwickeln.

Auch die beiden Herstellungsmethoden der Platinen (Belichtungs-/Ätzmethode und NCCAD-/CNC-Fräsmethode) bedeutete eine Bereicherung, aber erforderte vom Leiter der AG viel Vorbereitungsarbeit und Aufmerksamkeit (Ansetzen der Entwicklerflüssigkeit, Umgang mit Säuren, Einführungskurs in NCCAD6 bzw. CNC, Umgang mit der CNC-Fräsmaschine). Nach dem Einführungskurs für NCCAD6 konnten zwei Schüler die 12-LED-Platine aufgrund der NCCAD6-Hilfe von Thomas Rathgeb (PPT-Datei) zeichnen. Einige Probestücke aus Holz mussten gefräst werden, bis alle notwendigen Technologieangaben in der NCCAD6-Zeichnung eingefügt waren. Einmal lag eine vorbereitete Platine nicht plan auf der Vorlage, sodass gewisse Leiterbahnen nicht gefräst wurden, was einen Neubeginn zur Folge hatte. Auch beim Ätzvorgang verlief nicht alles reibungslos: ohne genaues Zeichnen mit einem feinen Edding lief nichts und bedeutete spätestens nach dem Ätzvorgang einen Neuanfang! Gerade beide Herstellungsverfahren nahmen viel Zeit in Anspruch, zumal zwei Schüler der Fünfergruppe im Wahlpflichtbereich Natur und Technik kaum eine Vorbildung besaßen. Auch das Löten des Kabelsteckers erforderte eine gewisse Fertigkeit und Genauigkeit. Deshalb mussten in dieser handwerklichen Phase Doppelstunden eingesetzt werden. Dies war organisatorisch auch gut machbar, da der Technikraum nachmittags ab 14.30 Uhr samt seinen acht Rechnern zur Verfügung stand.

Am Ende der Bestückungsphase wurde die MswLogo-Syntax der Interface-Ansteuerung den Schülern bekannt gemacht. (ausgang <Adresse> <Codenummer>) Ein kleines Testprogramm (einfaches Lauflicht von 1. LED bis zur 12. LED mit Endlosschleife) für die Überprüfung der Platine wurde gemeinsam entwickelt. In Gruppenarbeit wurde danach ein zweites Programm erstellt, welches das Lauflicht in umgekehrter Weise blinken ließ. Ein Schüler kreierte ein Programm für das paarweise Leuchten aller 12 LEDs, nachdem der Autor ihm das paarweise Leuchten der ersten 8 LEDs erklärt hatte. Da die Codenummern der letzten 4 LEDs numerisch nicht mehr der Zweierpotenz folgen, bedeutete dies für den Schüler mit der Methode "Trial and Error" die entsprechenden Codenummern von 16 Möglichkeiten herauszufinden, um das Lauflichtprogramm (paarweises Leuchten) fortzuschreiben.

Bei zwei Schülern war die Suche nach kalten Lötstellen oder fehlerhaften Bauteilen nach dem Testen am Rechner sehr zeitaufwendig. Die anderen drei Schüler behoben bald ihre wenigen Fehler am Interface, sodass sie ihr Interface mit einer zusätzlichen Stromversorgung über einen USB-Stecker ausstatteten und mit dem Gehäusebau beginnen konnten.Gehäusebau

 12-LED-Interface - Einleitung           inhaltlicher Ablauf         MswLogo-Programme