Arbeitsgemeinschaft zur Förderung besonders befähigter Schüler

 

Es liegt in der Tradition der Städtischen Realschule auch eine AG zur Förderung besonders befähigter Schüler einzurichten, die direkt unter der Schirmherrschaft des Oberschulamtes Freiburg steht. Die Reihe der bisherigen AG-Themen  „Archäologie“, ,,Wegkreuze im Heimatraum”,  ,,das Donautal aus geographischer Sicht1,  ,,Einführung in die Compilersprache Turbo Pascal2 soll dieses Mal im Fachbereich Informatik / Natur und Technik fortgeführt werden.

Das Thema lautet: Steuern mit MSWLogo.

 

Dabei stehen die Buchstaben MS nicht für Microsoft, sondern für die Multiple Sklerose. Die Entwickler dieser Sprache gründeten einen Sozialfond und werben für ihn mit ihrem Softwareprodukt, um den Menschen, die an dieser schrecklichen Krankheit leiden, zu helfen.

Die Grundzüge der Interpretersprache Logo wurde schon in den 70er Jahren von dem Amerikaner Seymour Papert für die Schule entwickelt, um das entdeckende Lernen zu fördern. Heute ist Seymour Papert Wegbereiter der programmierbaren kabellosen LEGO-Technik (Mindstorms).

Eine ganze Logogemeinde hat sich in den USA um diese nach pädagogischen Zielvorstellungen angelegte Sprache geschart. Die Programmiersprache ist prozedural mit einer relativ einfachen Befehlssyntax aufgebaut und steht im Internet als Freeware3   zur Verfügung. Die neueste amerikanische Juli-Version MSWLogo b6.4h3 ergänzte der AG-Leiter St. Vogel mit einem deutschen Befehlssatz und mit einem deutschen Online-Hilfesystem. Nun können die Schüler mit deutschen Befehlen programmieren und finden gleichzeitig ein elektronisches Handbuch in deutscher Fassung vor.

 

Mit 9 Schülern - darunter ein Mädchen - aus den Klassen 8, 9 und 10 werden zunächst Grafiken programmiert, um danach elementare Programme aus der Zahlentheorie, einfache Rätselspiele oder gar ein Morsegenerator zu entwickeln. Wichtig ist hierbei, dass die Projektform dieser AG zum Tragen kommt: Die Schüler sollen selbständig nach der Einführungsphase Logoprogramme verändern und weiter entwickeln. Da die Logosprache den Schülern zum Realisieren eigener Programmierideen daheim zur Verfügung steht, wird dieses Prinzip der Eigenständigkeit außerunterrichtlich noch wirksam. Ein gewisses Konzentrations- und Durchhaltevermögen, sowie auch Forschungsneigung und Einfallsreichtum werden hierbei bei den Teilnehmern vorausgesetzt, um diese Fähigkeiten weiter entfalten zu können.

 

Neben der Förderung kognitiver Fähigkeiten wird auch ein Schwerpunkt im handwerklichen Bereich gelegt. Im Verlauf dieser AG baut jeder Schüler ein eigenes Interface, welches an den Rechner angeschlossen werden kann, um mit der Programmiersprache Lauflichter, Ampelanlagen oder sogar Schrittmotoren steuern zu können. Vielleicht gelingt es, ein Modell mit Schrittmotoren in Gruppenarbeit anzufertigen, um es in MSWLogo steuern zu können.

 

Geplant ist auch eine Besichtigung einer Firma im regionalen Umkreis, die Steuerprogramme oder Schrittmotoren entwickelt und herstellt.

 

Die abgebildeten Grafikbeispiele werden nach folgendem Prinzip gezeichnet. Elementare geometrische Figuren, wie Quadrate, Sechsecke oder Viertelkreise werden rekursiv wiederholt aneinandergereiht, um eine komplexere Grafik herzustellen. Standorte der Figuren sowie ihre Größen und Farben werden teils mit dem Zufallsgenerator des Computers bestimmt.

 

Grafiken erstellt von den AG-Teilnehmern  Stefanie Beck (9a), Florian Burger (9b),

Jan Griesbaum (8a), Alexander Gusti (8a), Thorsten Kunzer (10a), Sergej Lauer (8a),

Matthias Noel (8a), Sebastian Rietsche (9a) und Daniel Störk (9b).



1 vgl.  http://www.uni-karlsruhe.de/~za1880/erdkunde/sobegab1.htm

2 vgl.  http://www.uni-karlsruhe.de/~za1880/itg/sobegab2.htm

3 siehe http://www.lehrer.uni-karlsruhe.de/~za1880/itg/MswLogo/MswLogo6.4Win9x2KNTME