Schulgeschichte der Nachkriegszeit 
 

1955 :  Nach dem Krieg beginnt im Oberschulamtsbereich Offenburg die Gründung von Realschulen mit einem Mittelschulzweig. 10 Jahre später entstehen die meisten der heute 17 Realschulen des Schulamtsbereiches. Im Landeskreis Lahr ist nach dem Schulentwicklungsplan des Oberschulamtes auch Ettenheim als Standort für eine solche Schule vorgesehen.

16.6.1966 : Am 16.6.1966, in dem Jahr, in dem die letzte Ettenheimer Zigarrenfabrik den Betrieb wirklich einstellt, findet die Vorberatung des Gemeinderates über eine solche mittlere Schule statt, die laut Bürgermeister König im Endausbau einmal 12 Klassen haben werde. Natürlich müsse man diese 12 Klassen nicht alle sofort einrichten, so daß die Mittelschule - noch geistert der alte Name durch die Protokolle - während der ersten  Jahre durchaus im alten Volksschulgebäude neben der landwirtschaftlichen Berufsschule untergebracht  werden könne, deren Schülerzahlen stetig zurückgingen.

17.11.1966 : In der Gemeinderatssitzung vom 17.11.1966 fordert Stadtrat B. eine forcierte Inbetriebnahme der Mittelschule, weil sonst vorher von anderen Gemeinden - gemeint ist mal wieder Mahlberg - vollendete Tatsachen geschaffen werden können. Daraufhin beantragt die Stadt umgehend und einstimmig beim Kultusministerium die Einrichtung einer Mittelschule zum Schuljahresbeginn 1967/68.

05.06.1967 : Am 5.6.1967 ist das Volksschulgebäude geräumt. Am 26.6. treffen zum zweiten Durchgang des Schulentwicklungsplanes in Stuttgart Landrat Dr. Wimmer und die Bürgermeister von Ettenheim und Mahlberg mit Kultusminister Dr. Hahn zusammen. Hierbei fällt die Entscheidung zu Gunsten von Ettenheim, wird die Planungszustimmung für die Errichtung der Mittelschule erteilt und Ettenheim zum Bildungszentrum erklärt.

29.06.1967 : Am 29.6. berichtet Bürgermeister König dem Gemeinderat, daß die Realschule zu Beginn des neuen Schuljahres zunächst unter Leitung des Rektors der (neuen) Volksschule beginnen wird. Im alten Volksschulgebäude werden zwei Schulräume für die beiden Start-Klassen, ein Ausweich- und das Lehrerzimmer sowie ein Raum für die Verwaltung in Anspruch genommen. Größere Instandsetzungsarbeiten, so heißt es, seien außer einigen Reparaturen in Höhe von etwa 500 DM nicht erforderlich. Auch habe man in einer Besichtigung mit der Schulleitung festgestellt, daß die notwendigen Lernmittel mit Ausnahme von Kartenmaterial vorhanden seien.

06.09.1967 :  Am 6.9.67 erfolgt die schriftliche Zustimmung des Kultusministeriums zur Errichtung eines Realschulzuges an der Volksschule Ettenheim mit Beginn des Schuljahres 1967/68 und am 7.9. beginnt der Unterricht. Schon zwei Monate später berichtet die Zeitung von einem Dringlichkeitsplan, der Realschulneubauten in Mahlberg, Ichenheim und Friesenheim sowie dessen Ausbau der Realschule Ettenheim zur Entlastung der Lahrer Realschule vorsieht. Wörtlich heißt es : "In Ettenheim dagegen ist man in einer besseren Lage. Hier benötigt man im Endausbau nur 12 Klassen, wovon 10 bereits vorhanden sind. Der Bau von zwei weiteren Klassen ist erst für die Jahre 1976-80 vorgesehen!"
Im Augenblick hat man in der Tat andere bauliche Sorgen, nämlich mit dem Aborthäuschen, das schon vor 56 Jahren bei der ersten offiziellen Besichtigung Anlaß zur Kritik gab.

26.11.1968 :  Am 26.11.68 wendet sich der Elternbeiratsvorsitzende R. Loosmann mit folgendem Schreiben an Landrat  Dr. Wimmer :
"Bei der Besichtigung der Abortanlagen wurde festgestellt, daß es sich hier um ein für sich gebautes kleines  Haus handelt, in welchem getrennt die Anlagen für Buben und Mädchen untergebracht sind. Eine Heizungsmöglichkeit ist nicht vorhanden. Auch der dort befindliche Wasseranschluß erscheint nicht ausreichend, um den Anforderungen einer hygienisch einwandfreien Ordnung zu entsprechen. Die WC-Anlagen sind Trockenaborte, die in keiner Weise den heutigen Bedürfnissen gerecht werden. Dieser Zustand hatte zur Folge, daß die Kinder die Anlage nur sehr ungern und wenn, nur in der Not benützen...".
Bei der Gebäudebesichtigung und der positiven Beurteilung ein Jahr zuvor hatte man das Aborthäuschen wohl übersehen.

Nachkriegsgeschichte Teil 2

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