Schulgeschichte der Nachkriegszeit - Teil 2

06.03.1969 : Bei der Gemeinderatssitzung am 6.3.69 wird erwähnt, daß der Kreis das Volksschulgebäude seinerzeit für  414.000 DM erworben hat. In Zusammenhang mit den Renovierungsnotwendigkeiten erklärt Stadtrat B., dass die Realschule letzten Endes einschließlich der notwendigen Sonderräume einen größeren Raumbedarf  haben werde, als das Gebäude biete. Wenn es schon zurückgekauft werde, solle die Baumaßnahme nicht nur auf die unumgängliche Erneuerung der sanitären Anlagen,  Heizung und der Reparaturen beschränkt, sondern ausgedehnt werden auf den Endausbau im Rahmen des endgültigen Bedarfs. Der Bürgermeister stimmt dem zu : Vor Abschluß der Rückkaufverhandlungen müsse ein Raumprogramm aufgestellt und ein Erweiterungsplan mit Kostenvoranschlägen ausgearbeitet werden.

12.06.1969 : Am 12.6. findet eine Schulbauberatungs-Besprechung statt, bei der das Oberschulamt, das Landratsamt, die Stadtverwaltung, das Staatliche Schulamt, die Realschule, der Gemeinderat und der Elternbeirat vertreten sind. Es wird festgestellt, daß sieben Klassenräume und je ein Physik-, Biologie-, Musik-, Werk- und Handarbeitsraum benötigt werden. Dringend sind neue Toilettenanlagen einzurichten, ist die Koks- auf Ölheizung umzustellen.

04.07.1969 : Am 4.7. beschließt der Gemeinderat, daß die Schule im bisherigen Gebäude bleibt und die Sonderräume der Volksschule mitbenutzt. Klosettanlagen und Heizung aber sind den übrigen Baumaßnahmen vorwegzunehmen. Aus der Folgezeit findet man in den Akten nun zahlreiche Anfragen "nach dem Stand der Angelegenheit", denn es geschieht - nichts! Das Oberschulamt will nämlich erst abwarten, ob der Schulentwicklungsplan nicht grundsätzllich geändert wird.

14.01.1970 : Am 14.1.70 beklagt Bürgermeister König die Verzögerung beim Landratsamt, denn inzwischen wurde bei der Schulbeiratssitzung offen mit Schülerstreik gedroht. Am 14.5. teilt das Oberschulamt dem Landratsamt mit, das Kultusministerium würde bei einem Rückkauf 350.000 DM als zuschußfähig anerkennen. Am  4.6.1970 informiert das Landratsamt die Stadt Ettenheim.

22.10.1970 : Am 22.10. beschließt der Gemeinderat den Rückkauf der alten Volksschule für 414.160,46 DM. Dem Entwurf des Stadtbaumeisters für den Anbau einer Pausenhalle mit Toilettenanlagen und Heizungsumstellung wird zugestimmt.

19.02.1971 : Am 19.2.1971, 6 ½ Jahre nach dem Verkauf, wird der Rückkauf im Grundbuchamt beurkundet. Die Stadt Ettenheim leitet die beschlossenen baulichen Maßnahmen ein. Die Realschule ist nun vier Jahre alt. Sechs Klassen mit 175 Schülern werden von 16 Lehrern unterrichtet.

19.10.1972 : Am 19.10.1972 vier Jahre nach der ersten offiziellen Elternbeschwerde, erhält das Bürgermeisteramt den Schlußabnahmeschein für den neuen Anbau. Die Städtische Realschule hat ihre heutige äußere Gestalt. Ein Jahr später werden die ersten beiden Klassen verabschiedet.

1975 : 1975 wird die schon lange vorhergesehene Raumnot schulische Wirklichkeit. "Zum ersten Mal", so berichtet Rektor Wetzel der Zeitung gegenüber, habe man nun, nachdem über 60 Schüler neu eintreten, echte Raumnot. Es sei nötig, in Zusammenarbeit mit der Stadt eine Lösung zu finden. Ein Jahr später zeigt er anhand genauer Zahlen auf, daß die Realschule ständig weiter wächst. Mit 277 Schülern im kommenden Schuljahr habe man die äußerste Grenze erreicht. Es müßten nun unbedingt neue Unterrichts- und Fachräume geschaffen werden.

1977 : 1977 leitet O. Rees die Abschlußfeier im Jahr des 10 jährigen Bestehens. In seiner Ansprache berichtet er, dass nun 237 Schüler von 16 Lehrern unterrichtet werden und im nächsten Jahr erstmals 11 Klassen gebildet werden müssen. Hieraus resultiere ein Raumproblem, das nur durch einen Anbau gelöst werden könne. Bürgermeister König weist auf die neuen Räume für das Gymnasium, die im laufenden Jahr geschaffen würden. Die Stadt werde sich aber bemühen, anschließend auch die räumliche Situation der Realschule zu verbessern.

1981 : 1981 bestehen 51 Schüler die Abschlußprüfung, eine bisher noch nicht erreichte Rekordzahl. Rektor Wetzel ist inzwischen im Ruhestand. Die Geschäfte wie die Abschlußfeier werden von Konrektor Schäffner geführt. Die Zeitung berichtet unter der Schlagzeile: "Rektorenstelle nicht länger vakant lassen". 1982 ist sie nicht mehr vakant, ist als neuer Rektor Fritz Schlotter im Amt. Das erste Schulfest wird veranstaltet, die erste Projektwoche durchgeführt und das erste Jahrbuch herausgegeben. RL A. Schwab wird Beratungslehrer.

1983 : 1983 renovieren in Eigeninitiative Eltern das Klassenzimmmer der 7. Klasse. Im Rahmen des Jubiläumsabends anläßlich der 10. Abschlußprüfung wird der Freundes- und Förderverein der Städtischen Realschule ins Leben gerufen, der in den Folgejahren das schulische Leben durch vielfältige Aktivitäten ideeller wie materieller Art unterstützt. Erste Vorsitzende wird Gudrun Hauser.

1984 : 1984 veranstaltet dieser Freundeskreis seinen ersten Herbstball, eine schöne Idee, die aber nicht zur Tradition wird. Die Gruppe "Pokerface International" der Städtischen Realschule erringt beim Börsenspiel der Sparkassen den 2. Platz und fährt nach Frankfurt. RL Schwab verläßt die Schule als Fachbereichsleiter und späterer Seminarschulrat bzw. Schulrat.

1985 : 1985 erhält die Schule den ersten Computer als Spende des Förderkreises, werden die ersten Realschul-Editionen herausgegeben, geht RL H. Däschner für ein Jahr nach England, während Colin Dean aus dem Kingdom hier seinen Platz einnimmt.

1986 : 1986 steht vor allem im Zeichen verschiedenster sportlicher Aktivitäten zwischen Squash und Schach. Kein  Wunder, wenn bei den Bundesjugendspielen die fantastische Quote von 20 % Ehrenurkunden erreicht wird. Die Schach-AG unter R. Tröstler gewinnt einen Bezirksmeister- und einen -vizemeistertitel und wird erst im Halbfinale auf Landesebene aus dem Rennen geworfen. Der erste Pädagogische Tag wird durchgeführt. Der Förderkreis stiftet einen Diaprojektor mit Leinwand.

1987 : 1987 startet die Tennis-AG unter U. Göpper mit einem bemerkenswerten Teilerfolg erstmals bei "Jugend trainiert für Olympia". Und erstmals seit 1982 erscheint kein Jahrbuch, sondern zum 20jährigen Bestehen der Schule und 75jährigen Geburtstag des Schulhauses eine Jubiläumschrift, in der die Geschichte von beiden ausführlich dargestellt wird. In einem Festakt, einem kulturellen Abend, einer fröhlich-beschwingten Schulfeier und einem Tag der offenen Tür wird das Jubiläum begangen. Der Förderkreis spendiert 1000 DM  in Form von zwei Lautsprecherboxen und einem Zuschuß für einen Kamerarekorder.

1988 : 1988 "geht ein Traum in Erfüllung", wie die Presse berichtet : Der Schulsportplatz wird eingeweiht. Im Bürgersaal des Rathauses findet der zweite kulturelle Abend der Städtischen Realschule statt. Zur Abschlußfeier kommt Besuch aus Spanien, eine temperamentvolle Schülergruppe unter Leitung unsere ehemaligen Kollegen B. Nutto, der inzwischen Auslandslehrer in Sevillaist. Der Freundeskreis spendet einen Mikrowellen-Herd.

1989 : 1989 wird aus dem "kulturellem Abend im Bürgersaal" ertsmals ein "Bunter Abend" in der Stadthalle: Ein "riesiges Spektakel aus Musik, Magie, Zirkus und Gags"- so die Presse - begeistert die Zuschauer. Der Förderkreis spendiert einen neuen Fotokopierer.

1990 : 1990 stellt sich beim traditionellen "Bunten Abend" die Judo AG. unter Dan-Träger G. Bouchareb erstmals vor. Die sportlichen Leistungen steigern sich noch einnmal: Bei den Bundesjugendspielen erringen 25% eine Ehrenurkunde. Der erste partnerschaftliche Kontakt in die neuen Bundesländer wird zur polytechnischen Oberschule Guttau im Kreis Bautzen hergestellt. Schulsprecher H. Wutzke wird zum Landesschülersprecher gewählt.

1991 : 1991 verabschiedet der Gemeinderat ein Schulraumkonzept, nachdem die Realschule den vor 79 Jahren bereits konzeptionell vorgesehenen Erweiterungsbau nun endlich erhalten soll. Im übrigen steht dieses Jahr unter dem Motto: "Kontakte". Zuerst besucht uns eine Abordnung der erwähnten sächsischen Oberschule, dann kommen Schüler aus dem Wallis und schließlich fährt eine Abordnung unseres Kollegiums nach Guttau, Bautzen und Dresden. In der Judo AG werden die ersten Orange-Gurt-Prüfungen abgelegt. Unter der Leitung des Malers und Bildhauers Heinz Treiber aus Ettenheimmünster und R. Tröstler wird das erste Kunstprojekt "Bewegung im Schulhaus" durchgeführt. Der Förderkreis übergibt Fernseher und  Videorekorder.

1992 :  Die Städtische Realschule wird 25 Jahre alt.

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