Ein Internet - Projekt zum Mitmachen: Die Idee

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

02.05.97

Klemens Thamm

Unter den vielen Möglichkeiten des Lernens und Lehrens in der Schule hat sich - trotz aller Bildungsdiskussionen - vieles bewährt, manches "Moderne" ist inzwischen altmodischer als Traditionelles. Dennoch bietet der sinnvolle Einsatz des Computers im Unterricht und der überlegte Umgang mit ihm eine neue und zeitgemäße wie pädagogisch notwendige Begegnung mit Wissen und Information.

Unter verschiedenen Diensten bietet das Internet neben der E-Mail mit dem WWW eine für den Unterricht besonders attraktive Möglichkeit des rezipierenden wie kreativen Lernens:

  • Konfrontation mit einer Fülle von Informationen: Finden, Auswählen, Bewerten

  • Informationen werden als vernetztes Wissen erfahren: Förderung eines "fächerverbindenden" Denkens

  • Erfahrung eines sich ständig wandelnden Wissens und der Notwendigkeit, lebenslang damit umzugehen

  • Lernen wird nicht nur mit Schule verbunden; zwischen Schule und Öffentlichkeit besteht eine Schnittstelle: Angebote anderer Fortbildungseinrichtungen (Universitäten, Volkshochschulen ...), gesellschaftlicher Gruppen (Staat und Parteien, Länder und Kommunen, Verbände, Vereine, Kirchen...), der Medien (Presse, Rundfunk, Fernsehen ...), der "Wissensarchive" (Bibliotheken, Museen, ...), der Wirtschaft und Berufswelt ... sind direkt nutzbar.

  • Wissen und Informationen werden weltweit angeboten: Der eigene Standpunkt wird eingebettet in den Rahmen europäischer bzw. weltweiter Meinungen.Tolerantes Umgehen mit Meinungen und Ansichten anderer wird gefördert.

  • Die Vernetzung von Wissen und Informationen kann die Begegnung von Menschen fördern. Die Multilingualität des WWW unterstreicht die Notwendigkeit des Lernens von Fremdsprachen.

  • Das Anbieten eigener Informationen und Arbeitsergebnisse im WWW verdeutlicht, daß Lernen nicht nur den Einzelnen angeht, daß Produkte der Arbeit nicht - wie in der Schule häufig - verlorengehen müssen, daß von den Ergebnissen und vom Erfahrungsaustausch alle profitieren können.

  • Das Anbieten ("Vermarkten"?) eigener Ideen außerhalb des Spielraums Schule wird in der Praxis reflektiert.

  • Dank moderner Software (das mühselige Schreiben von html-Dokumenten ist inzwischen vorbei) können Informationen schnell und relativ einfach ediert, aktualisiert und ergänzt werden. Lernen und Erfahrung wird als Prozess begriffen.

  • Projekte im Internet sollen das Netz nicht als eine weitere Variante des Konsums, sondern als zusätzliche Möglichkeit der Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit in der Begegnung mit anderen erfahrbar machen. Ein durch einen reflektierten Umgang mit modernen Medien erarbeiteter Einstieg in die Informationsgesellschaft (mit allen Chancen und Risiken) ist für Schüler (und Lehrer!) mehr als wünschenswert.