
Werner Heisenberg
( 5.12.1901 - 1.2.1976 )
»Heisenberg habe ich sehr lieb gewonnen; er ist bei uns allen sehr beliebt
und geschätzt. Seine Begabung istunerhört, aber besonders erfreulich ist sein nettes,
bescheidenes Wesen, seine gute Laune, sein Eifer und seine Begeisterung."«
Max Born, in Deutsche Nobelpreisträger,München 1968
»Für Heisenberg waren Physik und Philosophie untrennbar miteinander
verbunden und er glaubte, daß "gute Physik unbewußt durch schlechte Philosophie
verdorben" werden kann.
Sofort nach der Schaffung der Quantenmechanik hat er unermüdlich und geduldig daran
gearbeitet, die philosophischen Konzequenzen in aller Klarheit auch den Nicht-
physikern darzustellen.
Heisenberg war nicht nur Physiker. Er war ein Mensch, der nach der Wahrheit, nach
einem umfassenden Verstehen suchte.
Naturwissenschaft war für ihn das Mittel zum Zweck, welches er am besten beherrschte.
Philosophisch war er überzeugt, daß die moderne Physik Plato recht gibt: "Denn die
kleinsten Einheiten der Materie sind tatsächlich nicht physikalische Objekte im
gewöhnlichen Sinne des Wortes; sie sind Formen, Strukturen oder im Sinne Platos,
Ideen, über die man unzweideutig nur in der Sprache der Mathematik reden kann."
Heisenberg bejahte alle Fortschritte der Physik und der Erkenntnis. Andererseits war
er sich bewußt, daß Wissenschaft allein keine Wertmaßstäbe setzen kann.
Nach Umwegen über Leipzig, Berlin und Göttingen war Heisenberg 1958 wieder
in die Stadt seiner Jugendjahre zurückgekehrt.
Im Alter von 75 Jahren starb er am 1. Februar 1976 in seinem Münchner Heim.«
B. L. van der Waerdon, in WERNER HEISENBERG,
Physik und Philosophie, Stuttgart 3, 1978, J XXIX - XXXI
Im Jahre 1932 erhielt Werner Heisenberg für die Aufstellung der Quantenmechanik,
deren Anwendung unter anderem zur Entdeckung der allotropen Modifikationen des
Wasserstoffmoleküls geführt hat, den Nobelpreis.