Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 25. März 1997 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/95


Fächerverbindender Unterricht
Klasse 6 Sport - Biologie



Tag der Symmetrie

"Die Symmetrie hat nicht nur mit Mathe was zu tun, sondern auch mit anderen Sachen, und sie kann auch Spaß machen". Die Meinung des 12jährigen Mario steht stellvertretend für die Eindrücke der Sechstklässler nach diesem etwas anderen Unterrichtstag.

Und so sah dieser Tag für die Klasse 6a aus:

Zeit

Thema

Gruppe

Raum

7.45-8.25 Wiederholung der Eigenschaften der verschiedenen Symmetrien   Klassenzimmer 240
8.30-9.00 Konstruktion symmetrischer Figuren am Computer Gruppe 1 Informatikraum 444
8.30-9.00 Herstellen symmetrischer Körpermodelle Gruppe 2 Klassenzimmer 240
9.05-9.35 Herstellen symmetrischer Körpermodelle Gruppe 1 Klassenzimmer 240
9.05-9.35 Konstruktion symmetrischer Figuren am Computer Gruppe 2 Informatikraum 444
9.40-10.45 Symmetrie bei Blüten   Bio-Praktikum 114
10.45-11.00 Pause    
11.05-12.10 Symmetrische Bewegungen   Sporthalle
12.15-12.45 Zusammenfassung Dokumentation   Klassenzimmer 240


Ausgehend von der Idee, Symmetrie im Bereich Mathematik und Biologie gemeinsam zu betrachten, entstand in Zusammenarbeit mit den Fachberatern Herrn Hartleb und Herrn Pohl vom Studienseminar Karlsruhe ein Projekt, in das auch andere Fachbereiche (ITG und Sport) integriert wurden. Dabei wurde das Ziel verfolgt, das Thema Symmetrie ganzheitlich und von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. Das Ergebnis all dieser Überlegungen war dann ein "Tag der Symmetrie" für alle 6. Klassen, an dem kein stundenplanmäßiger Unterricht stattfand, sondern jede Klasse bzw. Gruppe nach einem besonderen Plan (s. oben) verschiedene Lern- und Arbeitsstationen zum Thema "Symmetrie" durchlief.

Den Einstieg in die Thematik übernahm die Mathematik. Alle Ergebnisse der Symmetrie-Unterrichtseinheit wurden wiederholt und an Beispielen aus dem täglichen Leben spielerisch vertieft. Spielkarten, Gebäude, Felgen, abstrakte Figuren und Ornamente und einfache Haushaltsgegenstände lieferten dabei den Schülerinnen und Schülern Vorlagen zum Erkennen von Achsen-, Punkt-, Dreh- und Verschiebungssymmetrie. Die Ergebnisse wurden in einem Arbeitsblatt festgehalten.

Nach diesem mehr auf Wiederholung und Sicherung der erlernten Inhalte ausgerichteten Teil sollte die folgende Arbeit am Computer die Schüler zu mehr kreativem Tun anregen. Mit Hilfe des Programms "Paintbrush" wurden symmetrische Figuren in vielfältiger Weise selbst erzeugt. Auch Schüler, die noch nicht mit dem Computer gearbeitet hatten, konnten das Programm soweit beherrschen, daß erstaunliche Ergebnisse erzielt wurden. Sicherlich hat zu dieser positiven Wirkung auch beigetragen, daß der Umgang mit dem Computer von vornherein stark motivierend wirkte.

Alle Schüler hatten viel Spaß bei der Arbeit am Computer.

Die handwerkliche Seite kam sowohl in Mathematik als auch in Biologie durch das Basteln symmetrischer Körper zu ihrem Recht. Die Bastelvorlagen in Mathematik kamen dabei von M.C.Escher, dessen symmetrische Körper dazu noch erstaunliche optische Effekte auf der Oberfläche erscheinen ließen. In Biologie wurde mit Hilfe eines Ausschneidebogens die Blüte eines Kreuzblütlers zusammengeklebt und angemalt. Die Schüler erfuhren dadurch noch einmal anschaulich, daß Pflanzen auch nach der Anzahl der Symmetrieachsen ihrer Blüten geordnet werden können. Die gebastelte Blüte hatte z.B. zwei Symmetrieachsen.

Große Freude bereitete den Schülern die Darstellung symmetrischer Figuren im Sport. Dabei ging es in erster Linie darum, Symmetrie als körperliches Erlebnis erfahrbar zu machen. Begonnen wurde mit dem Ablaufen symmetrischer Muster, wobei von der Kreisfigur über die Acht und das Kleeblatt immer komplexere Laufwege nachvollzogen werden mußten. In Partnerübungen wurden symmetrisch wirkende Kräfte erprobt und dargestellt. Bei den darauffolgenden Turnübungen kam es darauf an, die Rollen, das Rad oder den Handstand möglichst synchron mit den Partnern auf der Parallelbahn vorzuführen. Weiter ging es mit Akrobatikübungen, bei denen Pyramiden mit 3, 5 oder 7 Schülern entstanden. Den Abschluß bildete ein "Handtuch-Volleyballspiel". Hier kam es darauf an, durch gleichgerichtete Bewegungen den Ball über die Schnur zu befördern.

Das Fazit dieses Tages zieht Maren so:

"Naja, ich hätte eigentlich nicht gedacht, daß man die Symmetrie in so vielen verschiedenen Arten entdecken und erleben kann."

Wolfgang Crocoll, Studienrat
Otto-Hahn-Gymnasium Karlsruhe

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