Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 7. Dezember 2003 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/2003

Einige Aspekte zur möglichen Handhabung von Anwesenheitspflicht und Entschuldigungen im Sportunterricht

  • Stellen Sie von Anfang an klar, dass in ihrem Sportunterricht Anwesenheitspflicht herrscht, auch wenn ein/e Schüler/in nicht aktiv teilnehmen kann. Verlangen Sie in jedem Fall eine schriftliche Entschuldigung mit Angabe des Grundes, also auch bei passiver Teilnahme.
  • Ausnahme: Bei offensichtlichen Verletzungen (Gipsbein etc.) brauchen Sie keine schriftliche Entschuldigung zu verlangen.
  • Führen Sie eine saubere und genaue Liste, tragen Sie fehlende Schüler ins Klassenbuch/Klassentagebuch ein. Fragen Sie die Mitschüler, ob die fehlende Schülerin schon in den Stunden zuvor gefehlt hat oder nur im Sportunterricht abwesend ist.
  • Wenn ein Schüler an einem Tag zunächst am Unterricht teilnimmt und dann die Schule verlassen will, muss er dies dem Lehrer der laufenden Stunde oder dem der Unterrichtsstunde, in der er fehlen will, vor dem Weggehen mitteilen. Grundsätzlich muss sich der Schüler also vor dem (Sport)Unterricht befreien lassen.
  • Wenn Sie Zweifel am "Unwohlsein" oder "Kopfweh" des Schülers haben, können Sie die Entschuldigung ablehnen. Ein nennenswertes Risiko beinhaltet dies nicht, auch wenn der Grund tatsächlich vorliegen sollte. Zwei Stunden Unterricht (passiv) mit Kopfweh oder Unwohlsein sind sicher zu ertragen. Geht der Schüler trotzdem nach Hause, liegt unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht vor.
  • Anders liegt der Fall, wenn der Schüler z.B. über so starke Kopfschmerzen klagt, dass er unmöglich in der Lage ist, am Unterricht teilzunehmen. In diesem Fall gebietet es die Fürsorgepflicht, den Schüler nicht allein nach Hause zu entlassen, sondern ihn z.B. durch die Eltern abholen zu lassen oder ihn in Begleitung oder durch Krankentransport zum Arzt bringen zu lassen.
  • Konsequenz bei "unentschuldigtem" Fehlen: Das "unentschuldigte" Fehlen bei einer (angekündigten) Leistungsüberprüfung ergibt die Note "ungenügend".
  • Ergänzung: Der Entschuldigungspflicht ist spätestens am zweiten Tag der Verhinderung (fern)mündlich oder schriftlich nachzukommen. Im Falle einer fernmündlichen Verständigung ist eine schriftliche Mitteilung binnen dreier Tage nachzureichen (§ 2 Abs. 1 Schulbesuchsverordnung).
  • Bei auffällig häufigen Erkrankungen, die zweifelhaft erscheinen, können sie ein ärztliches Attest verlangen, in extremen Fällen auch ein amtsärztliches (Schulleiter).
  • Versuchen Sie, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Seien Sie aber konsequent und scheuen Sie sich nicht davor, die Schüler zu "nerven", z.B. einen Grundkursschüler durch die Frage: "Warum hast du gestern gefehlt, was war los?"
  • Lesen Sie die Schulbesuchsverordnung nach.
  • Erkundigen Sie sich nach speziellen Regelungen an ihrer Schule.
  • Schriftliche Entschuldigungen müssen Sie ein Jahr lang aufheben.

Birgit Breitinger, StD'in
Fachberaterin Sport, Fachleiterin am Staatlichen Seminar für Schulpädagogik Karlsruhe

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