Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 15. August 2004 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 1/2004

Bildungsstandards im Fach Sport

SPORT IM FÄCHERVERBUND

M(usik) – S(port) – G(estalten)

DER HAUPTSCHULE

 

VORSCHLÄGE FÜR DIE UMSETZUNG IN DIE PRAXIS UNTER LEITUNG DES BEREICHES SPORT

Im neuen Bildungsplan für Hauptschulen ist der Sport nicht mehr als eigenes Fach ausgewiesen, sondern integriert in den Fächerverbund M–S–G. Damit eröffnen sich dem Sport auch neue Chancen!

Der Sport hat offensichtlich eine Sonderstellung: Der Gesundheitsaspekt mit dem großen Schwerpunkt Fitness hat eine tragende Rolle und der Bildungsplan verlangt eindeutig in allen Klassenstufen mindestens zwei Mal pro Woche Sport. (S. 143 „... verlässliche, qualifizierte Bewegungs- und Sportzeiten ...“ „... in allen Klassenstufen an mehreren Wochentagen ...“)

Der Bildungsplan sieht für das Kerncurriculum 2/3, für das Schulcurriculum 1/3 vor, d.h. in den einzelnen Bereichen des Fächerverbundes müssen Grundlagen geschaffen werden, um dann in Projekten arbeiten zu können.

Viele sportspezifische Inhalte, die einen eigenständigen und/oder integrierten Sportunterricht bedingen, sind weiterhin im Pflichtbereich enthalten. In den 5./6. Klassen müssen Grundlagen geschaffen werden, damit später in den Klassenstufen 7-9 Neigungsbereiche angeboten werden können. Im Bildungsplan werden für die Klassen 7-9 „drei von vier großen Sportspielen (Basketball, Fußball, Handball, Volleyball)“ und „drei Sportarten aus den Bereichen Gerätturnen, Leichtathletik, Schwimmen, Gymnastik/Tanz“ gefordert. Um dieser Forderung gerecht zu werden, müssen in den Klassen 5/6 diese Sportarten gezielt vorbereitet werden.

Laut Aussagen von Standardexperten in der Fortbildung „Bildungsplanreform 2004 – Sport im Fächerverbund M-S-G in der Hauptschule“ des Landesinstituts für Schulsport in Ludwigsburg

  • steht das praktische Tun immer im Vordergrund

  • gibt es den/die M-S-G-Lehrer/in selten (die Stärken und Neigungen der einzelnen Lehrkräfte sollen zum Tragen kommen)

  • Die Sportstunden aus dem Kerncurriculum werden durch übergreifende Projekte aus dem Fächerverbund M-S-G ergänzt. Bei diesen Projekten können die Schwerpunkte in Musik, Gestalten oder im Sport liegen. M-S-G sollte so häufig wie möglich in Projekten vernetzt werden, diese Vernetzung soll jedoch nicht erzwungen werden.

    Laut Bildungsplan können auch „Teilbereiche aus Technik, Textilem Werken (HTW) und Biologie“ (S.142) in die Projekte mit einbezogen werden. Gewollt ist eine möglichst übergreifende integrative Vernetzung in den Projekten, auch mit den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch oder Religion bzw. anderen Fächerverbünden – aber immer nur, solange dies Sinn macht.

    Möglichkeiten der Projekte im M-S-G

    Projekte können sehr unterschiedlicher „Natur“ sein:

  • Beteiligung aller Bereiche, wobei diese gleich gewichtet sein können oder aber auch ein Fach führend sein kann

  • Je nach Thema können auch nur zwei Bereiche aus dem Fächerverbund beteiligt sein

  • Jedes Fach kann unter dem gleichen Thema in „seiner eigenen Schiene fahren“

  • Die Projektdauer kann sehr unterschiedlich sein: möglich sind sowohl kurze 3-4 wöchige bis zu halb- oder ganzjährige Projekte.

  •  

    IDEENSAMMLUNG

    Hier exemplarisch einige Ideen für sportartspezifische Projekte, bei denen der Sport führend sein kann.

    1. PROJEKTE AUS DEM FÄCHERVERBUND M-S-G

  • ZEITLUPE - ZEITRAFFER

  • Ø SPORT: LA - Tiefstart / Anlauf Hochsprung / BB: Korbleger („Normaltempo“ = Vorgabe)

    Ø MUSIK: musikalische Gestaltung

    Ø GESTALTEN: Sequenzen zeichnen

  • HIP HOP – eine Weltanschauung /

  • eine Lebenseinstellung

    SPORT: TANZ / Sich bewegen auf

    Rollen (Inliner, Skateboard)

    Ø MUSIK: HipHop/Rap

    Ø GESTALTEN: Graffiti

  • SYNCHRONITÄT

  • SPORT: Synchronturnen

    (Gruppenturnen)

    MUSIK: Synchronität in der Musik

    GESTALTEN: Synchronität im gestalterischen Bereich

  • OLYMPIA

  • SPORT: Darstellung/Erarbeiten diverser

    Sportarten

    MUSIK: Hymnen (Er- und Bearbeitung)

    GESTALTEN: Piktogramme Sportarten/

    Photografien/Sportstätten planen

    1. FÄCHERVERBUNDÜBERGREIFENDE THEMEN

    • SPORT UND GESUNDHEIT

    Unter Beteiligung der Fächer Biologie (Auswirkungen einer sportlichen Betätigung/ Disziplin/

    Leistung auf den menschlichen Organismus bzgl. Kreislaufsystem / Muskulatur / ...), HTW (Auswirkungen der Ernährung in Bezug auf sportliche Leistungen) und Deutsch (Formulierung, Präsentation)

    • ENTWICKLUNG/ BAU VON SPORT-GERÄTEN

    Unter Beteiligung der Fächer Technik (Planung bzw. Bau eines Fitness-Parcours) und Deutsch (Formulierung, Präsentation)

    • PAUSENHOFGESTALTUNG

    Unter Beteiligung der Fächer Technik (Planung und Bau von Geräten) bzw. BK (Planung und Aufzeichnen von Spielen) und Deutsch (Formulierung, Präsentation) werden Bewegungsspiele und Übungen praktisch vorgezeigt.

    • ORGANISATION VON WETTKÄMPFEN

    Unter Beteiligung der Fächer Informatik (Erstellen von Programmen bzw. Anwendung von fertigen Programmen sowie Gestalten von Wettkampfkarten und Urkunden) und Deutsch (Formulierung, Präsentation) werden praktische Teile aus dem Wettkampfprogramm (LA, GT, SW, Spiele, ...) vorgestellt.

    • DARSTELLUNG EINES SPORTSPIELS

    Unter Beteiligung der Fächer Erdkunde bzw. Geschichte (Herkunft, Entwicklung) und Deutsch (Formulierung, Präsentation) soll ein Spiel (HB, BB, VB, Tennis, Badminton, TT, ...) praktisch demonstriert werden.

    Weitere Informationen – auch bezüglich Organisation bzw. Ausarbeitungen verschiedener Projekte (Bewegte Bilder/Bergwelten/...) – sind zu finden unter

    www.tille-koch.de

    www.baindt.de

    Verfasser:

    Gudrun Augenstein, Karl-Friedrich-Schule Pforzheim-Eutingen, SSA Pforzheim
    Ingeborg Henninger, Markgrafen-Schule Kraichtal-Münzesheim, SSA Karlsruhe
    Hans Hofrichter, GHS/WRS Leimen-St. Ilgen, SSA Heidelberg
    Tanja Lausch, Theodor-Heuss-Schule Sinsheim, SSA Karlsruhe



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