Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 04. Januar 1999 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/98


Bewegungsfreundlicher Schulhof - Aktive Pause - Pausenhofgestaltung

 

Bewegte Schule“ meint nicht nur die tägliche Bewegungszeit in Form von Bewegungs- und Entspannungspausen im Unterricht (vgl. OSA-Info 1/97, S.2/3 und 2/97, S. 4/5), sondern teilt sich in „Bewegtes Lernen im Schulzimmer“ und in „Aktives Erholen auf dem Pausenplatz“ (in: Sportunterricht, Schorndorf, 44, 1995, Heft 10).
Die Einbeziehung vorhandenen Terrains, die Umwandlung eines herkömmlichen Schulhofes in einen bewegungsfreundlichen Aktionsraum thematisiert eine weitere Broschüre des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (KM): „Bewegungsfreundlicher Schulhof - Pausensport und Pausenhofgestaltung“, die über das KM zu beziehen oder bereits an der Schule vorhanden ist und auf einer Multiplikatorentagung im April dieses Jahres in Tauberbischofsheim von einem der Autoren, Herrn Harthmuth Hahn vorgestellt wurde. Er betonte dabei die Absicht, gerade in Städten, wo Bewegungs- und Spielmöglichkeiten knapp sind, wo der „Lernort Straße“ im Sinne von Bewegungsraum verloren gegangen ist, Schulhöfe bewegungsfreundlich zu gestalten und zu nutzen.
Diese Umwandlung könnte sich in Form eines Projektes vollziehen, wofür es gleich mehrere gelungene Beispiele gibt, u.a. die GHS Dossenheim (OSA-Info 2/97, S. 10/11) und das Modell des Gymnasiums Karlsbad (OSA-Info 1/96, S.17-19). Weitere ausführliche Projektbeschreibungen befinden sich in der Broschüre.

An einem solchen Projekt sollten möglichst alle am Schulleben Beteiligten, also Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitung und Hausmeister, die Eltern, Vertreter der Sportvereine und des sächlichen Schulträgers sowie Experten des BAGUV mitarbeiten. Sollte es gelingen, mit vereinten Kräften und vor allen Dingen ehrenamtlich konkrete Planungsvorhaben und Raumpläne zu erstellen, besteht die Möglichkeit, diese an das KM zu schicken, um unterstützende Sponsorengelder zu erhalten.

Im Idealfall könnte solch ein neugestalteter Schulhof über die Nutzung zur „aktiven Pause“ während des Schulvormittags hinaus zu einem „Spiel-, Sport-, Kommunikations-, Lern- und Erholungsraum“ werden, der auch von anderen Kindern und Jugendlichen des Stadtteils genutzt werden dürfte. 
Um aber überhaupt einmal einen Anfang zu wagen, sollte man sich folgende Fragen stellen:

Ist in unserem Schulhof eine sinnvolle Bewegungspause möglich? Lassen sich Zonen abtrennen, um beispielsweise mit Speckbrett und Softball zu spielen, auf Stelzen oder Laufdollies zu laufen oder Seil zu springen? 
Haben wir eine Spielkiste mit Indiaca, Gummitwist und ähnlichem Gerät? Können sich ruhebedürftige Schüler in Ruhezonen zurückziehen? Ist die Organisation, die Verwaltung der Spielgeräte geklärt? Haben wir die notwendigen Regeln aufgestellt und eingeübt, damit es überhaupt möglich wird, gefahrlos viele Kinder auf engem Raum in kurzer Zeit zu bewegen?

„The best beginning is the beginning“ - in diesem Sinne lebt auch diese Idee, dieses Projekt von der Eigeninitiative des einzelnen, der Klassen- und Schulgemeinschaft, denn nur so wird man etwas bewegen!

Birgit Breitinger, StR´ in Thomas-Mann-Gymnasium Stutensee
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