Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 1. Juni  1998 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 1/98

Asthma, ein Thema das immer größere Bedeutung gewinnt.

Auf die Bitte von Schülerinnen und Schülern, die sich von ihren Lehrerinnen und Lehrern in ihrem Asthmaproblem nicht verstanden fühlen, verfaßte eine Ärztin für Allergologie folgendes Schreiben an die betreffenden Kolleginnen und Kollegen:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihr o. g. Schüler leidet, wie Ihnen bekannt ist, an einer chronischen Lungenerkrankung, die insbesondere bei körperlicher Anstrengung zu Atemnot führen kann.

Im Rahmen einer stationären Heilbehandlung im Nordseereizklima haben wir mit dem Patienten/der Patientin ein bestimmtes Trainingsprogramm durchgeführt und damit die Möglichkeit aufgezeigt, die Atemnot bei Anstrengung zu vermeiden bzw. zu mildern. Dies wird nicht in jedem Falle möglich sein, wir bitten jedoch um Ihr Verständnis.

Aus ärztlicher Sicht ist es unbedingt wichtig und notwendig, dass Atemnot, die durch körperliche Anstrengung entsteht, nicht zum Grund dafür gemacht wird, den Schüler vom Schulsport zu befreien. Es ist im Gegenteil gerade wichtig, ihn durch kontinuierliche Steigerung des Trainings an die Belastung zu gewöhnen. Dies führt einerseits zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit, andererseits kann es das verlorengegangene Selbstvertrauen wieder aufbauen. Nach Erfahrungen, die auch in der Sportmedizin gemacht wurden, sind vor allem Sportarten, wie Dauerlauf oder Dauertraining

(z. B. längere Fußballspiele) oder Leistungsspitzen Auslöser für eine Atemnot. Deshalb raten wir den Jugendlichen von übertriebenem Leistungssport ab.

Die Kinder und Jugendlichen schildern uns oft die Situation im Sportunterricht, wo sie entweder die Möglichkeit haben, bis zum Punkt der Atemnot mitzumachen oder vom Unterricht ausgeschlossen zu werden. Dies führt wiederum zu einer Sonderstellung, die diese Patienten psychisch sehr belastet.

Nur in wenigen Ausnahmefällen ist eine Befreiung vom Schulsport medizinisch zu begründen.

Wir möchten Sie und Ihre Schüler ermutigen, die sportliche Leistung Ihres lungenkranken Schülers weiter zu steigern, allerdings in etwas langsamerer Form als bei völlig gesunden Schülern.

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