Sport-Seiten des Oberschulamts Karlsruhe. Diese Seiten wurden am 10. Dezember 2001 veröffentlicht.

Auszug aus dem Sport-Info 2/2001

Neue Regeln im Handball

Im Folgenden möchten wir die für den Schulsport wichtigsten Regeländerungen erläutern:

Time-Out / Team-Time-Out

Zusätzlich zu den bisherigen Bestimmungen ist auch bei jeder Hinausstellung die Spielzeit anzuhalten (Time-Out). Das Team-Time-Out kann nur noch bei Ballbesitz beantragt werden und ist dann auch sofort zu genehmigen, wenn bis zum Pfiff des Zeitnehmers kein Ballverlust erfolgte (dann wäre die grüne Karte zurückzugeben!). Spielfortsetzung entsprechend der vorangegangenen Situation, aber niemals 7-m-Wurf für die beantragende Mannschaft, wenn durch den Pfiff des Zeitnehmers eine klare Torgelegenheit zunichte gemacht wird. Das geht zu Lasten der beantragenden Mannschaft.

Betreten der Spielfläche (nach Eintrittserlaubnis)

Ein Mannschaftsoffizieller darf im Allgemeinen nicht die Spielfläche betreten. Daraus folgt, dass er auch nicht wischen darf! Bei Missachtung ist dies als Unsportlichkeit (Bestrafung!) zu bewerten. Bei Time-Out und dem Handzeichen der SR, welches das Betreten der Spielfläche erlaubt, ist es nur noch zwei Teilnahmeberechtigten (d. h. im Spielprotokoll eingetragenen Offiziellen/Spielern) gestattet, die Spielfläche zu betreten (dies gilt auch nur für die betreffende Mannschaft, um einem verletzten Spieler zu helfen!). Laufen mehr Personen auf die Spielfläche, ist dies bei einem Offiziellen eine Unsportlichkeit (=Bestrafung) und bei einem Spieler ein Wechselfehler (=Hinausstellung).

Blutende Spieler müssen das Spielfeld verlassen. Das Blut ist vom Körper und von der Spielkleidung zu entfernen.

Wechselvorgänge

Ein Wechselfehler ist vom Zeitnehmer immer sofort zu signalisieren, ohne dass (wie bisher) der Vorteil für die nicht fehlbare Mannschaft abzuwarten ist!

Wechselvorgänge im Jugendbereich

Ein Spieler darf nur noch regelgerecht wechseln, wenn seine Mannschaft in Ballbesitz ist oder während der Zeitdauer eines Time-out. Falsche Wechselvorgänge, die der Zeitnehmer zu signalisieren hat, führen zu einer Hinausstellung gegen den fehlbaren Spieler.

Der Torwart

Es gibt nur noch den Abwurf, was bedeutet, dass der Ball, nachdem ihn der TW gefasst hat (kontrolliert), erst wieder gespielt werden darf, wenn er die Hand des TW verlassen und die Torraumlinie überschritten hat (Unsportlichkeit). Weiterhin ist auch kein Eigentor mehr möglich.

Ein Hereinholen des außerhalb liegenden oder rollenden Balls, das Zurückgehen in den Tor­raum mit dem kon­trollierten Ball und das Zurückspielen zum eigenen TW wird nur noch mit FW geahndet.

Anwurf nach Torerfolg

Der Anwerfende kann bis zu 1,5m seitlich vom Mittelpunkt stehen, wobei sich weiterhin ein Fuß auf der Mittellinie befinden muss. Seine Mitspieler dürfen bereits mit dem Anpfiff (also vor Spielen des Balles) die Mittellinie überqueren.

Schiedsrichterwurf

Diese Bestimmung wurde abgeschafft. Berührt der Ball die Decke o. ä., erhält die Mannschaft Ballbesitz, die den Ball zuletzt nicht berührt hat. Dieser FW ist zwingend anzupfeifen und wird zum Halbzeit- oder Spielende nicht mehr ausgeführt, selbst wenn der Schlusspfiff in die Wurfausführung hinein erfolgt!

Klare Torgelegenheit

Bisher galt diese nur, wenn ein Spieler a) unter voller Ball- und Körperkontrolle frei am Torraum stand oder b) auf den TW zulief, ohne dass ein Gegenspieler sich dazwischen befand. Nun gilt auch als klare Torgelegenheit, wenn a) oder b) entsprechend eine Situation vorliegt, außer dass der Spieler noch nicht im Ballbesitz ist, wohl aber für eine unmittelbare Ballannahme bereit ist (der Pass muss zumindest unterwegs sein); und weiter, wenn der TW seinen Torraum verlassen hat und ein gegnerischer Spieler auf das leere Tor werfen kann und dabei regelwidrig behindert wird, wenn die SR davon überzeugt sind, dass er das Tor auch getroffen hätte, auch wenn sich Spieler zwischen ihm und dem Torraum befinden.

Bestrafungen

Erhält ein Spieler eine Hinausstellung oder Disqualifikation und verhält er sich vor Wiederanpfiff unsportlich oder grob unsportlich (üblicherweise klatschen oder meckern bis zur Beleidigung), so kann gegen ihn eine weitere Hinausstellung verhängt werden, was dann zu einer 4-minütigen Reduzierung der Mannschaft führt, unabhängig davon, ob er mit der ersten Strafe bereits disqualifiziert wurde. Diese Vorgehensweise gilt auch während eines Team-Time-out.

Auf der Bank gelten für die Spieler die gleichen Bestrafungsmöglichkeiten wie auf der Spielfläche. So kann ein Spieler nun auch auf der Bank für eine Unsportlichkeit „hinausgestellt“ werden.

Für die Offiziellen kann es bei Unsportlichkeiten nun eine Verwarnung, eine Hinausstellung und daran anschließend eine Disqualifikation geben. Üblicherweise soll die Reihenfolge so eingehalten werden. In Ausnahmefällen kann bei einer Unsportlichkeit aber auch direkt (wie bei Spielern auch) eine Hinausstellung ausgesprochen werden. Unabhängig davon würde dann aber die Verwarnung auch weiterhin möglich sein. Grobe Unsportlichkeiten wie z. B. Beleidigungen, werden natürlich auch weiterhin mit einer Disqualifikation geahndet.

 

Walter Hildenbrand, Realschullehrer
Erich-Kästner-Realschule Stutensee

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