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Gewußt wie! - Basiswissen für den Pferdehalter

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Da Mähwiesen und Weiden die Hauptnahrungsquelle des Pferdes darstellen, solltet man ihrer Pflege einige Aufmerksamkeit schenken, wenn nicht durch fehlende Pflege ihre Qualität und das Wohlbefinden der Pferde leiden soll.

Grundsatz 1: Trennung von Mähwiesen und Weideflächen

Unter Wiesen werden im weiteren ausschließlich Mähwiesen verstanden. Sie dienen primär zur Heugewinnung, ausnahmsweise auch zur Frischfuttergewinnung, wenn die Wiese zu abseits liegt, aus irgendwelchen Gründen nicht eingekoppelt werden kann, etc. Als Weiden bezeichnet man Wiesen, die von den Pferden beweidet werden, d.h. die Futteraufnahme erfolgt durch die Pferde vor Ort. Mähwiesen und Weiden sollten streng getrennt werden, d.h. eine Wiese sollte nicht gleichzeitig oder im Wechsel Mähwiese und Weide sein, also etwa nicht im Juli Heuschnitt und im Herbst, da man keinen zweiten Schnitt (Öhm) macht, die Pferde die Wiese beweiden lassen. Zwei Komplexe von Gründen sprechen für die Trennung:

  • die Beschädigung der Grasnarbe durch Verbiß, die Bodenverdichtung und die fehlende Selbstregeneration der Wiese

  • die Verwurmungsgefahr

Komplex 1 führt zu einer kontinuierlichen Verschlechterung der Beschaffenheit der Wiese in qualitativer und quantitativer Hinsicht. Die selektive Beweidung - manche Pflanzen werden gerne, manche überhaupt nicht aufgenommen -, die Bodenverdichtung sowie das Absetzen von Kot und Urin verändern die Zusammensetzung der Pflanzenwelt meist in die unerwünschte Richtung, d.h. Kräuter verschwinden, Unkräuter entstehen. Durch die Beweidung in Monaten wie Mai bis Juli entfällt zusätzlich die Selbstregeneration der Wiese, da die Pflanzen abgefressen sind, bevor sie Samen bilden konnten. Dummerweise gilt das natürlich wieder nur für die erwünschten Pflanzen, die unerwünschten bleiben stehen und samen aus, was die negative Verschiebung der Pflanzenwelt weiter beschleunigt. Eine einseitige Pflanzenwelt laugt den Boden auch einseitiger aus, so daß auch hierbei eine negative Veränderung eintreten kann. Heuertrag und Heuqualität werden immer schlechter. Auf gute Heuqualität ist aber in der kalten Jahreszeit absolut Priorität zu legen: Energie-, Mineralstoff- und Vitaminbedarf müssen ausreichend gedeckt sein. Voraussetzung dafür sind aber unbeweidete Mähwiesen.

Komplex 2 nimmt Bezug darauf, daß bei einer Beweidung Pferde ihre eigenen Wurmeier, -larven u.ä., die mit dem Kot auf die Weide gelangt sind, wieder aufnehmen, so daß ein verhängnisvoller Kreislauf beginnen kann. Dieser kann zumindest im Winter derart unterbrochen werden, daß man kein Heu von Pferdeweiden verfüttert, womit wir dann bei der Trennung von Mähwiesen und Pferdeweiden angelangt sind. Wer selber kein Heu macht, sondern nur welches kauft, sollte deshalb auch unbedingt darauf achten, kein Heu von Pferdeweiden zu erhalten. Heu von Rinderweiden ist unter dem Verwurmungsaspekt unbedenklich, da die Endoparasiten von Rindern für Pferde und umgekehrt ungefährlich sind. Heu von Schafsweiden sollte auch gemieden werden, da Schafe als Zwischenwirt fungieren können, d.h. sie können für Pferde gefährliche Endoparasiten in sich bergen, ohne selber unter denselben zu leiden, so z.B. den Lungenwurm des Esels. Achtung: Heu von Rinder- und Schafsweiden sollte heute unter dem BSE-Aspekt generell nicht zum Einsatz kommen, solange die Übertragungsmechanismen so wenig erforscht sind.

Grundsatz 2: Mähwiesen und Weiden bedürfen der Pflege

Will man Quantität und Qualität von Mähwiesen und Weiden erhalten, so müssen beiden, wenn auch in teilweise unterschiedlicher Weise gepflegt werden. Die Pflege der Mähwiesen gestaltet sich dabei einfacher, weil die negativen Auswirkungen der Beweidung entfallen. Um so stärker sind davon die Weiden betroffen.

Gilt: Je kleiner die insgesamt zur Verfügung stehende Wiesenfläche ist, um so schwieriger gestaltet sich eine Aufteilung in Mähwiesen und Weiden, um so häufiger werden die Weiden beweidet und um so aufwendiger bis unmöglich gestaltet sich die Weidepflege. Ein Garten hinterm Haus als einzige Weidefläche verwandelt sich auch bei aller Pflege in kurzer Zeit zu einem braunen Auslauf, in dem die Farbe Grün nur noch von Ampfer, Brennesseln, Hahnenfuß und ähnlichem herrührt. Eine alte Faustregel besagt, daß an Weidefläche pro Pferd 1/2 ha zur Verfügung stehen sollte. Für extensiv gehaltene Robustpferde ist diese Zahl aber zu hoch. Für Mähwiesen ist nochmals die gleiche Fläche wie für die Weiden vorzuhalten. Zu beobachten ist, daß das zunehmend extremer werdende Wetter - lange Trockenzeiten und lange Regenzeiten - als Ausgleich immer größere Wiesenflächen erfordert, um insb. die bei Trockenheit ausfallende Wachstumszeit zu überbrücken.

Wie ist zu Pflegen?

Die einzelnen Pflegesteps sind:

Schleppen

Unter Schleppen versteht man das Abschleppen der Wiese mit Traktor oder Pferd mit der Wiesenhexe, einer eggeähnlichen Metallkonstruktion aus einem Rahmen und darin eingehängten Ketten und Dornen, die in der Lage sind, einen vermoosten Boden aufzureißen und verfilztes Gras zu entfilzen. Ziel der ganzen Aktion ist zum einen eine verbesserte Belüftung des Bodens und zum anderen eine Glättung des Bodens, insbesondere der Hundertschaften an Maulwurfhügeln, welche auch die heißbegehrten Brutstellen des kriechenden Hahnenfusses sind. Geschleppt werden sowohl Mähwiesen als auch Weiden wegen der damit verbundenen Bewuchsförderung. Bei Mähwiesen reduziert man zugleich den Grad der Verunreinigung im Heu (Erd- und den daraus resultierenden Schimmelanteil), da ohne geschleppten Maulwurfshügel dieselben per Mähwerk und Heuwender in das zu machende Heu wandern. Geschleppt wird im Frühjahr, wenn das junge Gras durch den Vorjahresfilz so 5-10 Zentimeter rausschaut, meist in der zweiten Aprilhälfte - natürlich nur bei trockenem Boden. Eine sofortige anschließende Beweidung sollte angesichts des kleingerissenen Grases vermieden werden. Zunehmend zu beobachten ist, daß Landwirte ihre Wiesen vermehrt auch im Herbst schleppen, ob alternativ oder zusätzlich, können wir erst im kommenden Frühjahr feststellen, aber vermutlich wohl zusätzlich.

Düngen

Der Graswuchs entzieht dem Boden Nährstoffe, die, wenn sie nicht auf natürliche Weise ersetzt werden, gegebenenfalls von Zeit zu Zeit nachzuführen sind, um den Wuchs zu sichern. Ein stures nach Schema F ablaufendes Düngen empfiehlt sich jedoch nicht. Vorausgehen sollte eine Bodenanalyse, um sicherzustellen, welche Stoffe in welcher Menge der Boden braucht. Falsches Düngen kann schlimmer als Nichtdüngen sein. So töten hochkonzentrierte, überreichliche Gaben an Mineraldünger (synthetische Stickstoffdünger und sog. Volldünger wie N/P/K-Dünger) jedes Bodenleben ab, jene Heerscharen von Mikroorganismen (In einem Gramm gesunden Boden bis zu 20 cm Tiefe leben etwa 54 800 000 Bakterien!!!), welche den Pflanzen die Aufnahme des organisch gebundenen Stickstoff ermöglichen und ihnen Kohlensäure zur Verfügung stellen. Aus letzterer wird aber zusammen mit Wasser unter Zuhilfenahme des Sonnenlichtes im Blattgrün der Pflanzen Zucker und Stärke erzeugt, wobei der für Menschen wichtige Sauerstoff als Abfallprodukt entsteht. Bedroht wird dieses Bodenleben nicht nur durch Überdüngung, sondern auch durch Schädlingsgifte und giftige Stoffe, welche die menschliche Technik in Übermengen erzeugt, insb. Schwefeldioxid, Blei- und Fluorrückstände. Die beste Form der Düngung besteht deshalb darin, die Mikroorganismen im Boden zu füttern. Dies geschieht mit Humus, den man durch Kompostierung aller organischen Stoffe aus der Pferdehaltung und aus dem Haushalt (Gemüse- und Obstabfälle z.B.) gewinnt. Nicht kompostierter Pferdemist ist in keinem Fall einzusetzen, auch nicht so fein verteilt wie nur möglich, da hierbei das Verwurmungsrisiko gewaltig erhöht wird. Außerdem nimmt das Gras einen Geruch an, der den Pferden den Appetit verleidet. Ergänzend zum Kompost kommen Thomasphosphat (ca. 600 kg pro ha) insbesondere in den ersten Jahren der Kompostdüngung und eine Kalidüngung nach vorausgegeangener Bodenanalyse in Betracht.

Als weitaus schlechtere Alternative zum Kompost bieten sich andere organische Bodenverbesserer wie Hornmehl, Knochenmehl, Schweineborsten oder ein Gemisch davon an. Im Frühjahr vor der Wachstumszeit können davon 20-25 kg pro ha ausgebracht werden. Schaf- und Rinderdung sind möglich, sollten aber wenn durch Mischbeweidung aufgebracht, verteilt werden. Guano und Blutmehl dürfen nur indirekt mit Erde vermischt, umgestochen und abgelagert aufgebracht werden. Verboten sind Jauche, Gülle und Klärschlamm in nicht aufbereiteter Form. Achtung: Der Einsatz von Horn-, Knochen- und Blutmehlen verbietet sich heute unter BSE-Vorsorgeaspekten.

Positiv ist auch der Einsatz von anorganischen Gesteinsmehlen zu sehen. Sie sind bodenbürdige, d.h. nicht synthetisierte Mineraldünger mit geringen Phosphat- und Kaligehalten, aber mit zahlreichen Spurenelementen. Ihre Funktion besteht in der Aktivierung eines vorhandenen gesunden Bodenlebens. Ist letzteres bereits zu stark geschädigt, muß zuvor Humus aufgebracht werden. Generell empfiehlt es sich aus Arbeitsvereinfachungsgründen die Gesteinsmehle gleich dem Humus beizufügen. Unterschieden werden basische und saure Gesteinsmehle. Zur ersteren Rubrik gehören die Basalte, zur zweiten Rubrik Granit, Gneis und Porphyr. Basische Mehle gehören auf Sand- und andere saure Böden, saure Mehle auf schwere Kalk- und Tonböden. Ausgestreut wird vom Herbst bis zum Frühjahr (bis zu 1000 kg pro ha und Jahr).

Auch Algenkalk (Algomin) kann zur Bodenverbesserung beitragen. Im Gegensatz zu den Gesteinsmehlen schaden bei Algenkalk Übermengen, mehr als 1200 kg pro ha innerhalb von zwei Jahren verteilt auf bis zu zwei Gaben sind nicht zu empfehlen. Eine Wiederholung sollte erst dann wieder vorgenommen werden, wenn vermehrt Pflanzen im Bestand auftreten, welche nur auf kalkarmen Böden gedeihen wie z.B. der Kleine Sauerampfer.

Schonende Weideführung

Zu einer schonenden Weideführung gehören:

  • kein zu früher Auftrieb im Frühjahr

Die Pflanzen benötigen eine gewisse Größe (ca. 10 cm), um dem Betritt zu widerstehen. Außerdem besteht bei zu jungem Gras in Folge nicht ausreichend vorhandener Rohfaser die Gefahr von Fehlgärungen und Durchfall.

  • kein zu später Abtrieb im Herbst

Völlig kahl gefressene Weiden erholen sich nur sehr schwer. Generell benötigen Pflanzen die Winterzeit als Ruhezeit, um neue Kräfte für das nächste Frühjahr zu sammeln.

  • Proportionieren der Gesamtfläche

Proportionieren bedeutet, daß man die vorhandene Weidefläche in mehrere kleinere Weiden aufteilt, die nacheinander beweidet werden, oder daß man zumindest einen Zwischenzaun in einer Weide allmählich weiter vorschiebt. Sinn des Proportionierens ist unter dem Gesichtspunkt Weidepflege, zu verhindern, daß ein Weidefläche ständig beweidet wird, ohne daß dem Gras und dem Boden eine Ruhepause zum Heranwachsen bzw. Erholen gegönnt wird. Eine abgeweidete Fläche sollte mindestens 3 besser aber 6-7 Wochen ruhen, bevor sie wieder zum Beweiden freigegeben wird. Aber auch unter dem Gesichtspunkt Pferdegesundheit ist das Proportionieren der Gesamtfläche sinnvoll. Die Pferde suchen sich ansonsten auf einen Schlag ihre Lieblingsspeise z.B. allen Klee heraus und ziehen anschließend ein mürrisches Gesicht a) wegen dem Bauchweh (Kolikgefahr!, Rehegefahr!) und b) weil sie so schnell nichts mehr davon abbekommen werden. Sie werden immer und immer wieder an ihre kaum nachgewachsene Lieblingsspeise gehen und die so stark kürzen, bis bald das letzte Würzelchen davon entfernt ist. Das Gebiß von Pferden ist im Vergleich zu dem von Rindern derart gebaut, daß sie den Bewuchs auf Null kürzen können. Außerdem gibt es noch Hufe zum Ausgraben. Derartig bearbeitete Stellen erholen sich nur sehr, sehr langsam. In der Zwischenzeit haben sich dann aber an diesen Stellen in der Regel schnell wachsende unerwünschte Bewohner niedergelassen, die den ums Überlebenden kämpfenden Pflanzen endgültig den Gar ausmachen. Die Aufteilung der Gesamtfläche berücksichtigt sowohl Pflege- als auch Gesundheitsaspekte, der Vorschubzaun stellt mehr auf den Gesundheitsaspekt ab, da der hintere Teil der Weide ja solange beweidet wird, bis man auf die zweite Weide mit Vorschubzaun ausweicht. Eine Weide mit einem Vorschubzaun allein genügt also auch nicht. Wer ausreichend Weidefläche hat, sollte im jährlichen Wechsel jeweils ein Teilstück vollständig von Pferden unbeweidet lassen. Vielleicht könnt ihr den nächstgelegenen Bauern überreden, seine Kühe darauf zu stellen, oder die Weide einem Schäfer anbieten. Es gibt fast nichts besseres als Mischbeweidung. Wenn das ausscheidet - und das tut es heute wegen der BSE-Gefahr -, macht ziemlich spät (nach dem Aussamen) Heu und tauscht es nach Möglichkeit bei einem Bauern ein, gegen Heu von Mähwiesen oder Kuhweiden (auch das solltet ihr wegen BSE vergessen), gegen Hafer, Mais, Rüben etc.

Pferdeäpfel einsammeln

Eine der wichtigsten, aber auch aufwendigsten Pflegemaßnahmen, ist das Pferdeäpfeleinsammeln, nicht nur im Auslauf, wo das kein Problem ist, sondern auch auf der bewachsenen Weide. Die Weide ist dabei wichtiger als der Auslauf, wo die Pferdeäpfel für die Zweibeiner mehr ein ästhetisches Problem darstellen als eine Gefahr für das Pferd, aber auch der nackte Boden wird nach Salzen abgeschleckt. Die Gefahr, welche nämlich von den Pferdeäpfel ausgeht, kommt aber stärker auf der Weide zum Tragen. Pferde scheiden mit ihrem Kot auch die Eier und Larven von Würmern aus, die im Pferdedarm leben, und die das Pferd schädigen entweder über die Nahrungsteilung Pferd/Wurm, über Verletzungen der Darmwand oder anderer Organe oder einfach bei massiven Auftreten als mechanischen Pfropfen im Darm, der die Nahrungsfortbewegung im Darm erheblich stört. Diese Eier werden nach einiger Zeit zu ansteckungsfähigen Gebilden, die haftend am Gras mit der Nahrungsaufnahme vom Pferd wieder aufgenommen werden und das Problem im Darm vervielfachen. Dieser Kreislauf muß unterbrochen werden. In der freien Wildbahn war das früher kein Problem, denn da kehrte ein Pferd selten wieder an den gleichen Platz zum Fressen zurück. Bei unseren eingezäuntem Weiden ist das natürlich nicht der Fall. Also hilft nur eines: Pferdeäpfel einsammeln, bevor die Eier ansteckend werden. Auch Liegenlassen über Winter oder bei großer Trockenheit nützt nichts. Die Eier ertragen starke Kälte (bis zu -20 Grad) und wochenlange Trockenzeiten. Verteilen der Pferdeäpfel verstärkt das Problem sogar noch. Wurmkuren befreien zwar das Pferd von den Wurmparasiten, verhindern aber nicht die Wiederaufnahme ansteckungsfähiger Eier und Larven. Am besten ist es, die Pferdeäpfel täglich einzusammeln. Dann entsteht beim Rumtoben kein Gebrösel und beim Einsammeln kein Berg, vor dem man resignierend aufgibt. Ansonsten sollte man spätestens nach einer Woche alles auf einen Streich einsammeln, um sicher zu sein, daß sich noch keine ansteckungsfähigen Eier und Larven gebildet haben. Zum Einsammeln bietet sich ein stabiler Schubkarren, eine breite Schaufel und ein fester Laubrechen an. Aber da schwört jeder Pferdehalter auf sein Patentrezept. Das müßt ihr schon selber herausfinden, was euch da am besten im wahrsten Sinn des Wortes in der Hand liegt.

Unerwünschte Pflanzen entfernen

Verschleckt wie wir sind, gibt es eine Reihe von Pflanzen, um die wir einen großen Bogen machen, glücklicherweise, weil sie giftig sind oder einfach grauenhaft schmecken. Diese Pflanzen bleiben bei jeder Beweidung stehen, gedeihen ungestört, samen in aller Ruhe aus, vermehren sich prächtig und klauen dem genießbaren Anteil die Nährstoffe, den Platz, das Licht und die Luft. Hier empfiehlt es sich regulierend einzugreifen, aber bitte nicht mit der chemischen Keule, die bringt nämliche alle Pflanzen um und die Rückstände wandern in unseren Magen. Besser ist es zu verhindern, daß diese Pflanzen ideale Lebensbedingungen vorfinden: z.B. durch Kalken des Bodens oder durch Verhindern von Staunässe. Viele Pflanzen lassen sich auch schwächen durch häufiges Ausmähen, mindestens einmal direkt nach der stärksten Wachstumsphase aber vor dem Samenansatz, sonst müßt ihr die Überreste einsammeln, da viele Samen auch noch am Boden reifen. Wenn das alles nichts nützt, gibt es ein einfaches Rezept, vor dem man gerne zurückschreckt, weil es so nach Sisyphusarbeit riecht: Bei einjährigen Pflanzen die Samen abrupfen, bei mehrjährigen Pflanzen zu Pickel und Spaten greifen. Es erfordert anfangs etwas Geduld, das Ergebnis ist aber erstaunlich. Unsere höheren Instanzen haben immer mal wieder eine Wiese angetragen bekommen, die mehr einem Unkrautdschungel als einer Wiese glich, oder stillgelegte Ackerflächen, auf denen sich alles so nach Herzenslust vermehrt hatte. Wenn man konsequent ist, hat man alle Ampferarten und sonstiges großblätteriges Unkraut in einem Jahr los. Bei nicht allzu trockenem Boden den Boden um die Pflanze mit dem Pickel lockern - bei Pfahlwurzeln dabei dieselbe nicht treffen - und die Pflanze mit Spaten oder Pickel herauswuchten. Falls ihr mit der Hand zugreifen solltet, die Pflanze immer unter dem Wurzelhals (=die rettende Sollbruchstelle der Natur) anfassen. Beim Kriechenden Hahnenfuß gibt's es da schon mehr Kreuzweh. Falls Trockenlegen nichts nützt, muß man schon mit einer kleinen Schaufel ran und einige Schubkarren voll mit den größten Nestern ausbuddeln. Bei nicht zu trockenem Boden läßt er sich auch ganz gut per Hand aus dem Boden ziehen. Man muß die Pflanze auch hierbei wiederum tief genug anfassen, fast knapp unter der Erdoberfläche. Gepaart mit extrem kurzen Nachmähen - dadurch wird sie stark geschwächt und der Boden trocknet vor allem aus - am besten mit der Sense - Mähwerk schafft es nicht so kurz - sind die gelben Inseln nach zwei, drei Jahren verschwunden. Den Großen Hahnenfuß bringt man mit einer ähnlichen Geduldsübung zum Verschwinden: Man nehme einen großen Plastiksack und rupft die Blütenstengel mit so vielen Blättern wie möglich auf Bodenhöhe ab. Wenn die Samen noch nicht reif sind, macht man es am besten nach der Beweidung, ansonsten vor den Pferden wie der Storch im Salat in der zur Beweidung anstehenden Weide. Auch da ist das Ergebnis nach zwei, drei Jahren nicht zu übersehen: Die Farbe Gelb auf der Weide stammt überwiegend vom Löwenzahn oder später vom Pipau. Aber zugegeben, anfangs ist das Abrupfen frustrierend. Man schafft morgens und abends immer nur ein paar Quadratmeter. Aber es summiert sich. Und es dankt sich. Laut unseren Nachbarn hätten wir die schönsten Wiesen und Weiden in der Umgebung. Und dann gibt es da noch seit einiger Zeit das immer mehr um sich greifende Jakobskreuzkraut, eine Chrysanthemenart, die sich einmal angesiedelt durch Samenflug wahnsinnig rasch vermehrt. Leider enthält diese Pflanze in sämtlichen Pflanzenbestandteilen ein Alkoloid, das einmal aufgenommen, im Körper zu mindestens zehn weiteren noch giftigeren Substanzen verwandelt wird, die im schlimmsten Fall zum Tode führen können. Aus diesem Grund sind in Großbritanien bis heute noch Todesfälle von Großtieren durch Jakobskreuzkraut meldepflichtig. Pro Jahr sind das immerhin rund 10 Tiere, meist Rinder. Aber es ist unübersehbar, daß auch wir die gelben Blütenstände, die den geringsten abschreckenden herben Geschmack von allen Pflanzenteilen aufweisen, abrupfen, und auch die sind giftig. Glücklicherweise läßt sich das Jacobskreuzkraut in feuchtem Boden recht gut herausziehen, wenn man wartet, bis die Pflanze ausgewachsen ist (70-100 cm). Sollten sich entgegen der Hauptwindrichtung größere Ansammlungen von Jakobskreuzkraut außerhalb der eigenen Weiden an Wegrändern und Brachflächen befinden, empfiehlt es sich, zur Vorbeugung einer Jakobskreuzkrautinvasion im nächsten Jahr die Pflanzen vor der Blüte abzumähen.

Nachmähen/Mulchen

Eine abgeweidete Weide sollte nach dem Umstellen der Pferde auf eine nachgewachsene Weide nachgemäht werden, um alles Stehengebliebene - verholzte Stengel, Unkraut, überständiges Gras etc. - zu beseitigen, damit junges Gras wieder rasch und gleichmäßiger nachwachsen kann. Für diesen sog. Reinigungsschnitt stellt man das Mähwerk höher als für den Heuschnitt ein. Das Abgemähte kann auf der Weide liegenbleiben, wenn die Schicht nicht zu dick ist. Sie schützt sogar das junge Gras vor Sonnenbrand und Trockenheit. Vielfach wird auch statt des Mähwerks ein Mulchgerät verwendet, welches das Schnittgut auch noch gleichzeitig verkleinert und gleichmäßig verteilt. Bleibt wenig auf einer Weide stehen, ist sicher das Mähwerk besser, bleibt viel stehen und man will das Schnittgut nicht entfernen, erweist sich das Mulchgerät als zweckmäßiger. Allerdings hört man aber auch, daß sein Einsatz die Vermoosung fördern soll. Die Alternative Nachbeweidung durch Rinder und Schafe ist angesichts ungeklärter Übertragungswege von BSE nicht mehr zu empfehlen.

Staunässe verhindern

Nasse Böden führen zu einer Versauerung des Bodens und zu einer minderwertigen Grasnarbe und sind als Weide für jede Tierart ungeeignet. Sie müssen durch Drainagen und/oder offene Gräben entwässert werden, die regelmäßig entschlammt und/oder ausgemäht werden müssen. Bei Ursachen wie austretendes Grundwasser oder wasserundurchlässige Bodenschichten sollte man auf die Nutzung ganz verzichten. Gegen langsam abfließendes oder stehendes Wasser nach Regenfällen kann man aber einiges tun. Vorausgesetzt natürliches Gefälle ist vorhanden kann man das Regenwasser in kleinen Rillen zu einem Abflußgraben führen, der das Wasser schnell aus der Weide führt. Da Pferde durch den Betritt den Boden verdichten, bildet sich unter den Zäunen ein Erdwall aus, der quer zum Gefälle einen natürlichen Staudamm bildet, hinter dem sich nach jedem Regen temporäre Seen bilden. Diese Wälle müssen an diesen Stellen durchstoßen werden, damit das Wasser abfließen kann. Umgekehrt kann man durch geeignete Zaunziehung diese Erdwälle dazu nützen, Wasser mit Hilfe des Gefälles in eine bestimmte Richtung zu leiten. Der Zaun wird nicht quer sondern schräg zum Gefälle gezogen. Die gleichen Überlegungen gelten auch für den Auslauf, um der Schlammbildung entgegenzuwirken. Um die Abflußgräben vor dem Vertreten durch die Pferdehufe zu schützen, kann man die Böschung mit Feldsteinen, Holzschwellen, und/oder Bewuchs (dummerweise nicht genießbar, aber auch nicht giftig) befestigen. Übergänge lassen sich mit Bahnschwellen oder eingegrabenen Rohren herstellen. Nebeneffekte: Die Landschaft wird für die Pferde interessanter, man kann über die Gräben springen und man kann mit dem Wasser spielen und es auch trinken. Die meisten Pferde ziehen zum Entsetzen aller ihrer höheren Instanzen das trübe Regenwasser im Graben dem klaren aber harten und mit Zusätzen versehenen Leitungswasser vor. Mit dem Graben übernimmt der Pferdehalter allerdings auch die Verantwortung für ein kleines Biotop, das er im Hochsommer eventuell künstlich bewässern muß, um die Amphibienarten am Leben zu erhalten.

Nachsäen

Wenn der Bewuchs dünn wird, kann man versuchen, durch Nachsäen die Weide auszubessern. Da das Saatgut direkt in die feuchte Erde eingebracht werden sollte, sollte man die Nachsaat maschinell in Lohnarbeit durchführen lassen. Um der keimenden Nachsaat nicht gleich das Licht zu stehlen, darf die Nachsaat nur auf einer kurzgefressenen oder abgemähten Weide erfolgen. Um die jungen Pflanzen vor dem Betritt zu schützen, sollte die Weide ein Jahr ruhen. Sind viele Unkrautpflanzen vorhanden, stellt sich eher die Frage nach einem Umbruch und Neuanlage als nach einer Nachsaat. Entgegen all dem Gesagtem haben wir die Erfahrung gemacht, daß man beim Reiten in der Pause draußen am Wegrand Samen von insbesondere schnellwachsenden Gräsern einsammeln, die per Hand im Herbst aussähen und trotzdem im Frühjahr einen Unterschied gegenüber dem Vorjahr entdecken kann. Nehmt aber nie das Samensammelsurium aus dem Heu, es sei den, ihr liebt einen Ampferdschungel. Da sind nämlich mehr Unkrautsamen drin als sonst was. Auch Geilstellen kann man auf diese Weise wieder etwas aufforsten. Zuvor muß allerdings das Bodenklima verändert werden, z.B. mit viel Kompost und/oder neuen Mutterboden. Da bei uns auf den Streuobstwiesen die vielen Most- und sonstige zumindest nicht für Zweibeiner eßbaren Birnen sowieso wegen uns - wir sind da weitaus weniger schleckig als die Zweibeiner - eingesammelt werden müssen, werden diese Schubkarrenladungen gleichmäßig auf die Geilstellen verteilt und mit Erde abgedeckt.

Sonstige Pflegemaßnahmen

Sonstige Maßnahmen können das Abdecken der Weide als Schutz vor Austrockung und Sonnenbrand bzw. Kahlfrost sein. Eignen dafür tut sich altes Stroh oder das Material, das beim Reinigungsschnitt anfällt. Mit dem Walzen der Weide verbindet man gelockerte Wurzeln wieder fest mit dem Erdreich. Trockenen Sommern kann man versuchen mit künstlicher Beregnung zu begegnen. Ist teuer, wenn man nicht auf Teiche oder Bäche zurückgreifen kann, und nur vorbeugend sinnvoll. Eine bereits vertrocknete Weide erholt sich durch Beregnung nicht mehr. Die Beregnung sollte am besten nachts und in feinster Tröpfchenform erfolgen, um eine hohe Luftfeuchtigkeit zu erzielen. Keine Pflegemaßnahme ist das Abbrennen von Gras. Es bedeutet nur den Tod vieler Kleinlebewesen, einen weiteren Beitrag zum Treibhauseffekt über den Kohlendioxydausstoß und bewirkt als Unkrautbekämpfungsmaßnahme sehr wenig, da alle tieferwurzelnden Unkräuter das Feuer unbeschadet überstehen.

Literatur

von Grone, J.: die Pferdeweide
Stupperich, A.: Handbuch Pferdeweide

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